Hitchcocks erster Hollywood-Film: In „Rebecca“ kämpft eine junge Frau gegen den übermächtigen Geist der verstorbenen Ehefrau eines Aristokraten.
TV-TippMit diesem vergessenen Meisterwerk schaffte Kult-Regisseur seinen Durchbruch in Hollywood

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Maxim (Laurence Olivier) offenbart seiner neuen Frau (Joan Fontaine) das dunkle Geheimnis seiner ersten Ehe. (Bild: Walt Disney Company)
1939 verkaufte Alfred Hitchcock seinen Londoner Besitz und folgte einer Einladung des berühmten Hollywood-Produzenten David O. Selznick in die USA. Ursprünglich sollte er für dessen Produktionsfirma einen Film über den Untergang der Titanic drehen, doch dann bat ihn Selznick, Daphne du Mauriers Roman „Rebecca“ zu verfilmen, woran er die Rechte erworben hatte. „Rebecca“ (Sonntag, 1. November, 20.15 Uhr, ARTE) wurde Hitchcocks erster Hollywood-Film - und markierte einen Wendepunkt in der Karriere des Regisseurs. Selznick, der Produzent, redete mit und nahm Einfluss, und Selznick war es auch, der schließlich den Oscar für den besten Film des Jahres 1940 gewann, während Hitchcock selbst leer ausging.

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Die heimliche Herrin auf dem Landgut Manderley: Haushälterin Mrs. Danvers (Judith Anderson, rechts) schüchtert ihre neue Vorgesetzte Mrs. de Winter (Joan Fontaine) ein. (Bild: Walt Disney Company)
In England hatte Hitchcock zuletzt nach Gutdünken schalten und walten können, in Hollywood galt der Produzent als eigentlicher Verantwortlicher eines Films, der Regisseur wurde als eine Art Handlanger des Produzenten angesehen. Ein Umstand, der Hitchcock später zum Produzenten seiner eigenen Filme werden ließ. Aber auch Selznick schlug Hitchcock bei seiner „Rebecca“-Verfilmung ein Schnippchen. Es wurde keineswegs ein Monumentalmelodram aus der Vorlage, wie von Selznick nach „Vom Winde verweht“ erhofft, sondern ein Hitchcock-Film mit eigenwilligem Stimmungswechsel.
Faszinierendes Hollywood-Debüt

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Jack Favell (George Sanders, links) und Mrs. Danvers (Judith Anderson, rechts) treiben ein böses Spiel mit der jungen Mrs. de Winter (Joan Fontaine): Sie lassen sie deutlich spüren, dass sie niemals an ihre Vorgängerin heranreichen wird. (Bild: Walt Disney Company)
Wie in einem Traum gleitet zu Beginn die Kamera auf einen hochherrschaftlichen Landsitz in Cornwall zu und fährt mühelos durch ein Tor ins Innere des Landsitzes hinein. Dann erweist sich das Haus als Ruine, überwuchert von Pflanzen - der Weg führt in die Tiefe des Unbewussten.
Es könnte die Perspektive der jungen Amerikanerin (Joan Fontaine) sein, die an der französischen Riviera den jungen britischen Witwer und Aristokraten Maxim de Winter (Lawrence Olivier) kennenlernt. De Winter verliebt sich in die junge Frau, heiratet sie und nimmt sie mit auf seinen Landsitz Manderlay. Während sich de Winter weigert, über seine unter merkwürdigen Umständen verstorbene Frau Rebecca zu sprechen, führt auf Manderlay die strenge Haushälterin Mrs. Danvers (Judith Anderson) das Regiment und lässt die neue Mrs. de Winter spüren, dass sie niemals mit dem Glanz der früheren Herrin konkurrieren kann. Die Neue muss sich stets am Geist ihrer Vorgängerin messen lassen. Doch dann verändert die Entdeckung einer gesunkenen Yacht am Ufer des Landsitzes die Sicht auf die Dinge ...
Mit der Verfilmung des romantischen Schauerromans fand Hitchcock einen faszinierenden Einstieg in Hollywood. Um den Film ranken sich naturgemäß Legenden. So soll Hitchcock unter anderem Oliviers Weigerung, mit Joan Fontaine zu filmen (er wollte als Partnerin lieber Vivien Leigh), dazu benutzt haben, ihr die Ablehnung des gesamten Teams zu übermitteln. Joan Fontaine wirkte daraufhin verunsichert und schüchtern - so wie Hitchcock sie im Film haben wollte. Letztlich bekam „Rebecca“ auch aufgrund dieser Besetzung seinen britischen, geheimnisvollen Hitchcock-Touch. (tsch)
