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Schwitzen mit Melanie CDas sind die Musik-Highlights der Woche

Melanie C setzt auch mit „Sweat“ auf ein schweißtreibendes musikalisches Fitness-Programm. (Bild: Charles Dennington)

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Melanie C setzt auch mit „Sweat“ auf ein schweißtreibendes musikalisches Fitness-Programm. (Bild: Charles Dennington)

Tori Amos, Kacey Musgraves und Melanie C, die mit „Sweat“ den perfekten Soundtrack für die nächste Einheit im Gym liefert: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Lust auf ein richtig schweißtreibendes 40-Minuten-Workout? Nein? Vielleicht mal „Sweat“ von Melanie C auflegen, dann könnte sich das ganz schnell ändern. Auch mit ihrem jüngsten Soloalbum setzt „Sporty Spice“ auf sehr funktionale Dance-Musik, die müde Leiber wieder munter machen soll. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Tori Amos und Kacey Musgraves.

Melanie C - Sweat

Tori Amos erzählt auf „In Times Of Dragons“ eine Geschichte vom Kampf gegen die Tyrannei. (Bild: Kasia Wozniak)

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Tori Amos erzählt auf „In Times Of Dragons“ eine Geschichte vom Kampf gegen die Tyrannei. (Bild: Kasia Wozniak)

„Scary Spice“ (Melanie B), „Baby Spice“ (Emma Bunton), „Ginger Spice“ (Geri Halliwell), „Posh Spice“ (Victoria Beckham): 30 Jahre später wirken die Spitznamen, die den einzelnen Spice Girls damals verpasst wurden, doch ganz schön albern. Plumpe Labels, die mit den Personen dahinter nicht unbedingt viel zu tun hatten. Außer bei Melanie C alias „Sporty Spice“, die seit Jahrzehnten immer wieder eindrucksvoll demonstriert, dass sie das mit Sport und Fitness wirklich ernst meint. Auf dem Cover zu ihrem neuen Soloalbum „Sweat“ zeigt Melanie C (bürgerlich Melanie Chisholm) sich absurd durchtrainiert im Aerobic-Jumpsuit - aber, spannendes Detail, mit High Heels an den Füßen.

Das Album enthält 13 perfekt produzierte Songs, bis auf eine einzige halbwegs entspannte Midtempo-Nummer kurz vor Schluss (“One Track Mind“) könnten sie alle bei einer High-Performance-Einheit im Gym laufen. „Sweat“, der Titel ist Programm. Auf das sportliche Element, das dieses energiegeladene Dance-Pop-Album fraglos dominiert, möchte Melanie C sich aber nicht reduzieren lassen. „Sweat“ soll den Menschen Spaß und Freude bringen und Party-Laune versprühen - deshalb auch die High Heels. „Es gibt so viele schreckliche Dinge auf der Welt, dass es fast unverschämt erscheinen kann, Pop- und Dance-Musik zu machen“, erklärt Melanie C. „Aber Musik ist das, was mich durch schwere Zeiten bringt. Ich bin wirklich froh, dass ich in einer sehr dunklen Zeit ein fröhliches Album herausbringe.“

Tori Amos - In Times Of Dragons

Kacey Musgraves lotet seit Jahren mit großem Erfolg die Grenzen der Countrymusik aus. Die neue Platte der achtfachen Grammy-Gewinnerin heißt „Middle Of Nowhere“. (Bild: Christine Sutton)

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Kacey Musgraves lotet seit Jahren mit großem Erfolg die Grenzen der Countrymusik aus. Die neue Platte der achtfachen Grammy-Gewinnerin heißt „Middle Of Nowhere“. (Bild: Christine Sutton)

Tori Amos hat die Rock- und Popmusik in den letzten 35 Jahren nachhaltig geprägt, gewann zahllose Preise und wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet. Über bislang 17 Studioalben demonstrierte sie ein ums andere Mal ihr herausragendes Talent als Songschreiberin und Pianistin. Und sie hat scheinbar immer noch große Lust auf ihre Kunst und ihr Publikum. Seit Kurzem befindet sie sich auf ihrer größten Europatour seit zehn Jahren, im Mai stehen auch noch einige Deutschland-Konzerte an. Neue Musik gibt es jetzt auch, ganz offiziell: Gerade hat Tori Amos ihr 18. Studioalbum „In Times Of Dragons“ veröffentlicht.

Knapp fünf Jahre lang ließ Tori Amos ihre Fans nach „Ocean To Ocean“ (2021) auf neue Lieder warten, das Material von „In Times Of Dragons“ hätte bei anderen Künstlerinnen und Künstlern wohl auch für zwei separate Platten gereicht. 17 Songs verteilt auf 75 Minuten Spielzeit, das ist nach heutigen Standards eigentlich schon Überlänge. Tori Amos würde aber wohl auf keine Sekunde verzichten wollen.

Diese fantastische Musikerin am Piano fantasieren hören - darin kann man sich auch diesmal wieder leicht verlieren. Es geht aber nicht nur um Virtuosität und hochwertige Klänge, sondern auch um eine politische Botschaft, die in märchenhaft-düstere und zuweilen auch recht schwere Kompositionen verpackt wird. „In Times Of Dragons“ sei eine „metaphorische Geschichte über den Kampf um Demokratie“, erklärt die Künstlerin. Eine Geschichte, die von „Tyrannei“ und der „Usurpation Amerikas“ handelt - und von einem „Diktator, der an Echsendämonen glaubt“.

Kacey Musgraves - Middle Of Nowhere

„Ein klanglicher Liebesbrief an die musikalischen Grenzen des Country“, hieß es zuletzt in einer Ankündigung zu „Middle Of Nowhere“ - besser kann man diese Platte und überhaupt auch das ganze Schaffen von Kacey Musgraves kaum beschreiben. Pedal-Steel-Gitarre, Akkordeon und Hufgeklapper - die gebürtige Texanerin liebt das alles. Der ultrakonservative Country-Mief, der Hörerinnen und Hörer außerhalb der USA immer schnell absatteln lässt, hat bei der achtfachen Grammy-Gewinnerin aber keinen Platz. Diese Lady macht ihr eigenes Ding und zeigt seit Jahren, dass man auch alte Musikstile erfolgreich neu denken kann.

„Middle Of Nowhere“, der Titel des neuen Albums von Kacey Musgraves, ist inspiriert von einem Straßenschild in ihrem Heimatdorf Golden - „Golden, TX: Somewhere in the Middle of Nowhere“. Mitten im Nirgendwo, ohne Zäune und Smartphone-Netz, fühlt die Country-Musikerin mit dem großen Pop-Gespür sich eigentlich ganz wohl, wie sie im Titelsong ausführt. Im Zweifel auch ohne Cowboy. Irgendeinen Beschützer braucht Kacey Musgraves jedenfalls nicht. Lieber etwas zum Anzünden, damit sie schön „rhinestoned“ werden kann. Es sind auch diesmal ein paar ziemlich „progressive“ Texte dabei, auffällig ist in der Hinsicht insbesondere der gar nicht so trockene Single-Frust-Song „Dry Spell“. Aber Musgraves wird sicher trotzdem wieder viel Anklang mit dieser Musik finden, auch in der Country-Szene. In den Genre-Charts landeten fünf ihrer bisher sechs Alben auf Platz eins. (tsch)

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