In der neuen Staffel „Hijack“ geht es von ganz oben nach ganz unten: Als Verhandler Sam Neelson verschlägt es Idris Elba in die U-Bahn-Tunnel unter Berlin. Warum die Geschichte ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt weitergeht, erklärt Showrunner Jim Field Smith.
Wie Idris Elba Berlins Untergrund beim „Hijack“-Dreh erlebte„Diese Stadt schont dich nicht“

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Die zweite Staffel „Hijack“ auf Apple TV+ wurde in Berlin gedreht. Hauptdarsteller Idris Elba erlebte die Stadt intensiv. (Bild: © Apple TV)
Berlin wird zum Nervenzentrum der zweiten Staffel von „Hijack“, die ab sofort auf Apple TV+ zu sehen ist. Statt über den Wolken spielt der Thriller nun unter der Erde - in der Berliner U-Bahn. Eine bewusste Entscheidung, wie Creator und Regisseur Jim Field Smith erklärt.
„Man kann kein Gebäude entführen - nur ein Transportmittel“, sagt Field Smith im Gespräch mit der Agentur teleschau. Nach einer kompletten Staffel im Flugzeug sei für ihn klar gewesen, dass auch die Fortsetzung an einen Ort führen müsse, den jeder kennt - und der Enge, Abhängigkeit und Kontrollverlust erzeugt. „In Staffel zwei sind sie wieder in einem Metallrohr gefangen - aber diesmal rast es unter der Stadt entlang.“
Showrunner Jim Field Smith lebte selbst in Berlin

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„Hijack“-Creator und Regisseur Jim Field Smith entschied sich ganz bewusst für Berlin als Handlungs- und Drehort der zweiten Staffel. (Bild: 2026 Getty Images/Jamie McCarthy)
Dass die Wahl auf Berlin fiel, hatte für den Showrunner mehrere Gründe. Field Smith lebte selbst als Kind von 1989 bis 1991 in der deutschen Hauptstadt - in einer Zeit des Umbruchs. „Das war eine prägende Phase - für die Stadt und für mich“, sagt der 46-Jährige. Deutschland habe eine besondere Geschichte im Umgang mit Extremsituationen, auch in der Frage, wie Behörden auf Terror reagieren. Genau diese kulturelle Spezifik habe man erzählerisch nutzen wollen.
Hinzu kommt Berlins einzigartige Topografie. „Die U-Bahn ist voller Geschichte“, erklärt Field Smith gegenüber teleschau. Durch die Teilung der Stadt gebe es verlassene Stationen, Geisterbahnhöfe, verborgene Orte. „Die Idee, dass Sam Nelson sich physisch und emotional unter dieser Stadt verlieren kann, war unglaublich stark.“ Berlin sei zudem der ideale Ort, um Sam, gespielt von Idris Elba, bewusst aus seiner Komfortzone zu holen: kein Zuhause, keine vertraute Sprache, keine Ansprechpartner.
Idris Elba spielt in „Hijack“ einen traumatisierten Mann: „Sein Leben ist sehr anders“
Auch Hauptdarsteller Idris Elba selbst erlebte Berlin intensiv - vor allem unter der Erde. Gedreht wurde teils direkt auf den Gleisen, nachts, mit gesperrten U-Bahn-Abschnitten. Eine zentrale Sequenz entstand am Alexanderplatz. „Das ist ein bisschen wie King's Cross in London - sehr groß, sehr belebt“, sagt Elba. Für ihn war Berlin mehr als nur Kulisse. „Diese Stadt schont dich nicht“, beschreibt Elba seine Zeit dort. Viel Bewegung, viele Menschen, viele Eindrücke - genau das habe sich für die Serie richtig angefühlt.
Inhaltlich ist Sam Nelson in Staffel zwei ein anderer Mann. Zwischen den Ereignissen der ersten Staffel und dem Neustart in Berlin liegt viel Ungesagtes. Elba beschäftigte sich intensiv mit den Nachwirkungen von Trauma - besonders damit, wie Männer damit umgehen. „Sam hat nicht einfach weitergemacht. Sein Leben ist sehr anders.“ Diese inneren Risse seien bewusst nur angedeutet, aber immer präsent.
Auch seine berühmten Verhandlungsfähigkeiten funktionieren diesmal anders. Sam ist nicht vorbereitet, nicht im Kontrollmodus. „Er weiß selbst nicht, was er tut“, sagt Elba, „er reagiert.“ Genau das mache ihn menschlich - und unberechenbar. (tsch)
