Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

TV-TippDiese umstrittene Fortsetzung eines Abenteuerfilm-Meisterwerks ist viel besser als ihr Ruf

Gestatten, Henry Jones Jr. (Harrison Ford), Professor für Archäologie auf seiner Exkursion zum „Tempel des Todes“. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Copyright: ProSieben / Paramount Pictures

Gestatten, Henry Jones Jr. (Harrison Ford), Professor für Archäologie auf seiner Exkursion zum „Tempel des Todes“. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Der vermeintlich schwächste Teil der „Indiana Jones“-Saga ist in Wahrheit der unterhaltsamste. ProSieben zeigt den Film aus dem Jahr 1984 nun zur Primetime.

Im gruseligen zweiten Indy-Abenteuer geht's ziemlich düster zu: Das bekommt auch Shorty (Jonathan Ke Quan) am eigenen Leibe zu spüren. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Copyright: ProSieben / Paramount Pictures

Im gruseligen zweiten Indy-Abenteuer geht's ziemlich düster zu: Das bekommt auch Shorty (Jonathan Ke Quan) am eigenen Leibe zu spüren. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Am zweiten Teil der ursprünglichen Trilogie um den Peitsche schwingenden Archäologie-Professor scheiden sich die Geister. Wie das sprichwörtliche „Sandwich“-Kind leidet „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ (1984), nun wieder einmal bei ProSieben im Programm, in den Augen vieler Kritiker unter einer gewissen Vernachlässigung, nämlich der Charaktere und der Story. Den Genuss am Spektakel mildert dies aber kaum. Eines kann dem Film, den ProSieben am Montag, 26. Oktober um 20.15 Uhr wiederholt, nämlich nicht vorgeworfen werden: dass er langweilig wäre. Er schickt den Zuschauer auf eine temporeiche Reise und gönnt ihm dabei kaum Verschnaufpausen.

Der Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri, rechts) will Indy (Harrison Ford) nicht nur an die Gurgel, sondern auch ans Herz. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Copyright: ProSieben / Paramount Pictures

Der Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri, rechts) will Indy (Harrison Ford) nicht nur an die Gurgel, sondern auch ans Herz. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Regisseur Steven Spielberg selbst bezeichnete diesen Teil seiner Saga als den schwächsten. Für seinen Geschmack sei er zu düster geworden, zu humorlos und - zu schnell. Tatsächlich glänzt „Der Tempel des Todes“ durch flotte Schnitte, ekliges Geziefer und besonders bösartige Charaktere. Zeitlich spielt er 1935, also vor den beiden anderen Teilen, und die Bösewichte sind nicht die Nazis, sondern indische Sektenanhänger.

Ein großer Abenteuerklassiker

Was sich liebt, das neckt sich: Zu Beginn sind sich Indy (Harrison Ford, nicht im Bild) und die extrovertierte Sängerin Willie Scott (Kate Capshaw) gar nicht grün. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Copyright: ProSieben / Paramount Pictures

Was sich liebt, das neckt sich: Zu Beginn sind sich Indy (Harrison Ford, nicht im Bild) und die extrovertierte Sängerin Willie Scott (Kate Capshaw) gar nicht grün. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Auf Elefanten machen sich Indy (Harrison Ford, links) und Shorty (Jonathan Ke Quan) auf den Weg zum Palast des Maharadschas von Pankot. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Copyright: ProSieben / Paramount Pictures

Auf Elefanten machen sich Indy (Harrison Ford, links) und Shorty (Jonathan Ke Quan) auf den Weg zum Palast des Maharadschas von Pankot. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Diese beten die Göttin Kali an und arbeiten an der Beschaffung der mystischen Sankhara-Steine, die ihrem Besitzer übernatürliche Kräfte verleihen. Nach solchen strebt Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri), und um sich Kalis Gunst zu versichern, hält er Menschenopfer-Zeremonien ab. Als Indiana Jones (Harrison Ford), mehr zufällig als geplant, nach einer actionreichen Einstiegssequenz aus Shanghai flieht - mit seinem Kumpanen Shorty (Jonathan Ke Quan) und Sängerin Willie (Kate Capshaw) im Schlepptau - und in einem indischen Dorf aufschlägt, bietet er dem hiesigen Shamanen sofort seine Hilfe gegen die düsteren Gesellen an.

Die Sankhara-Steine sind das Objekt der Begierde in Teil 2. Zumindest was den Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri, links) angeht. Indy (Harrison Ford) hat allerlei Probleme dabei, sich den Fiesling vom Leib zu schaffen. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Copyright: ProSieben / Paramount Pictures

Die Sankhara-Steine sind das Objekt der Begierde in Teil 2. Zumindest was den Hohepriester Mola Ram (Amrish Puri, links) angeht. Indy (Harrison Ford) hat allerlei Probleme dabei, sich den Fiesling vom Leib zu schaffen. (Bild: ProSieben / Paramount Pictures)

Die hysterische Figur Willie Scotts ist vielen Fans auch heute noch ein Dorn im Auge. Das permanente Geschrei der klassischen Jungfrau in Nöten ist auch nur schwer zu ertragen. Im direkten Vergleich mit der emanzipierten Marion (Karen Allen) aus Teil eins zieht die nur wenig selbständige Willie klar den Kürzeren.

Doch davon abgesehen wimmelt es von populär gewordenen Szenen: Neben dem Gala-Dinner beim Maharadscha (es gibt Affenhirn auf Eis) ist die spektakuläre Fahrt mit der Lore zu nennen, die auch ohne Computereffekte ein Knaller ist. Was jedoch ein wenig fehlt, ist jener Indy-typische Hauch von Mystik, der im Originalfilm und im dritten Teil viel präsenter ist. Nichtsdestoweniger ist „Der Tempel des Todes“ aber auch heute noch einer der großen Abenteuerklassiker. (tsch)