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Interview

„Einfach überwältigend“Tote Musiklegenden kehren auf die Showbühne zurück

Samu Haber singt zusammen mit Freddie Mercury auf der Bühne.

Copyright: Joyn/Julia Feldhagen

Samu Haber (l.) performt zusammen mit Freddie Mercury den Hit „Fairytale Gone Bad“. Die moderne Technik macht dies in der neuen TV-Show „Staying Alive“ möglich.

Aktualisiert:

Samu Haber, die No Angels, Alvaro Soler und Sasha stehen in der neuen TV-Show „Staying Alive“ mit Elvis Presley, Whitney Houston, Amy Winehouse und Freddie Mercury auf einer Bühne.

Diese Show wird für Gesprächsstoff sorgen. Die größten Stimmen der Musikgeschichte kehren zurück auf die Bühne. Das Besondere: Die Legenden leben alle nicht mehr, singen aber aktuelle Hits.

Die neue Musikshow „Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ schafft an zwei Samstagen auf ProSieben das Unmögliche. Samu Haber, die No Angels, Alvaro Soler und Sasha performen auf der Bühne mit Elvis Presley, Whitney Houston, Amy Winehouse und Freddie Mercury.

„Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ neu auf ProSieben

Sie interpretieren zusammen ihre eigenen Hits und die größten Songs der Musiklegenden der Vergangenheit. Möglich macht das modernste Hologramm- und KI-Technik. Am Ende darf das Publikum das „Legenden-Duett des Abends“ küren.

Aufgezeichnet wurde „Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ in den Kölner MMC-Studios. Am Samstag (25. April 2026) und eine Woche später ist die Show jeweils um 20.15 Uhr auf ProSieben und auf Joyn zu erleben.

„Fragen Sie nicht, wie es funktioniert. Es funktioniert“, sagt Moderator Thore Schölermann. „Es wird Gänsehaut pur. Ein Traum wird Wirklichkeit.“ EXPRESS.de sah vorab die erste Ausgabe und sprach mit No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska (50) und Ex-Sunrise-Avenue-Frontmann Samu Haber (50).

Die No Angels singen zusammen mit Elvis Presley auf der Bühne.

Copyright: Joyn/Willi Weber

Popstars zusammen mit dem King of Rock ’n’ Roll: Die No Angels sangen ihren Mega-Hit „Daylight in Your Eyes“ zusammen mit Elvis Presley.

Die No Angels singen „I Will Always Love You“ mit Whitney Houston und „Daylight in Your Eyes“ mit Elvis Presley. Samu Haber interpretiert „A Little Less Conversation“ mit dem King und „Hollywood Hills“ mit der Queen of Soul.

Ihr macht beide seit über 40 Jahren Musik. Wie hat sich diese Erfahrung angefühlt?

Samu Haber: Mich hat die Anfrage im vergangenen September erreicht. Ich wollte nach einem anstrengenden Festival-Sommer mit 37 Auftritten eigentlich nichts machen. Aber als ich das Konzept gelesen habe, wusste ich, dass ich dabei sein muss. So etwas hat es noch nie gegeben.

Lucy Diakovska: Es war fast schon überfordernd, so bewegend hat sich das in dem Moment angefühlt. Die Stimmen der Legenden mit den eigenen zu hören, ist einfach überwältigend. Diese Musik ist unsterblich und wir wurden in diese Zeit zurückversetzt.

Alvaro Soler singt zusammen mit Elvis Presley auf der Bühne.

Copyright: Joyn/Willi Weber

Alvaro Soler im Duett mit Elvis Presley. Was in der Realität nicht möglich ist, schaffte die KI.

Nach einigen Auftritten fließen Tränen. Wieso hat euch das emotional so berührt, obwohl es ein Technik-Trick ist?

Lucy Diakovska: Das ist die Magie, die Musik auslöst. Das Wissen ist das eine. Wenn du aber mittendrin bist, fühlt es sich ganz anders an. Es war eine Erfahrung wie zuvor keine andere für uns. Jede von uns ist in ihre Vergangenheit zurückgekehrt und wir haben gespürt, welche Leere der Tod dieser Ikonen hinterlassen hat.

Samu Haber: Als ich in meinem Auto die erste Version von meinem Duett mit Whitney gehört habe, musste ich auf der Autobahn in Finnland anhalten, weil mir so die Tränen kamen. Es ist einfach unglaublich, dass ich höre, wie diese Ausnahmekünstler meine Titel singen. Ich musste immer wieder daran denken, wie viel diese Legenden uns gegeben haben. Ich habe als einfacher Kerl aus Finnland nie Whitney kennenlernen dürfen, aber sie hat mich so beeinflusst.

Welche Berührungspunkte habt ihr zu den Legenden, mit denen ihr dort singt?

Samu Haber: Da gibt es viele. 2011 wollte uns mit Sunrise Avenue einfach kein Durchbruch gelingen. Die Plattenfirma hat mich zu Aufnahmen nach Hollywood geschickt. Dort wollte ich mit Jude Freedman und Allen Rich, die Whitneys „Bodyguard“-Album produziert haben, arbeiten. Doch die lehnten das ab. Auf meinem Balkon habe ich frustriert die Zeilen geschrieben: „Bye Bye Hollywood Hills, I’m gonna miss you.“ Ich habe als Vierjähriger schon den Hüftschwung von Elvis geübt, bin Kampfsportfan, wie er es war. Mein Hund hieß Elvis, wir hatten beide beim Militär den Rang Sergeant. Die erste Platte, die ich mir gekauft habe, war „A Kind of Magic“ von Queen. Sie war wie eine Droge für mich.

Samu Haber steht mit seiner Gitarre auf der Bühne.

Copyright: Joyn/Julia Feldhagen

Samu Haber genoss die ungewöhnlichen Duette, die die moderne Technik ihm möglich machte.

Lucy Diakovska: Whitney hat jede von uns auf die Bühne gebracht. Sie war unsere Königin. Wir wurden von ihr und Mariah Carey enorm beeinflusst, unseren Weg zu gehen. Für meine Mutter waren Queen die „Pop-Götter“. Ich habe lange ein Musical gespielt, das mit „Somebody to Love“ endete. Sandy Mölling hat beim ersten Casting für „Popstars“ „Bohemian Rhapsody“ gesungen.

Wie liefen die Duette denn in der Umsetzung ab?

Lucy Diakovska: Das war wirklich nicht einfach. Im Vorfeld gab es einen Workshop, um zu überlegen, wie man die Songs unter uns als Band aufteilt. Ich habe die Songs für uns komplett neu arrangiert. Für die Einzelkünstler Sasha, Alvaro und Samu ist es anders, ein Duett zu singen, als für uns als Band. „I Will Always Love You“ war immer ein Song für einen Einzelkünstler, ohne Chöre. Das ist schwer, das Lied so aufzuteilen, damit jeder einen Glanzmoment hat. Ich bin so stolz, auch auf mich, dass wir Whitney würdig waren in dieser Darstellung. Es war ganz klar, dass wir die Lieder dieser Stars auf keinen Fall verbiegen dürfen.

Samu Haber: Obwohl ich wusste, dass Whitney nicht da war, fühlte es sich so an, als sei sie da. Toll ist, dass die Legenden respektvoll behandelt werden und das Denkmal nicht zerstört wird. Für mich bekommt die Show zehn von zehn Punkten.

Lucy Diakovska von den No Angels singt auf der Bühne.

Copyright: Joyn/Julia Feldhagen

Lucy Diakovska arrangierte die Stimmen für die No Angels neu, damit sie mit dem Gesang der Legenden harmonierten.

Lucy Diakovska: Das ist kein Hologramm und keine nachträgliche Computer-Animation. Da standen Menschen mit uns auf der Bühne, die sich mit Wesen, Art und Stimme der Legende sehr gut auskennen. Die Darstellung funktioniert schließlich als Kombination verschiedener audiovisueller Technologien. Wir konnten auf der Bühne die Stimme hören und auf den LED-Leinwänden das Endergebnis sehen, wie die Legende zum Leben erweckt wurde.

Macht es euch Angst, was durch den Einsatz von Technik und KI inzwischen alles möglich ist?

Samu Haber: Es macht mich auf jeden Fall nachdenklich. In der Musikindustrie, vorwiegend bei Studio-Produktionen, wird schon sehr viel KI genutzt. Aber die Technik steckt 2026 eigentlich noch in den Kinderschuhen. Und wenn man sieht, was da schon möglich ist, gibt das einen Vorgeschmack, wie sich alles entwickeln kann. Wir müssen aufmerksam sein. Aber: Einen Live-Moment wird niemals eine Technik ersetzen können.

Die teilnehmenden Stars der TV-Show „Staying Alive“ stehen im Studio.

Copyright: Joyn/Willi Weber

Produziert wurden die „Staying Alive“-Shows in den MMC-Studios in Köln. Das Publikum war Augenzeuge der technischen Möglichkeiten.

Welche Reaktionen erwartet ihr?

Samu Haber: Ich rechne damit, dass es wieder die übliche Kritik gibt. Aber ich wünsche dem Team, dass die Show ein Erfolg wird. Die Macher haben Monate dafür gearbeitet, dass das Ergebnis so aussieht. Und ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung gibt.

Lucy Diakovska: Als wir gefragt wurden, war es für uns schwer vorstellbar. Aber wir waren bereit, den Kopfsprung vom 10-Meter-Brett zu wagen, obwohl wir nicht wussten, ob unten Wasser ist. Wir hatten schon mal solch einen Sprung, 2008 beim ESC, da war das Schwimmbecken leer. Ich weiß, dass wir das gut hinbekommen haben. Vielleicht denken sich viele beim Anschauen: Mensch, die No Angels gibt es noch und sie haben Lust, eins unserer Konzerte zu besuchen.

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