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Verstörende Szene im FlugzeugBekannter „Glücksrad“-Star wird gefeuert

„Wheel of Fortune“-Sprecher Jim Thornton (links) und George Gray („The Price Is Right“) bei den „Voice Arts Awards“.

Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire

„Wheel of Fortune“-Sprecher Jim Thornton (links) und George Gray („The Price Is Right“) bei den „Voice Arts Awards“.

Seit 2010 war Jim Thornton die Stimme der berühmtesten Rateshow der USA. Jetzt hat Sony ihn entlassen. Der Grund: ein übler Vorfall an Bord eines Flugzeugs. Sein Anwalt widerspricht dem.

Dieser Fall sorgt in den USA aktuell für jede Menge Wirbel: Die wohl berühmteste Stimme des Landes sieht sich heftigen Vorwürfen ausgesetzt. An Bord eines Flugzeugs soll er sich in einem Chatroom für Pädophile herumgetrieben haben. 

Es passierte im Mai an Bord von American-Airlines-Flug 1276 von Charlotte nach Los Angeles. Eine Passagierin schaute auf den Laptop des Mannes in ihrer Nähe. Was sie dort sah, ließ sie erschaudern. Sie fotografierte die Szene, inklusive Bildschirm, und gab die Aufnahmen an die Crew weiter.

Der Kapitän informierte anschließend die Behörden. Als die Maschine in Los Angeles landete, wartete die Polizei schon am Flugzeug. Pikant: Der Mann am Laptop war Jim Thornton (61), seit 2010 Sprecher bei „Wheel of Fortune“ (der US-Version vom Glücksrad). Der unfassbare Vorwurf: Die Fotos der Passagierin sollen darauf hindeuten, dass sich Thornton in einem Chatraum für Pädophile aufgehalten hat.

Eine der Nachrichten lautete nach Angaben der Passagierin: „Ein paar süße Jungs und ein heißes kleines Mädchen.“ Eine andere: „All-you-can-eat Boyfett“ – gemeint war wohl ein Restaurant, in dem man Minderjährige finden könne. In einer weiteren Nachricht tauchte das Kürzel „CP“ auf. Die Passagierin ging davon aus, dass es für das englische Wort für Kinderpornografie stand. Das Portal „TMZ“ hat die Fotos der Frau veröffentlicht.

„Mein Klient hat nichts falsch gemacht“

Thorntons Anwältin Allison Hart widerspricht der Deutung deutlich. Ihr Mandant sei „auf ein Forum mit einer ähnlichen Internetadresse fehlgeleitet“ worden. Thornton habe vor zwei Jahren ein enges Familienmitglied durch Suizid verloren und sich seither in der Suizidprävention engagiert. Er habe „Zeit in Chaträumen verbracht, in denen Menschen mit Suizidgedanken Unterstützung angeboten wird“.

Er habe entsprechende Internetseiten und deren Chatforen besucht. Von einem Bekannten aus der Suizidprävention habe er einen Link zu einer anderen Adresse erhalten. Diese Seite richtet sich an Menschen mit pädophilen Gedanken und hat mit der Suizid-Hotline nichts zu tun. Thornton habe nicht gewusst, dass die Seite vorgibt, „psychische Unterstützung für Menschen mit pädophilen Gedanken anzubieten“.

Als Thornton verstand, worum es auf der Website ging, habe er die Seite sofort verlassen und „sie seither nicht wieder besucht“, schreibt die Anwältin. Die Seite sei weder rechtswidrig noch gebe es dort rechtswidrige Inhalte, ihr Klient habe niemals Kinderpornografie angesehen, heruntergeladen oder konsumiert.

Laut „TMZ“ deuten die Zeitstempel auf den Fotos allerdings darauf hin, dass Thornton mindestens 57 Minuten in dem Chatraum war. Festgenommen oder angeklagt wurde er nicht. Die Polizei habe nach dem Gespräch am Flughafen festgestellt, dass keine Straftat vorlag, so seine Anwältin. Ihr Fazit: „Mein Klient hat nichts falsch gemacht.“

Sony zieht die Konsequenz

Sony Pictures Television suspendierte Thornton dennoch am 1. September und begann, seine Rolle neu zu besetzen. Laut Berichten schneide ihn die Produktion bereits aus fertigen Folgen der neuen Staffel heraus. Am 4. September wurde der Sprecher dann gänzlich entlassen.

„Nach einer gründlichen Untersuchung wurde das Arbeitsverhältnis von Jim Thornton mit Wheel of Fortune mit sofortiger Wirkung beendet“, teilte ein Sprecher von Sony Pictures Television mit. (mg)

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