Beziehungs-Zoff? Ein Experte hat einen überraschenden Rat.
Nerv-Alarm in BeziehungWas tun, wenn der Partner einfach nicht auf Bitten reagiert?

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Der andere geht nur selten auf die eigenen Wünsche und Bitten ein? Das kann für großen Frust sorgen.
„Sag mal, kannst du das endlich erledigen?“ Dieser Satz ist der Zünder für so manchen Beziehungs-Krach. Wenn Bitten und Appelle einfach im Nichts verhallen, liegen die Nerven blank. Man fühlt sich wie eine kaputte Schallplatte – und trotzdem tut sich nichts. Was also tun?
Psychotherapeut Wolfgang Krüger erklärt, was dahintersteckt: Eine Person fordert permanent etwas, das die andere Person verweigert. Das Ganze eskaliert schnell zu einem üblen Machtspiel. Dann ist der Streitpunkt schon lange nicht mehr der Müllbeutel oder die verstreuten Klamotten.
Psychotherapeuten-Rat: „Ziehe ich mich etwas zurück“
Wer in dieser Endlosschleife gefangen ist, für den hat Krüger einen verblüffenden Tipp: Versucht es mit dem genauen Gegenteil vom ewigen Nörgeln. „Ich ziehe mich etwas zurück. Dann fühle ich mich zunächst mal autonomer und bin nicht in der Bettelposition.“
Für den Partner oder die Partnerin ist das ebenfalls die bessere Lösung, so der Psychotherapeut. Er oder sie kann dann nämlich frei und ohne Zwang entscheiden, selbst aktiv zu werden. „Wenn ich nerve, fühlt sich der andere genötigt und hat das Gefühl, er muss quasi – das ist blöd“, meint Krüger.
Fokus weg vom Beziehungs-Ärger, hin zum eigenen Leben
Der Psychotherapeut rät obendrein, die eigene Vorgehensweise in der Beziehung zu hinterfragen. Die Kernfrage lautet: „Ist meine Methode, auf Schwierigkeiten und Konflikte einzugehen, erfolgreich?“ Wenn Ihr Schema „Nerven – nix passiert – nerven – nix passiert“ ist, dann vermutlich nicht.
Stattdessen sollten Sie den Schwerpunkt verlagern. Konzentrieren Sie sich endlich auf die Dinge, auf die Sie selbst Lust haben, die Sie aber stets auf „irgendwann mal“ vertagt haben. Ein neuer Sportverein, ein Sprachkurs – ganz egal was.
„Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt dann auf dem eigenen Leben. Dadurch geht es mir gut, ich werde wieder für den Partner interessant und plötzlich macht der andere freiwillig, was ich vorher immer eingefordert habe“, erläutert Wolfgang Krüger.
Der radikale Tipp: 14 Tage Auszeit – aber allein
In seine Sprechstunde kommen häufig Frauen, die sich über chaotische Männer und mangelnde Unterstützung im Haushalt beschweren. Sein Rat ist dann oft drastisch: „Hören Sie auf zu reden. Fahren Sie mit der besten Freundin für 14 Tage an die Ostsee und lassen den Partner allein.“
Dieser Schock-Effekt hat einen ernsten Hintergrund: Oftmals ändert sich das Benehmen des Partners erst, wenn er begreift, dass die Frau ihr Leben auch unabhängig meistert und im Notfall auch gehen könnte.
Im Idealfall muss es aber gar nicht so weit kommen. Besser ist es, mit Humor und Zugewandtheit eine gemeinsame Basis zu finden. Auch Vereinbarungen können helfen: „Manchmal empfehle ich den Paaren, dass sie eine Win-win-Situation herstellen: ‚Ich erfülle gerne deinen Hauptwunsch, wenn du auch auf meinen eingehst.‘“
Wenn aber ständig dieselben Themen für Streit sorgen, könnte ein fundamentaleres Problem dahinter lauern. Dann ist es an der Zeit, ehrlich zu hinterfragen: Passen wir prinzipiell überhaupt zusammen? „Wenn ich beispielsweise als Frau eine Partnerschaft mit einem Mann ‚Typ einsamer Wolf‘ eingehe, ich selbst will aber viel Beziehung haben und gehe davon aus, er wird sich schon ändern, ist das naiv. Da habe ich einen Dauerkonflikt“, so Krüger. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
