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„Ich amüsiere mich immer“Schlager-Star Mary Roos denkt an den Tod

Rentnerin? Ja. Aber: „Ich bin noch nicht tot.“ Schlager-Legende Mary Roos sprach im „Kölner Treff“ sehr offen und launig über das Thema Tod. (Bild: WDR/Melanie Grande)

Rentnerin? Ja. Aber: „Ich bin noch nicht tot.“ Schlager-Legende Mary Roos sprach im „Kölner Treff“ sehr offen und launig über das Thema Tod. (Bild: WDR/Melanie Grande)

Aktualisiert

„Ich bin zwar Rentnerin, aber noch nicht tot. Und ich will auch noch nicht in die Grube springen.“ Mary Roos, Schlager-Ikone im Ruhestand, genießt ihr Leben. Dazu aber, das weiß sie, gehört auch der Tod. Sie sieht aber auch das locker: „Ich amüsiere mich immer.“ Sogar auf dem Friedhof ...

67 Jahre ihres Lebens war Mary Roos, vor wenigen Tagen 77 Jahre alt geworden, Bestandteil des Showbusiness. Als Neunjährige trat sie erstmals auf, mit dem Kult-Hit „Nur die Liebe lässt uns leben“ wurde sie 1970 Superstar der Schlagerszene. Das blieb sie, bis sie 2024 ihren Rücktritt erklärte und nach einem letzten Spontankonzert von der Bühne abtrat. Im „Kölner Treff“ (WDR) bekräftigte sie auch, dass es kein Comeback geben werde: „Ich werde keine Platten mehr machen und nicht auf die Unterhaltungsbühne zurückkehren.“

Sie sieht sich aber eher im Unruhestand denn im Ruhestand. „Ich bin eine aktive Rentnerin“, sagte sie in der Talkrunde mit den Moderatorinnen Anna Planken und Susan Link. Sie gehe gern und total spontan auf Reisen, habe ihr Haus renoviert, ein Buch geschrieben und gehe gern ins Theater. Spontanität ist ihr wichtig: „Das hält auch in der Birne frisch.“ Und überhaupt: „Ich bin zwar Rentnerin, aber nicht tot. Und ich will auch noch nicht in die Grube springen.“

Die Trauerrede für Mary Roos ist bereits aufgesetzt

Dass das, der Tod, aber auf sie - wie auf jeden - zukommt, weiß sie. Und geht auch damit locker um. Ihr Motto: „Ich amüsiere mich immer.“ Und in Bezug aufs dereinstige Ableben auch an außergewöhnlichen Orten. „Ich gehe gern auf Friedhöfe“, gab sie offen zu. Sie genieße da die Ruhe, meinte sie und lächelte: „Ich sitz da auf der Bank und denke: 'Guck, ich lebe noch.'“

„Ich liebe das Leben“, sagte Mary Roos, 1949 als Marianne Rosemarie Schwab in Bingen am Rhein geboren, im „Kölner Treff“. „Was ist die Alternative? Sterben.“ Das will sie noch lange nicht, aber sie geht mit dem Thema locker und aufgeschlossen um. Und vorausschauend. Denn es gibt sogar schon eine Trauerrede für sie. Die hat ihr Show-Partner und Freund Wolfgang Trepper für sie aufgesetzt. Der habe einfach gesagt „Das machen wir jetzt“. Sie habe ihn gefragt: „Und was muss ich machen?“ Er antwortete: „Du musst nur sterben.“ Sie schilderte es lachend.

Für Roos ist der Tod kein Tabu-Thema, er war es nie. „Es ist einfach eine ganz wichtige Sache. Man stirbt und man wird geboren“, meinte sie und erzählte, dass sie sich schon als junge Frau mit ihrer jüngsten Schwester, einer Krankenschwester, darüber unterhalten habe. So interessiert und locker sehen das nicht alle, auch nicht in Roos' Familie: „Mit meinem Sohn kann ich nicht über so was oder eine Patientenverfügung reden, der will das nicht.“ Der 1986 geborene Sohn Julian stammt aus der achtjährigen Ehe mit Werner „Gottlieb Wendehals“ Böhm.

Auch die Öffentlichkeit tue sich oft schwer mit dem Thema Sterben. Noch während des Talks ahnte sie: „Was ich jetzt alles über den Tod gesagt habe - ich möchte nicht wissen, was dann in der Zeitung steht.“ Dabei lachte sie allerdings herzlich. Denn, auch das habe sie mit Älterwerden gelernt: „Wenn man älter wird, ist es egal, was andere sagen.“ (tsch)