Bühnen-Beben am Hockenheimring! Nach dem Zoff um Alphaville schaltet sich Schlagersänger Andreas Gabalier ein.
Zoff um „Glücksgefühle“-FestivalAndreas Gabalier schießt gegen Politik auf der Bühne

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Andreas Gabalier bei einem Bühnenauftritt. (Archivbild)
Am Rande des „Glücksgefühle“-Festivals am Hockenheimring hat sich der Musiker Andreas Gabalier zur Debatte über politische Botschaften auf Konzertbühnen geäußert. Anlass der Diskussion war der Umgang der Festivalleitung mit der Band Alphaville. Deren Sänger Marian Gold hatte sich bei früheren Auftritten öffentlich gegen rechtsradikale Tendenzen sowie für Freiheit, Toleranz und Demokratie ausgesprochen.
Weil das Festival nach Angaben der Veranstalter politisch neutral bleiben sollte, wurde die Gruppe zunächst ausgeladen. Nach öffentlicher Kritik sprachen die Organisatoren zwar eine Entschuldigung und eine erneute Einladung aus, die Band lehnte einen Auftritt jedoch ab.
Im Interview mit dem Portal „Schlager.de“ legte Gabalier seine Sicht auf die Rolle von Musikern dar. Er habe stets versucht, „den Leuten mit meiner Musik eine schöne musikalische Freude und Auszeit zu schenken“, erklärte der Österreicher.
Andreas Gabalier wird deutlich: „Die Leute sind da, um unterhalten zu werden“
Zudem führte er aus, dass das Publikum mündig und volljährig sei und jeder selbst wisse, wo er sein Kreuz setzen müsse. Aus diesem Grund benötige es nach seiner Auffassung auf der Bühne keine politische Anleitung.
Gabalier verwies darauf, dass die Menschen bereits im Alltag kontinuierlich mit politischen Nachrichten und Krisen konfrontiert seien. „Die Leute sind da, um unterhalten zu werden, sie wollen eine gute Zeit haben“, sagte der Sänger gegenüber „Schlager.de“. Seine Aufgabe sehe er darin, dem Publikum unbeschwerte Momente zu ermöglichen. Gleichzeitig betonte er, dass es jedem Künstler freistehe, diesen Aspekt für sich selbst zu bewerten.
„Glücksgefühle“-Festival: Musiker stimmen „Forever Young“ auf der Bühne an
Während des Festivalwochenendes hatten mehrere Acts auf die Ausladung reagiert: Musiker wie Tom Gregory oder Nura interpretierten Alphavilles Titel „Forever Young“, während andere Künstler wie Felix Jaehn, die No Angels und Mark Forster auf der Bühne Position bezogen.
Zur allgemeinen gesellschaftlichen Lage äußerte Gabalier gegenüber dem Portal, es handele sich um eine anspruchsvolle Phase, in der man darauf hoffen müsse, „dass wir es schaffen, irgendwie in unserer Mitte zu bleiben und den physischen Frieden zu bewahren“.
Musikalisch schlägt der Sänger derzeit ruhigere Töne an. Ende August erschien sein Album „Handwerk – 10 Jahre Unplugged“. Ab dem 14. Oktober folgt dazu eine Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, bei der Gabalier in kleineren Hallen mit einer akustischen Besetzung und einem Streicherensemble auftritt. (jag)
