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Er drehte mit George Clooney Deutscher TV-Star lüftet haariges Geheimnis

Michael Brandner bei einem Photocall für "Hubert ohne Staller" am 3. November 2021 in München.

Ging nie den geraden Weg im Leben, bereut das aber auch nicht: Schauspieler Michael Brandner, aufgenommen am 3. November 2021 in München.

In über 200 Filmen und TV-Produktionen hat Michael Brandner mitgewirkt. Sogar mit den Hollywood-Stars George Clooney und Bill Murray hat er gearbeitet. 

TV-Star Michael Brandner (71), einer der meistbeschäftigten Schauspieler Deutschlands (über 200 Film- und TV-Rollen), hat den Roman seiner Generation geschrieben: „Kerl aus Koks“.

Nun hat der Schauspieler und jetzt auch Buchautor ausführlich über haarige Finten, frühe Berufswünsche, Dreharbeiten mit großen Hollywoodstars und die eigene Kindheit, die nicht immer leicht war, gesprochen.

Zum Talk über den berührenden Bestseller „Kerl aus Koks“ (Ullstein Verlag, 23,99 Euro) traf sich Michael Brandner mit EXPRESS.de im Kölner Savoy Hotel. Und erzählte uns von seiner wilden Jugend im Pott und von dem Film, um den ihn alle beneiden...

Michael Brandner: Von Clooney zu „Hubert und/ohne Staller“

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Sie haben vor rund zehn Jahren in der internationalen Produktion „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ mitgemischt. Regie führte Superstar George Clooney, der auch die Hauptrolle hatte. Wie war’s?
Michael Brandner: Man darf mich darum beneiden. Es war ein wundervoller Dreh. Die Leute aus Hollywood sind so freundliche, herzenswarme Menschen! Bei dem Nimbus, den die haben, glaubt man das kaum! Wobei ich George nur als Regisseur erlebt habe, mein direkter Partner war Bill Murray, dessen Zahnarzt ich spielte. Ich habe ihn erst mit einem Hammer bearbeitet und ihm dann einen vereiterten Zahn gezogen. Ich glaube, ich kann auf diese Arbeit sehr stolz sein. Bill ist ja bekannt für seine skurrilen Zahnarztszenen.

Und wie war Clooney als Regisseur? Abgehoben? Arrogant?
Michael Brandner: Ganz im Gegenteil. Er gab einem sofort das Gefühl, zu Hause zu sein. Ich habe nur einmal bei ihm vorgespielt, dann die Rolle bekommen. Er meinte: „Mach, was du willst! Ich finde es toll, wie du das machst!“ Ich gebe zu, dass man mir damals das Lächeln aus dem Gesicht operieren musste, so glücklich war ich.

Hätten Sie auch gern Glanz und Popularität, die Clooney oder Murray erreicht haben?
Michael Brandner: Ich war mit George in England und Deutschland unterwegs und weiß seitdem, dass das nichts für mich wäre. Er kann nirgendwo hingehen, ohne dass die Leute ausflippen. Das ist ein Gekreische und Gejohle wie einst bei den Beatles. Er muss sich komplett verkleiden, wenn er irgendwas unternehmen will. Das ist wirklich kein leichtes Leben.

Haben Sie früher von Hollywood geträumt?
Michael Brandner: Nein. Hollywood spielte in meinen kindlichen Träumen keine Rolle, ich habe damals auch noch nicht vorgehabt, Schauspieler zu werden. Ich bin in diesen Beruf erst sehr spät reingerutscht, habe bis dahin viele Dinge gemacht, die nichts damit zu tun hatten. Alles war reiner Zufall. Aber als es dann soweit war, habe ich schnell gemerkt, wie viel Spaß es mir macht.

Michael Brandner und Horst Stellmacher auf einem undatierten Foto aus 2022 in Köln.

Michael Brandner beim spätsommerlichen Talk mit EXPRESS-Reporter Horst Stellmacher im Kölner Savoy Hotel.

Was wollten Sie werden?
Michael Brandner: Dirigent! Ich habe als Kind immer vorm Radio gestanden, die Musik gehört, dazu dirigiert. Damals hörte man vor allem Operetten, ich habe die Lieder bis heute nicht vergessen. Meinem Freund Christian Tramitz geht es ebenso. In den Drehpausen von „Hubert ohne Staller“ sitzen wir oft zusammen, erinnern uns an die Melodien und Texte. Dass man in seinem Hirn für so was noch Platz hat!

Sie waren als junger Mann unstet. Als Schauspieler landeten Sie in einer anderen Welt. Wie sind Sie damit klargekommen?
Michael Brandner: So schlimm war es für mich nicht, ich habe sehr schnell sehr viel gelernt und mich gut umstellen können. Ich hatte das große Glück, in einer Zeit in die Schauspielerei zu kommen, in der die Achtung voreinander noch sprichwörtlich war. Es wurde noch gesiezt, die verschiedenen Hierarchien, die in diesem Gewerbe sein müssen, wurden noch beachtet und eingehalten. Heute ist vieles anders – nicht unbedingt besser.

Heute sind Sie einer der meistbeschäftigten Schauspieler. Woher haben Sie die Zeit für Ihre Biografie genommen?
Michael Brandner: Das ging gut, weil ich in letzter Zeit einige Ehrenämter und zeitraubende Jobs abgegeben habe. Übrigens: „Kerl aus Koks“ ist keine Biografie. Die zu schreiben, wäre mir zu langweilig geworden, die kann man auch googeln. Das Buch ist ein Roman: Einiges davon habe ich selbst erlebt, anderes ist reine Fantasie, mit vielen anderen guten Geschichten versehen, die ich von meinen Verwandten und Freunden kannte. Es ist die Geschichte meiner Generation.

In einer der witzigsten Szenen beschreiben Sie Ihre Zeit beim damaligen Bundesgrenzschutz – mit haarigen Details. Selbst erlebt oder abgeguckt? 
Michael Brandner: Selbst erlebt. Nach meiner Einberufung sollte ich sofort zum Friseur, der meine Haarpracht (auf die ich so stolz war) zum Kurzhaarschnitt ändern sollte. Ich habe mir eine Kurzhaarperücke besorgt. Wenn ich im Dienst war, zog ich sie über. Abends beim Ausgehen, zog ich sie wieder ab, das Haar wallte.

Reimund Girwidz (Michael Brandner, l-r), Franz Hubert (Christian Tramitz) und Sabine Kaiser (Katharina Müller-Elmau) in einer Szene der Serie «Hubert ohne Staller» (undatierte Aufnahme).

Michael Brandner als Reimund Girwidz mit seinen Kollegen Christian Tramitz und Katharina Müller-Elmau in „Hubert ohne Staller“.

Sind Sie so durchgekommen?
Michael Brandner: Leider nicht sehr lange. Nur bis ich nachts unserem Major über den Weg lief, der unglaublich wütend war. Bereits am nächsten Tag musste ich mich beim Friseur melden, die Mähne fiel.

Was halten Sie für die wichtigste Aussage Ihres Buches?
Michael Brandner: Dass man durchaus ein gutes Leben führen kann, ohne zielstrebig zu sein. Ich glaube, dass die heutige Zeit darunter leidet, dass man überall nur noch Prioritäten kennt. Alles ist nur noch wichtig. Dem darf man sein Leben nicht unterordnen, man muss auch den Nebensächlichkeiten ihren Auftritt lassen, die sind das Salz in der Suppe.

Auffallend ist im Buch, dass Eltern nicht so gut wegkommen...
Michael Brandner: Das stimmt. Ich glaube, dass das Durchschneiden der Nabelschnur nie wirklich passiert. Mir sind im Leben selten erwachsene, selbstständige Menschen begegnet. Die meisten sind nur große Kinder, die immer noch ihre Verletzungen aus der Kindheit pflegen, nie Frieden mit ihren Eltern schließen konnten.

Wie war das bei Ihnen?
Michael Brandner: Ich kenne das. Ich lebte als Kind erst bei Onkel und Tante in Augsburg. Als ich vier war, holte mich meine Mutter nach Dortmund. Das Verhältnis zu ihr ist nie gut geworden. Ein herzliches Miteinander hat es leider zwischen uns nie gegeben. Sie hatte ihren eigenen Kopf, ihre besonderen Ansprüche, die ich ihr nicht erfüllen konnte. Ganz wichtig war ihr die Frage: „Was sagen die Nachbarn?“ Glücklicherweise sind wir noch im Frieden miteinander gewesen, ehe sie gestorben ist. Es gab keine Fragen mehr. Es war nichts offen.

Michael Brandners Bestseller "Kerl aus Koks"

Das Titelbild von „Kerl aus Koks“, mit dem Buch landete Michael Brandner gerade einen Bestseller.

Sie sind vom Ruhrgebiet geprägt, leben jetzt in München. Wo ist Ihre Heimat?
Michael Brandner: Den Begriff Heimat gibt es im Deutschen nicht in der Mehrzahl, man kann demnach nur eine haben. Ich habe nichts, woran ich da festhalten müsste. Das einzige, was mich interessiert, sind die Seelen der Leute, die ich liebe. Das ist Heimat.

Michael Brandner: Mit einer Ruhrpott-Saga gelang ihm der Durchbruch

Michael Brandner (geboren am 22. November 1951 in Augsburg) wuchs in Dortmund auf. Er ist ausgebildeter Schreiner und technischer Zeichner. Gründete mit Freunden eine Laienbühne in Dortmund, auf die der Bochumer Theater-Intendant Peter Zadek (1926 – 2009) aufmerksam wurde. Durchbruch im TV mit der Ruhrpottsaga „Rote Erde“. Erste Kinorollen in „Leo und Claire“ und „Was nicht passt, wird passend gemacht“.

Hat in über 200 Filmen und TV-Produktionen mitgewirkt. Seit 2002 ist er in den Serien „Hubert und Staller“ und „Hubert ohne Staller“ dabei. Er ist Ehrenpräsident des Berufsverbandes Schauspiel (BFFS). Brandner ist seit 1997 mit Schauspielagentin Karin Brandner (60) verheiratet, hat einen Sohn. Die Familie wohnt in München.

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