Der Streit um Warner Bros. Discovery geht in die nächste Runde: Paramount Skydance will nicht hinnehmen, dass sich die Aktionäre für Netflix entschieden haben - und klagt nun gegen das Unternehmen, das es eigentlich übernehmen will.
Wegen Netflix-DealParamount Skydance will Warner Bros. Discovery verklagen

Copyright: mixmotive/mixmotive
Paramount Skydance will einen Netflix-Deal von Warner Bros. Discovery nicht hinnehmen. (Bild: mixmotive/mixmotive)
Seit Monaten ringen Netflix und Paramount Skydance um die Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) und damit von Marken wie „Harry Potter“ und dem DC-Universum. Im Dezember bot Paramount Skydance rund 108 Milliarden Dollar für WBD. Die Aktionäre lehnten dies jedoch erneut ab. Sie halten den bereits geschlossenen Deal mit dem Streaming-Riesen Netflix für überlegen.
Doch der Konzern um CEO David Ellison will das nicht hinnehmen: Am Montag informierte er die WBD-Aktionäre in einem Rundschreiben über eine Klage gegen das Unternehmen. Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN spricht vom Versuch einer sogenannten „feindlichen Übernahme“ durch Paramount Skydance.
In seinem Schreiben warf Ellison WBD unter anderem vor, seinen Aktionären nicht genügend Informationen bereitzustellen. So habe das Unternehmen beispielsweise nicht den Wert des Sendergeschäfts offengelegt, den Netflix nicht, Paramount Skydance hingegen schon übernehmen würde. So sei eine fundierte Entscheidung über die Angebote nicht möglich.
Gleichzeitig erklärte Ellison, mehrere eigene Mitglieder für den WBD-Verwaltungsrat zu nominieren. Sollte ihm das gelingen, könnte der CEO und Sohn von Trump-Freund Larry Ellison mit ihm loyalen Leuten über die Übernahme verhandeln. Diese würden den Aktionären zum Paramount-Skydance-Angebot raten.
Präsident Donald Trump schaltet sich bei Übernahme-Streit ein
WBD äußerte sich zum Vorgehen von Paramount Skydance so: „Trotz sechs Wochen und ebenso vielen Pressemitteilungen von Paramount Skydance hat das Unternehmen den Preis noch nicht erhöht und ist auch nicht auf die zahlreichen und offensichtlichen Mängel seines Angebots eingegangen.“
Das Unternehmen wertet die Klage als unbegründet und sieht darin und in den „Angriffen auf einen Vorstand, der einen beispiellosen Shareholder Value erzielt hat“, einen Ablenkungsversuch. Noch bis 21. Januar haben die WBD-Aktionäre Zeit, sich für oder gegen das Paramount-Skydance-Angebot zu entscheiden.
Auch Präsident Donald Trump ist involviert: Er kündigte bereits an, sich persönlich an der Prüfung einer Fusion zu beteiligen. Am Wochenende teilte er außerdem auf seiner Plattform Truth Social ein älteres Meinungsstück mit dem Titel „Stoppt die kulturelle Übernahme durch Netflix“. Darin heißt es unter anderem, es sei Zeit, Nein zu einem „woken Medienmonopol“ zu sagen. (tsch)
