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Pop-Legende wird 80Was macht Richard Carpenter seit dem tragischen Tod seiner Schwester?

Mit Hits wie „Close To You“ und „Top Of The World“ wurden Richard und Karen Carpenter in den 70er-Jahren zu Superstars. (Bild: Central Press/Getty Images)

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Mit Hits wie „Close To You“ und „Top Of The World“ wurden Richard und Karen Carpenter in den 70er-Jahren zu Superstars. (Bild: Central Press/Getty Images)

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Mit Welthits wie „Close To You“ und „Top Of The World“ wurden die Carpenters in den 70er-Jahren zu Superstars: Seit dem frühen Tod seiner Schwester Karen pflegt Richard Carpenter, der am 15. Oktober 80 wird, vor allem das Andenken an das Duo.

Auch über 40 Jahre nach ihrem Tod vermisst Richard Carpenter seine Schwester immer noch: „Ich denke immer wieder an all die Jahre, in denen wir gemeinsam neue Musik hätten machen können, sagte der Musiker 2024 im Gespräch mit „Grammy.com“.

Karen, Sängerin und Gesicht des Duos The Carpenters, starb 1983 mit 32 Jahren. Eine neue Band kam für ihren Bruder nie infrage: „Was auch immer ich gemacht hätte, wäre ohne sie nicht so gut geworden.“ Dementsprechend zurückgezogen feiert der Songwriter, der gemeinsam mit seiner Schwester eines der erfolgreichsten Pop-Duos aller Zeiten bildete, nun auch seinen 80. Geburtstag.

Karen Carpenter entwickelte eine Essstörung

Richard, Jahrgang 1946, wuchs mit den Platten seines Vaters auf, von Klassik bis Big Band, und wechselte vom Akkordeon zum Klavier. Karen, vier Jahre jünger, spielte Ende 1964 mit 14 in der Marschkapelle der Downey High School. Das Schlagzeug ihres Bandkollegen Frankie Chavez faszinierte sie, die Eltern schenkten ihr bald ein eigenes Drumset. Mit 15 gründete sie mit Richard und dem Tuba- und Bassspieler Wes Jacobs ein Trio, das vor allem instrumentalen Jazz spielte. Auf Drängen ihres Bruders sang sie einige Titel.

Im Mai 1966 bekam Karen einen Plattenvertrag bei einem kleinen Label, das aber nach einem Jahr mangels Vertrieb schloss. Nach einigen weiteren Aufnahmen und vergeblichen Versuchen, im Musikgeschäft Fuß zu fassen, nahm schließlich Herb Alpert, Trompeter und Mitinhaber von A&M Records, das Duo unter Vertrag: Das Debüt „Offering“ war im November 1969 kein Erfolg, die Single „Ticket to Ride“ erreichte im April 1970 nur Platz 54.

Doch Burt Bacharach hörte den Titel im Radio und lud die beiden ein. Das von ihm komponierte, aber von Richard Carpenter arrangierte „(They Long to Be) Close to You“ wurde im Juni 1970 zum Welterfolg: Nach sechs Wochen stand es auf Platz eins der US-Charts, weltweit verkaufte es sich über drei Millionen Mal.

Mit dem Erfolg kam der Druck. Kritiker wie der legendäre „Rolling Stone“-Autor Lester Bangs schrieben die Carpenters in Grund und Boden und störten sich daran, dass die hübsche Sängerin hinter dem Schlagzeug saß. Das Umfeld reagierte, Karen sollte nach vorne auf die Bühne. „Richard und ich versuchten verzweifelt, sie von den Drums wegzubekommen“, erinnerte sich Manager Sherwin Bash. „Das Schlagzeug war für sie wie ein Schutzschild.“

„Es gab noch nie jemanden wie sie“

1973 stellte Karen einen Personal Trainer ein, nahm Muskelmasse zu, was nicht ihre Absicht war, und begann eine Diät. Ihre Essstörung manifestierte sich. Im September 1975 wog sie nur noch 41 Kilo, erstmals mussten Konzerte abgesagt werden. Ab 1976 liefen die Songs nicht mehr im Radio, die Plattenverkäufe brachen ein. 1980 heiratete Karen den Immobilienentwickler Thomas James Burris, die Ehe scheiterte. 1983 starb sie an den Folgen der Essstörung und einer vermutlich falschen Behandlung, sie wurde nur 32 Jahre alt.

Mit ihrem Tod endeten nicht nur die Carpenters, auch Richard zog sich weitgehend aus dem Business zurück. Ein Soloalbum, „Time“, nahm er ab 1986 auf, eine dauerhafte Solokarriere schloss er aber aus. Stattdessen veröffentlichte er in den 1980er-Jahren drei posthume Alben und kümmerte sich um das Bild des Duos. Wie sehr er jenes steuern wollte, zeigt der Umgang mit Filmen. Todd Haynes' „Superstar: The Karen Carpenter Story“ (1987) wurde 1990 aus dem Verkehr gezogen, nachdem der Regisseur einen von Carpenter angestrengten Rechtsstreit wegen Urheberrechtsverletzung verloren hatte.

Seit dem Tod seiner Schwester Karen tritt Richard Carpenter (Bild von 2006) nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit auf. (Bild: John M. Heller/Getty Images)

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Seit dem Tod seiner Schwester Karen tritt Richard Carpenter (Bild von 2006) nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit auf. (Bild: John M. Heller/Getty Images)

Am TV-Biopic „The Karen Carpenter Story“ (1989) wirkte Richard dagegen selbst mit. Wirklich zufrieden war er mit dem Ergebnis allerdings nicht: Einige Dinge seien „übertrieben“, Karens Kampf mit der Anorexie und seine eigenen Probleme mit Schlaftabletten etwa zu „melodramatisch“ dargestellt worden, sagte er nach der Ausstrahlung. Später äußerte er sich deutlich kritischer über das Projekt und erklärte, dass er seine Mitwirkung am Film als einen seiner größten Fehler betrachte.

Privat fand Carpenter sein Glück: 1984 heiratete er seine Frau Mary, mit der er fünf Kinder hat und die in der Vergangenheit sogar mit ihm bei Carpenters-Gedenkveranstaltungen auf der Bühne standen. Von einigen wenigen öffentlichen Auftritten abgesehen, beschützt er aber vor allem das Andenken an seine Schwester und wird nicht müde, ihr stimmliches Talent zu loben: Wenn er alte Live-Aufnahmen anhöre, sagte er 2022 im Interview mit „Goldmine“, stelle er fest, dass Karen gesanglich „nie einen Fehler gemacht“ habe: „Es gab noch nie jemanden wie sie, und es wird auch nie jemanden wie sie geben.“ Und auf die Frage, was er ihr - wenn sie noch lebte - noch mitteilen würde, antwortete Carpenter: „Ich würde ihr noch einmal sagen, was für eine verdammt großartige Sängerin sie war.“ (tsch)

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