Mit der Slapstick-Komödie „Immer Ärger mit Bernie“ hatte Jonathan Silverman seinen großen Durchbruch. Kollege Andrew McCarthy hatte sich schon ein Standbein aufgebaut. Was aber wurde aus den beiden nach „Bernies“ Erfolg? Und was aus dem dritten Star des Films - Regisseur Ted Kotcheff?
Derber Slapstick-SpaßWas wurde aus den „Immer Ärger mit Bernie“-Stars?

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Ein derber Slapstick-Spaß: In „Immer Ärger mit Bernie“ spielen Jonathan Silverman (links) und Andrew McCarthy zwei Versicherungsangestellte, die es mit der Leiche ihres Chefs (Terry Kiser, Mitte) zu tun bekommen. (Bild: 20th Century Studios)
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Ted Kotcheff - diesen Namen verbindet man seit je her mit „Rambo“. Der kanadische Regisseur war aber beileibe keine Eintagsfliege, er hatte weitaus mehr gedreht als diesen einen und nebenbei gesagt einen der besten Actionfilme der Filmgeschichte.
Kotcheff war längst ein gemachter Mann im Filmgeschäft, als er Vietnam-Veteran John Rambo auf Konfrontationskurs schickte mit einem Dutzend Polizisten-Hinterwäldlern. Und er machte danach noch manch anderen Film, von denen allen voran „Immer Ärger mit Bernie“ Kultstatus erlangte - eine Komödie übrigens mit einem Darsteller, wegen dem es sich nun ebenfalls lohnt, an den Klassiker zu erinnern: Jonathan Silverman, der am 5. August 60 Jahre alt wird.

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Jonathan Silverman hatte mit „Immer Ärger mit Bernie“ seinen großen Durchbruch. Nun feiert der US-Schauspieler seinen 60. Geburtstag. (Bild: 2022 Getty Images/Matt Winkelmeyer)
„Immer Ärger mit Bernie“ ist ein ebenso turbulenter wie schräger Slapstickspaß mit nicht zu übersehenen Anleihen aus einem weiteren Filmklassiker: Afred Hitchcocks schwarzer Komödie „Immer Ärger mit Harry“. Ein makabrer dramaturgische Tanz um eine Leiche ist das verbindende Element.

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Die Ereignisse überstürzen sich, nachdem Richards und Larrys Chef das Zeitliche gesegnet hatte. Als dann auch noch Gwen (Catherine Mary Stewart) einweihen, ist das Chaos perfekt. (Bild: 20th Century Studios)
Bei Hitchcock löst der Fund eines toten Mannes eine Kette von Handlungen aus, die wiederum dazu führen, dass der Leichnam Harrys mal begraben, mal wieder ausgegraben wird. Und auch in Kotcheffs Hommage ist die Leiche, Bernie, ein hartnäckiger Geselle, der - tot hin oder her - das Leben der Lebenden gehörig durcheinanderwirbelt. Wie das nun mal so ist mit Leichen - jedenfalls mit ihren Pendants im Kino: Man hat immer nur Scherereien mit ihnen.
Gesellschaft auf der Schippe
Anders als Harry ist Bernie nicht von Anfang an ein Toter. Er ist quicklebendig und ein Scheusal noch dazu. Bernie Lomax (Terry Kiser) hat als Chef einer New Yorker Versicherungsgesellschaft Geld, viel Geld veruntreut, was seine neuen, jungen und ehrgeizigen Angestellten Richard (Jonathan Silverman) und Larry (Andrew McCarthy) bei einer Bilanzprüfung feststellen. Nichts Böses ahnend, dafür umso stolzer tragen sie ihre Entdeckung ihrem Chef vor - ausgerechnet. Lomax fackelt nicht lange und will die beiden baldmöglichst tot wissen. Der mit dem Job beauftragte Mafiosi (Louis Giambalvo) hetzt einen Auftragskiller aber nicht auf Larry und Richard, sondern auf Bernie selbst, weil er, der Mafiosi, mit ihm, Bernie, noch eine offene Rechnung hat.

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Aus dem einstigen „Brat Pack“-“Mitglied“ Andrew McCarthy ist ein oft besetzter Serien-Gaststar geworden. (Bild: 2024 Getty Images/Theo Wargo)
Aus dem Schneider sind Larry und Richie damit aber nicht, doch eines erkennen die Einfallspinsel immerhin: Solange die Killer glauben, dass Bernie noch unter den Lebenden weilt, so lange ist genau das ihre Lebensgarantie. Also lassen sie nichts unversucht, um den Toten quicklebendig erscheinen zu lassen. Auf einer Party wird der Humor des Films am bösesten: Bernie mag noch so tot sein, die feierwütigen Hedonisten und Materialisten erkennen das nicht.
Wie erging es McCarthy und Silverman nach dem „Ärger mit Bernie“?
Wie Regisseur Kotcheff waren auch die Hauptdarsteller von „Immer Ärger mit Bernie“ keine unbeschriebenen Blätter. Andrew McCarthy hatte sich als Mitglied des von der Presse so bezeichneten „Brat Packs“ einen Namen gemacht, einer Gruppe junger Schauspielerinnen und Schauspieler, die privat eine eingeschworene Gemeinschaft gebildet hatten und auch beruflich oft am gleichen Strang zogen, indem sie in wechselnden Konstellationen in Filmen mitwirkten. McCarthy verdiente sich seine „Mitgliedschaft“ unter anderem mit dem Teenagerdrama „St. Elmo's Fire“ (1985) und den Komödien „Pretty in Pink“ (1986) und „Mannequin“ (1987).

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Mit eine Leiche kann man so manchen Ärger haben,aber auch so manchen Schabernack anstellen. (Bild: 20th Century Studios)
Nach „Bernie“ dauerte es allerdings nicht lange, bis sein Stern zu sinken begann. Zwar gelang es McCarthy noch Anfang der 1990er-Jahre, ein Standbein im europäischen Arthouse-Film aufzubauen - er wirkte in zwei Filmen von Nouvelle-Vague-Legende Claude Chabrol mit (“Stille Tage in Clichy“, „Dr. M“). Doch zeugt schon die im Übrigen gefloppte Fortsetzung „Wieder Ärger mit Bernie“ (1993) von dem Versuch, an die Erfolge in den 1980er Jahren anzuknüpfen. Einem vergeblichen Versuch, aus dem Zugpferd von Filmproduktion wurde ein Nebendarsteller immer blasserer Filme. Immerhin: Seit Anfang der 2000er-Jahren gelang es McCarthy, sich als Gaststar prestigeträchtiger Serien (“Monk“, „Gossip Girl“, „The Blacklist“) durchzuschlagen.

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Richards (Jonathann Silverman, links) und Larrys (Andrew McCarthy, rechts) Chef Bernie Lomax (Terry Kiser) macht gute Miene zum bösen Spiel. (Bild: 20th Century Studios)
Jubilar Jonathan Silverman war nie den „Brat Packs“ zugerechnet worden, einen Karriereverlauf ähnlich dem McCarthys hatte er dennoch: steigende Erfolgskurve in den 1980er-Jahren, eine fallende danach. Silverman gelang nach ersten kleineren Auftritten in TV-Produktionen schnell ein Paukenschlag: In der Neil-Simon-Adaption „Brighton Beach Memoirs“ (1983) spielte er bereits die Hauptrolle. Es folgte die Komödie „Caddyshack II“ und dann schon „Immer Ärger mit Bernie“. Ab hier dann immer mehr Dutzendware, aus deren Reihe gelegentlich doch manch Nennenswertes herausragte, wie die Lemmon/Matthau-Komödie „Immer noch ein seltsames Paar“ (1998) oder die Sitcom „Ein Single kommt selten allein“, die gegenüber den quotenstärkeren „Friends“ und „Seinfeld“ allerdings bald ins Hintertreffen geraten war.
Was wurde aus Ted Kotcheff, dem „Rambo“-Regisseur?
Und Regisseur Kotcheff? Der hat seinen Ruhm lange überlebt. Als er im April 2025 mit 94 Jahren starb, war er nahezu vergessen, allenfalls des Regisseurs von „Rambo“ erinnerte man sich seiner zum Anlass. Dass er gelegentlich geschauspielert hat, fiel auch nicht weiter ins Gewicht. Aber diesen zweiten Beruf betrieb er ohnehin als Spielerei - ähnlich wie Meister Hitchcock mit seinen berühmten Kurzauftritten in seinen eigenen Filmen.
So einen Cameo hatte auch Kotcheff in „Immer Ärger mit Bernie“: mit einer Szene, die kurz und köstlich ist. Richard, so die Ausgangssituation, hat seine Flamme bei einem Date zu sich in seine Wohnung eingeladen. Die Wohnung gehört eigentlich nicht ihm, sondern seinen Eltern, bei denen er noch wohnt, doch er muss den Schein waren.

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Ted Kotcheff drehte nicht nur „Rambo“, mit „Immer Ärger mit Bernie“ gelang ihm ein köstlicher Slapstick-Spaß mit einer Zutat Hitchcock-Hommage und einer Prise Gesellschaftskritik. (Bild: 2009 Getty Images/Gaye Gerard)
Während Richie also mit dem Mädchen auf dem Sofa zugange ist, erscheint ein älterer Mann aus dem Schlafzimmer, vor sich einen Bierbauch hertragend und bekleidet nur mit einer Unterhose. Schlaftrunken und doch zielstrebig trottet Richies Vater in die Küche, holt sich aus dem Kühlschrank einen Snack und torkelt wieder zurück ins Schlafgemach. Zum Küssen ist dem Mädchen jetzt nicht mehr zumute.
„Da ist ein Mann in deiner Küche - in Unterhosen“, sagt sie erschrocken und betont die „Unterhosen“, - „Das ist, ähm, das ist mein ... mein ...“, stottert Richard und sucht nach der rettenden Antwort. „Das ist mein Butler“. Diesen vermeintlichen Butler spielt Kotcheff herrlich in seiner wunderbaren, derb-lustigen Slapstick-Komödie. (tsch)
