Er konnte „Schöne Maid“ nicht leiden und griff zur Flasche. Ein irrer Plan, der zum Glück für alle Fans nach hinten losging.
„So einen Mist singe ich nicht“Manager enthüllt: So wollte Tony Marshall seinen Hit sabotieren

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Als Sänger Tony Marshall (m.) seinen 75. Geburtstag feierte, war neben seinem Sohn Marc (r.) auch sein Manager Herbert Nold mit von der Partie. (Archivbild)
Schlager-Ikone Tony Marshall (1938-2023) hat am Anfang seiner Laufbahn mit reichlich Alkohol versucht, die Veröffentlichung seines wohl größten Hits „Schöne Maid“ zu stoppen. Wie die dpa berichtet, enthüllt sein langjähriger Manager Herbert Nold in seinem neuen Buch „Tony, die schöne Maid und Ich“, dass der ausgebildete Opernsänger geschrien haben soll: „So einen Mist singe ich nicht“. Daraufhin sei er wütend in das Lokal unter dem Tonstudio verschwunden.
„Dort trank er ein, zwei Flaschen Rotwein, bis er richtig betrunken war. Mit voller Absicht“, schildert der heute 86-jährige Nold die Situation. Die Absicht dahinter war klar: „Er dachte tatsächlich, wenn er besoffen ist und völlig daneben singt, schmeißt Jack White ihn raus und er muss diesen ihm verhassten Titel nicht singen.“
Produzent zog Aufnahme trotzdem durch
Doch Musikproduzent Jack White ließ sich davon nicht beirren und zog die Aufnahme konsequent durch. Nold stellt dazu fest: „Der Punkt war: Wenn man eine ausgebildete Stimme wie Tony Marshall hat, dann ist es wohl gar nicht möglich, schlecht zu singen.“ Am Ende war die Aufnahme perfekt und „Schöne Maid“ im Kasten.
Nold war 44 Jahre lang der Manager von Marshall. „Kein anderer hat jemals einen einzelnen Künstler so lange vertreten wie ich Tony Marshall. Ich hatte damit einen Weltrekord aufgestellt.“ Für diese Aufgabe gab er seinen Beruf als Polizeibeamter auf, wie er in dem Buch beschreibt, das er nun in Rheinmünster bei Baden-Baden vorgestellt hat. Die Zusammenarbeit führte ihn und die Künstler um die ganze Welt.
Gage für ersten Auftritt halbiert
Das Buch ist eine Art Autobiografie, die sich hauptsächlich um die gemeinsame Zeit mit Marshall dreht. Nold verrät darin auch, dass er Marshall im Juni 1970 dessen erstes Engagement bei einem Sportfest verschaffte – damals noch nicht als sein Manager. Die Anekdote dazu ist unglaublich: „Er wollte 500 DM Gage haben, ich handelte ihn auf 250 DM runter.“
Jahre später gab er sich sogar einmal selbst als Marshall aus und verteilte Autogramme. Sein Wissen, das er bei der Kripo erworben hatte, kam ihm dabei immer wieder zugute. Der Autor thematisiert aber auch die gesundheitlichen Konsequenzen, die der stressige Manager-Alltag mit sich brachte.
Begegnungen mit Promis aus Sport und Politik
Das Lesen der über 300 Seiten ist wie eine Zeitreise durch die deutsche Musikgeschichte. Es werden nicht nur alte TV-Shows wie die „ZDF-Hitparade“ und „Disco“ erwähnt, sondern auch Show-Größen wie Dieter Thomas Heck, Roberto Blanco und Frank Elstner. Selbst Lena Meyer-Landrut taucht auf. Das Buch, das Nold mit der Journalistin Andrea Röthe verfasste, ist mit vielen Fotos illustriert.
Durch seine Arbeit traf Nold auch auf Berühmtheiten außerhalb der Musikwelt. Dazu zählten die Fußball-Legenden Fritz Walter, Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und Karl-Heinz Rummenigge sowie Politiker wie Helmut Kohl und Angela Merkel. Den Kabarettisten Dieter Hallervorden konnte er für die Unterstützung eines seiner Herzensprojekte im Alter gewinnen: die Volksschauspiele Ötigheim. (red)
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