Aus für Prepaid? Immer mehr Deutsche wechseln zum Vertrag.
Das Ende einer Handy-ÄraPrepaid-Karten sterben aus – das ist der Grund dafür

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Prepaid oder Postpaid - was für eine Sim-Karte ist in diesem Handy? Vermutlich letzteres.
Erinnert ihr euch noch? Früher war die Prepaid-Karte der absolute Renner, um die volle Kostenkontrolle beim Handy zu haben. Doch diese Zeiten sind vorbei. Immer mehr Menschen in Deutschland sagen „Tschüss“ zur Guthaben-Karte. Die Zahlen einer Marktstudie des Branchenverbandes VATM sprechen eine klare Sprache: Ende dieses Jahres wird es schätzungsweise nur noch 25,6 Millionen Prepaid-Karten in Deutschland geben. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 33,6 Millionen. Viele davon landen ungenutzt in der Schublade.
Statt auf Guthaben setzen die Leute immer mehr auf feste Verträge, sogenanntes „Postpaid“. Hier wird am Monatsende abgerechnet. Laut einer vom VATM in Auftrag gegebenen Studie des Beratungsunternehmens Dialog Consolut wird die Zahl dieser Verträge bis Jahresende auf 88 Millionen ansteigen – ein Plus von fünf Prozent. Im Jahr 2023 waren es noch 72,2 Millionen gewesen.
Flatrates lassen Interesse an Prepaid sinken
Aber warum ist das so? „Der klassische Postpaid-Vertrag ist weiter auf dem Vormarsch“, erklärt Marktforscher Andreas Walter von Dialog Consult. Er sieht den Grund in der „Reife des Marktes“. Die Verträge seien heute fairer und das Misstrauen der Kundinnen und Kunden geringer. „Die Kunden erleben keine bösen Überraschungen mehr, was die höhere Rechnung angeht - sie brauchen sowieso jeden Tag Datenübertragung.“ Der Wandel ist dramatisch: Lag der Anteil von Prepaid-Karten früher bei über 50 Prozent, sind es inzwischen nur noch 22,5 Prozent. Der Fokus hat sich von reinen Telefonaten auf die ständige Datennutzung verschoben.
VATM-Präsidentin Valentina Daiber bringt es auf den Punkt: Wir leben im „Zeitalter von Flatrates“. Der strenge Kostenkontroll-Effekt der Prepaid-Karte sei nicht mehr so wichtig. Früher war Schluss, wenn das Guthaben aufgebraucht war – heute sorgen Flatrates dafür, dass die Kosten überschaubar bleiben und es am Monatsende keine bösen Überraschungen mehr gibt.
Jeder fünfte Internet-Anschluss läuft über Glasfaser
Nicht nur beim Mobilfunk, auch beim heimischen Internet tut sich einiges. Der Ausbau von schnellem Glasfaser-Internet macht große Fortschritte. Bis Ende des Jahres soll es 7,8 Millionen aktive Glasfaser-Anschlüsse geben, fast doppelt so viele wie noch 2023 (4,2 Millionen). Damit wird dann mehr als ein Fünftel der Haushalte in Deutschland mit der schnellen und stabilen Technologie versorgt sein.
Währenddessen bleibt die Zahl der Anschlüsse über Fernsehkabel mit 8,5 Millionen stabil. Das alte DSL über Telefonleitungen gilt zwar als Auslaufmodell, dominiert mit 21,8 Millionen Anschlüssen aber immer noch den Markt – auch wenn die Zahl um 4,4 Prozent gesunken ist. „Der Glasfaser-Ausbau kommt gut voran“, so VATM-Präsidentin Daiber. „Die Unternehmen investieren, sie bauen aus und sie modernisieren die digitale Infrastruktur unseres Landes.“ (dpa/red)
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