Kirk Douglas und Anthony Quinn liefern sich in John Sturges' Westernklassiker ein packendes Duell: „Der letzte Zug von Gun Hill“ verbindet harte Action mit überraschend viel Psychologie.
Zu Unrecht fast vergessenStarbesetzter Western eines Meisterregisseurs läuft im Free-TV

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Kirk Douglas spielt die Hauptrolle in John Sturges' Western „Der letzte Zug von Gun Hill“. (Bild: SWR/rbb/Degeto/Paramount Pictures)
Nach Hollywood hat er eigentlich nie gepasst. „Das ist ein Haufen Wahnsinniger“, sagte Kirk Douglas, der meist die Unerbittlichen und Verknöcherten, die Unbelehrbaren und Vergessenen verkörperte. Seine Schauspielkarriere musste sich der Sohn russischer Emigranten hart erarbeiten - im Gegenzug nahm er sich die Freiheit, nur das zu spielen, was ihm wirklich lag: „Die Schurken, die Besessenen - das ist meine Welt. Die Tugend ist nicht besonders fotogen. Das Böse ist interessanter, einfach facettenreicher.“
Mit zahlreichen wichtigen Regisseuren arbeitete der 2020 im Alter von 103 Jahren verstorbene Hollywood-Star in seiner Karriere zusammen. Unter anderem auch mit John Sturges (“Die glorreichen Sieben“), der 1958 mit „Der letzte Zug von Gun Hill“ 1958 einen Western erschuf, der auf klassische Elemente wie Ehre und Freundschaft setzt.
Die beiden Cowboys Rick und Lee vergewaltigen und töten im Suff die Frau des Sheriffs Matt Morgan (Douglas). Der Sohn des Sheriffs hat die Verbrecher beobachtet und berichtet seinem Vater nun davon. Matt macht sich auf, um nach den beiden zu suchen. In Gun Hill angekommen, muss er feststellen, dass einer davon der Sohn seines alten Freundes Craig Belden (Anthony Quinn) ist. Der einstige Freund steht nun auf der anderen Seite - und Matt muss sich entscheiden, wie weit er für Gerechtigkeit zu gehen bereit ist.
Hervorragend inszenierter Star-Western
Es entsteht ein wunderbar anzuschauendes Duell zweier gleichwertiger Stars. Douglas und Quinn tragen den Film mit ihrer Präsenz, während Carolyn Jones und Earl Holliman ebenfalls für ihre Darstellungen gelobt wurden. Dabei setzt Sturges nicht nur auf Action: Für einen Western seiner Zeit bietet der Film ungewöhnlich viel Psychologie und beschäftigt sich mit Loyalität, Freundschaft und auch Rassismus.
Auch die Kritik nahm den Western nahezu durchweg positiv auf. Gelobt wurden neben den Darstellern das Drehbuch von James Poe und die Kameraarbeit von Charles Lang. Seine sonnenverwöhnten Außenaufnahmen mit ungewöhnlich vielen Totalen lassen die Menschen beinahe zu schwarzen Miniaturen werden. Das „Lexikon des internationalen Films“ fasst den Eindruck prägnant zusammen: „Hervorragend gespielter und inszenierter Star-Western mit beachtlicher Spannung, dessen wirkungsvolle Inszenierung besticht.“ (tsch)
