Ein doppelter Schock für die Familie: „Star Trek“-Ikone William Shatner und seine Tochter Melanie erkrankten zur selben Zeit an Krebs im Endstadium.
Doppelter Schock„Star Trek“-Legende und Tochter kämpfen um ihr Leben

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William Shatner (vorne mittig) als Captain Kirk, zusammen mit den anderen „Star Trek“-Stars (1989).
Eine dramatische Zeit liegt hinter TV-Legende William Shatner (95) und seiner Tochter Melanie Shatner Gretsch (61). Vor drei Jahren, mitten in der Nacht, griff Melanie in ihrer Not zum Hörer. Sie befand sich tief in der Chemotherapie wegen Brustkrebs im vierten Stadium. „Ich hatte einen Moment und war hysterisch“, berichtet sie dem „People“-Magazin. Ihren berühmten Vater rief sie an mit den Worten: „Ich glaube, ich sterbe.“ Nur 15 Minuten später stand der „Captain Kirk“-Darsteller vor ihrer Tür, um ihr beizustehen.
Er umarmte sie fest, eine Geste, die sie seit ihrer Kindheit als „Papa-Bären-Umarmung“ kennt. Er sprach ihr Mut zu: „Das wird nur ein Wimpernschlag in deinem Leben sein. Du wirst das durchstehen, und es wird eine Erinnerung sein.“ Doch das Schicksal hatte eine weitere schwere Prüfung für die Familie auf Lager.
Nach dem Schock: Vater und Tochter blicken nach vorn
Gerade als Melanie das Ende ihrer Behandlung vor Augen hatte, traf die Familie im Juni 2023 die nächste Hiobsbotschaft. Bei William Shatner wurde ebenfalls Krebs im Endstadium festgestellt – ein bösartiges Melanom, das bereits in Lunge und Gehirn gestreut hatte.
„Ich erinnere mich genau, wie ich dachte: ‚Ich habe nicht die Kraft, mich um mich selbst zu kümmern und gleichzeitig meinen Vater zu verlieren‘“, schildert Melanie. Shatner selbst aber blieb gelassen. „Sie sagten: ‚Sie haben Krebs. Wären Sie später gekommen, wären Sie tot gewesen.‘ Sehen Sie? Das ist mein Leben“, meint er. „Ich glaube, das Universum passt auf mich auf.“

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William Shatner im April bei einer Expo in Alberta (Kanada).
Melanies Leidensgeschichte begann im Juli 2022, als sie durch Zufall einen Knoten in ihrer Brust spürte. Eine Mammografie fünf Monate zuvor war unauffällig gewesen, doch sie bestand auf einer erneuten Untersuchung.
Die Tests bestätigten den schlimmen Verdacht: ein Brustkrebs, der schon die Lymphknoten erreicht hatte. Es folgten anderthalb Jahre mit Chemotherapie, einer doppelten Mastektomie und 30 Bestrahlungen.
Bei ihrem Vater war es ein Knoten an der Wange, der Besorgnis auslöste. Zuerst als blockierte Speicheldrüse diagnostiziert, wuchs die Geschwulst jedoch weiter. Eine Operation und eine zweijährige Immuntherapie waren die Konsequenz. Dank fortschrittlicher Behandlungsmethoden gelten heute beide als geheilt. Die Nachricht, dass seine Tochter gesund ist, rührte den Star zu Tränen. „Es war das dritte Mal in meinem Leben, dass ich ihn weinen hörte“, so Melanie.
Diese schwere Prüfung hat Vater und Tochter noch enger verbunden. Sie haben eine neue Sicht auf das Leben entwickelt und wissen die kleinen Freuden zu schätzen. „Ich denke an das Wunder eines Kolibris, an meinen Hund, der einen Ball holt, und an meine Kinder“, erklärt Shatner seine Dankbarkeit. „Ich bin mir der Magie von allem bewusst.“
Ihre Erlebnisse wollen die beiden nun weitergeben. Am 29. Juli startet ihr gemeinsamer Podcast „No Time but Now“, in dem sie mit Gesundheitsexperten und anderen Betroffenen reden. Shatner, der auch mit 95 Jahren nicht an Ruhestand denkt, arbeitet zudem an zwei Büchern und zwei Alben, die bis Anfang 2027 erscheinen sollen.
Für die Familie sind die wöchentlichen Abendessen am Sonntag zu einem wichtigen Ritual geworden, bei dem inzwischen über 15 Personen zusammenkommen. Shatner definiert sein Vermächtnis nicht über Statuen oder Ehrungen. „‚Vermächtnis‘ bedeutet, Gutes zu tun und anderen Menschen zu helfen. Das hallt bis zum Ende der Zeit nach.“ (red)
