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Neuer Fall Dämonen, Exorzismus, toter Priester – im Wiener „Tatort“ wird es gruselig

Kommissarin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und ihr Kollege Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in einer Szene aus „Tatort: Das Tor zur Hölle“

Kommissarin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und ihr Kollege Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in einer Szene aus „Tatort: Das Tor zur Hölle“, der am 2. Oktober 2022 erstmals im TV ausgestrahlt wird. 

Viele „Tatort“-Folgen aus Wien ziehen ihre Spannung aus klassischer Tätersuche – Spuren, Wendungen, Finale. Diesmal ist das Strickmuster anders. Bei „Tor zur Hölle“ wird die Metropole zum Zentrum des Bösen.

Ein Priester liegt tot auf einer Treppe in der Wiener Innenstadt. Es stellt sich heraus, dass er im sogenannten Befreiungsdienst aktiv war – als Exorzist im Auftrag der Kirche.

In „Tor zur Hölle“, dem neuen „Tatort“ aus Wien, (Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste) müssen Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Majorin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) tief in die Szene der Okkultisten eintauchen.

Thomas Roth für Drehbuch und Regie im „Tatort: Tor zur Hölle“ verantwortlich

Konfrontiert mit Teufel, Dämonen, Hexen und Flüchen kommen sie bei der Tätersuche nicht wie sonst Schritt für Schritt voran oder auf eine falsche Spur.

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Um Spannung zu erzeugen, setzt Thomas Roth (Drehbuch und Regie) vielmehr ganz auf spukhafte Atmosphäre, in der Bilder von der Wand fallen, sich Wasser in Blut verwandelt und erhängte Frauen plötzlich die Hand ausstrecken.

Maresi Riegner spielt im „Tatort“ die ominöse Nathalie

In den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt die ominöse Nathalie (Maresi Riegner). Sie scheint von einem Dämon besessen und war vom ermordeten Priester erfolglos behandelt worden. Anfallsartig spricht sie Latein, zerbricht mit übermenschlichen Kräften Stuhlbeine und ernährt sich zum Entsetzen von Eisner und Fellner von Hundefutter.

Doch Nathalie scheint kein sinnvolles Motiv zu haben, das sie zu einer Verdächtigen abstempelt. Überhaupt kennzeichnet die Story ein Mangel an Gründen für einen Mord. Oberst Ernst Rauter (Hubert Kramar) kommentiert flapsig, die beiden Ermittler sollten mal eine Pause machen, „sonst bringt euch dieser Fall noch in Teufels Küche“.

„Das war schon spooky,“ sagt Majorin Bibi Fellner

In der Tat hat die Auseinandersetzung mit der okkulten Szene bei Fellner eine tiefere Wirkung. Sie weckt verstörende Erinnerungen an ihre Großmutter. Diese habe solche Geisterbeschwörungen in ihrem Haus organisiert, erzählt sie dem Freund und Kollegen Eisner.

„Das war schon spooky“, erinnert sie sich an Momente, die sie als Kind bei ihrer Oma erlebt hat. Der Teufel ist in den Augen der Szene, der ihre Großmutter angehörte, ein mächtiger Motor für Unfrieden, Gewalt, Zerstörung und Angst. „Der Krieg in Syrien zum Beispiel, da haben wir schon einen Beweis für die Existenz des Teufels“, sagt die zwielichtige Exorzismus-Forscherin Tea Berkovic (Angela Gregovic).

Eine Hilfe bei den Ermittlungen scheint der ehemalige Zuhälter Günther Dambusch zu sein. Der österreichische Kabarettist Roland Düringer glänzt in dieser Rolle eines Menschen, der sich aus Angst vor einem Fluch von der Rotlicht-Szene losgesagt und ganz dem Geister-Leben hingegeben hat. Der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele Sven Eric Bechtolf spielt sehr überzeugend den Psychiater August Sittsam, der die Kirche bei Exorzismen berät.

Wien-Reisende haben nach diesem „Tatort“ jedenfalls ein neues mögliches Ziel. Das „Tor zur Hölle“ soll ausgerechnet in der für ihre Beschaulichkeit gerühmten Metropole liegen – und zwar in der Nähe des Stephansdoms. (dpa)

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