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TV-TippDieser zu Unrecht oft übersehene 90er-Jahre-Western läuft im Free-TV

Apachen-Häuptling Geronimo (Wes Studi, links) wird von Lt. Charles Gatewood (Jason Patric) in seinem Kampf für Gerechtigkeit unterstützt. (Bild: ZDF/Sam Emerson)

Copyright: ZDF/Sam Emerson

Apachen-Häuptling Geronimo (Wes Studi, links) wird von Lt. Charles Gatewood (Jason Patric) in seinem Kampf für Gerechtigkeit unterstützt. (Bild: ZDF/Sam Emerson)

Eine echte Legende: Walter Hills Verfilmung des Lebens des Apachen-Häuptlings überzeugt mit ihrer Authentizität.

Der Kontrast zweier Kulturen als Mittelpunkt eines Westerns ist nichts Neues. Ebenso wenig eine Verfilmung der Lebensgeschichte des legendären Apachen-Anführers Geronimo, die das Kino bereits 16 Mal präsentierte. Trotzdem: Walter Hill (“Nur 48 Stunden“, „Last Man Standing“) inszenierte 1993 eine ebenso packende wie bedrückende Neu-Version, die mit den großen Werken der Western-Renaissance (“Der mit dem Wolf tanzt“, „Der letzte Mohikaner“) durchaus mithalten kann. Am Samstag, 8. August, um 21.40 Uhr, zeigt ZDFneo den Film, der viel zu selten im deutschen Fernsehen läuft.

Der Western konzentriert sich auf die letzten Monate, in denen die US Army gegen Geronimo zu Felde zog: Historischer Hintergrund der Handlung ist die Kapitulation des Häuptlings am 5. Dezember 1886 an der Grenze zwischen Arizona und Mexiko, wo er sich mit den letzten rund 30 verbliebenen Getreuen einem Aufgebot der US-Kavallerie ergeben musste.

Wohl wissend, dass er keiner gerechten Sache dient, verfolgt General Crook (Gene Hackman, rechts) mit Hilfe des Fährtenlesers Al Sieber (Robert Duvall) den unbeugsamen Geronimo und seine letzten Krieger. (Bild: ZDF/Sam Emerson)

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Wohl wissend, dass er keiner gerechten Sache dient, verfolgt General Crook (Gene Hackman, rechts) mit Hilfe des Fährtenlesers Al Sieber (Robert Duvall) den unbeugsamen Geronimo und seine letzten Krieger. (Bild: ZDF/Sam Emerson)

Fünf Jahre hatte der Apachen-Anführer zuvor gegen seine weißen Widersacher gekämpft. Bemerkenswert dabei: Auch jene, die Geronimo im Regierungsauftrag zu jagen hatten, erkennen sich letztlich als Werkzeuge einer gescheiterten Politik - allen voran der junge Lieutenant Charles Gatewood (Jason Patric) und sein Vorgesetzter General Crook (Gene Hackman), für die der Sieg über Geronimo einen schalen Beigeschmack hinterlässt.

Hills Verfilmung ist authentisch stark

Dass der Indigene dabei als stolze, überlegene, ja fast schon mythische Figur dargestellt wird, ist historisch belegt, nachdem von ihm selbst noch gut erhaltenen Unterlagen existieren, ebenso wie von seinen Verfolgern in der Army. So hat Walter Hills Film seine Stärken vor allem in weitgehender Authentizität, nur wenige Begebenheiten wurden aus dramaturgischen Gründen leicht abgewandelt.

Der Versuch, durch eigenwillige Kameraführung die Geschichte „anders“ darzustellen, ist indes etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach einiger Zeit gut. Man merkt deutlich, dass Walter Hill seine Erfahrungen nicht im Western-, sondern eher im Action-Genre machte und das „Geronimo“ für ihn so eine Art Herzensangelegenheit war.

Der Reiz der von Legenden umwobenen Führungsperson wird in erster Linie durch das Spiel des Geronimo-Darstellers Wes Studi vermittelt, der als erfahrener und überzeugender Darsteller von indigenen Rollen gilt. Kredibilität, die an seiner Herkunft liegen dürfte: Im richtigen Leben ist er Angehöriger des Cherokee-Stammes. Sein zurückhaltendes Spiel gibt dem Film beinahe dokumentarischen Charakter und liefert reflektierte sachliche Aufklärung über das Leben eines stolzen Mannes, der sich, auch mit Mitteln der Gewalt, gegen die Unterdrückung durch den weißen Mann wandte und dabei tragisch scheiterte. (tsch)

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