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Kein grüner Daumen EgalGärtnerin verrät, welche Blumen auch Pflegefehler verzeihen

Eine Frau bepflanzt ihren Balkon

Copyright: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Frühlingsstart auf dem Balkon: Mit pflegeleichten Blumen wird es schnell bunt und einladend.

Kein grüner Daumen, aber Lust auf Blüten? Kein Problem! Mit diesen unkaputtbaren Pflanzen und den Tipps einer Expertin wird jeder Balkon zur Wohlfühl-Oase.

Die ersten Sonnenstrahlen locken nach draußen – endlich wieder Zeit auf dem eigenen Balkon verbringen! Mit farbenfrohen Blumen wird er sofort viel gemütlicher. Doch viele schrecken zurück, weil sie fürchten, bei ihnen würde sowieso nichts überleben. Dabei gibt es jede Menge unkomplizierte Gewächse, die auch mal einen Pflegefehler wegstecken.

Eine Gärtnerin erklärt laut der Nachrichtenagentur dpa im Gespräch, worauf es wirklich ankommt, damit auch Neulinge lange Spaß an ihrer blühenden Pracht auf dem Balkon haben. Ihr Name: Svenja Schwedtke.

Welche Balkonblumen sind besonders einfach?

Svenja Schwedtke sagt: Das Wichtigste ist, den eigenen Standort zu kennen. „Zunächst ist es wichtig, dass man weiß, was man für einen Standort hat.“ Ein Balkon mit praller Sonne verlange nach anderen Gewächsen als einer, der nach Norden ausgerichtet ist. Man müsse zwischen sonnig, halbschattig und schattig unterscheiden.

Wer seinen Balkon jetzt im Frühling aufhübschen möchte, liegt mit Hornveilchen und kleinen Narzissen goldrichtig. Die nehmen es nicht gleich krumm, wenn es mal etwas schattiger ist. Efeu kann man ebenfalls dazwischen pflanzen, der gilt als ziemlich robust. Das ist eine gute Mischung für einen schattigen Balkon. An einem sonnigen Platz gedeiht sowieso fast alles, was es aktuell zu kaufen gibt. Tulpen oder Traubenhyazinthen zum Beispiel sind kaum totzukriegen, da sie ihre Nährstoffe aus der Zwiebel ziehen.

Sobald Mitte Mai die Eisheiligen vorbei sind und kein Nachtfrost mehr droht, können die Frühlingsblüher raus und die Sommerblumen rein. Im Schatten fühlen sich Fuchsien, Schneeflockenblumen und Glockenblumen wohl. Auch hier empfiehlt die Expertin wieder Efeu. In der Sonne ist die Auswahl riesig. Da rät sie, nach den persönlichen Lieblingsfarben zu gehen. Bornholm-Margeriten, Mini-Petunien und Vanilleblumen ergeben ein schönes Bild in Rosa, Lila und Weiß. Wer es lieber Gelb, Orange und Rot mag, kann zu Bidens, Husarenknöpfchen und leuchtend roten Geranien greifen.

Ihr Ratschlag, um in der Gärtnerei nicht überfordert zu sein: Vorher überlegen, was man möchte. Dann kann man gezielt sagen: «Ich habe einen sonnigen Standort, mag gerne Rosa und Lila und möchte etwas Stehendes und etwas Hängendes».

Mit welchen Pflegetipps überleben die Blumen möglichst lange?

Schwedtke erklärt, dass die genannten Pflanzen alle sehr dankbar sind, wenn man sie ab und zu gießt und düngt, und Fehler nicht so schnell übelnehmen. Im Frühling sollte man etwa jeden dritten Tag wässern, im Sommer jeden Morgen. An extrem heißen Tagen sogar zweimal. Es kommt aber auch auf Wind und Sonne an, eine pauschale Regel gibt es nicht. Sie rät: „einfach den Finger in die Erde zu stecken: Kommt der sauber wieder raus, dann ist es zu trocken und Zeit zu gießen.“

Dünger ist ein wahrer Booster für eine lange Blütezeit. „Da würde ich mir einen guten flüssigen Balkonpflanzendünger kaufen, von dem ein Deckel voll mit ins Gießwasser kann.“ Auf der Flasche steht die genaue Mengenangabe.

Zur Pflege zählt auch das Ausputzen. Das heißt, man zupft die verwelkten Blüten ab. Das sieht nicht nur besser aus, weil nur noch frische Blüten da sind. Es erspart der Pflanze auch Kraft, die sie sonst für das Verblühte aufwenden würde.

Und noch zwei wichtige Hinweise für den Balkonkasten: Es muss sichergestellt sein, dass Wasser abfließen kann, das Gefäß braucht also ein Loch. Blumen können nämlich nicht nur vertrocknen, sondern auch ertrinken. Zudem sollte man oben einen Gießrand freilassen: „von der Oberfläche der Erde bis zur Kante des Kastens sollten mindestens anderthalb Zentimeter Platz sein.“ So kann das Wasser in Ruhe einsickern.

Wie erkennt man, dass es den Blumen doch nicht gut geht - und was hilft dann?

Ein Warnzeichen ist, wenn die Blätter ihre Farbe verändern – sie werden dann so milchig, gräulich-grün. Auch wenn Blätter und Blüten schlapp herunterhängen, stimmt etwas nicht. Dann muss man prüfen, ob die Erde zu trocken oder zu nass ist, denn die Symptome sind in beiden Fällen gleich. Bei Trockenheit hilft natürlich Wasser. Bei Nässe sollte man eine Gießpause einlegen.

Wenn man denkt, alles sei verloren, gibt es einen letzten Rettungsversuch: „Wenn man das Gefühl hat, «Oh Gott, das sieht richtig schlimm aus, die sind richtig vertrocknet», dann kann man die Pflanze auch obenrum großzügig zurückschneiden.“ Häufig treibt sie dann von unten wieder neu aus. „Wenn Sie etwa eine 30 Zentimeter hohe Pflanze haben, schneiden sie die oberen 20 Zentimeter ab, düngen und gießen, wenn die Erde trocken ist.“

Natürlich ist auch etwas Routine wichtig. Das Geheimnis ist aber: „Sobald man erst einmal anfängt, sich mit Pflanzen zu beschäftigen und es einem Spaß macht, wächst mit der Zeit auch das Wissen.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Großer Bahnhof für den neuen Zug bei der ersten Fahrt im Gare du Nord.

Erste Fahrt

Neuer Nachtzug gestartet – Köln-Verbindung folgt