„Marty Supreme“, „Father Mother Sister Brother“ und „Ein fast perfekter Antrag“, der erste Liebesfilm mit Iris Berben und Heiner Lauterbach in den Hauptrollen: Das sind die Kino-Neustarts am 26. Februar.
RomCom-Premiere für Iris Berben und Heiner LauterbachDas sind die Kino-Highlights der Woche

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Besser spät als nie: „Ein fast perfekter Antrag“ ist für Heiner Lauterbach und Iris Berben die erste gemeinsame romantische Komödie. (Bild: Leonine)
Iris Berben und Heiner Lauterbach kennen sich seit Jahrzehnten. Sie gehören zu den größten deutschen Schauspielstars ihrer Generation und wirkten beide auch schon in diversen romantischen Komödien mit. Ein „perfect match“, wie es in der Dating-Welt heißt. Und doch waren Berben und Lauterbach noch nie als Liebespaar in einem Film zu sehen. Bis jetzt: In „Ein fast perfekter Antrag“ feiern die beiden ihre gemeinsame RomCom-Premiere. Besser spät als nie!

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Walter (Heiner Lauterbach) möchte Kunstprofessorin Alice (Iris Berben) beeindrucken, deshalb schreibt er sich als Student in einen ihrer Kurse ein. (Bild: Leonine/Jürgen Olczyk)
Außerdem neu im Kino: Hollywood-Aufsteiger Timothée Chalamet spielt in „Marty Supreme“ (nominiert für neun Oscars) einen Tischtennis-Gauner, und Jim Jarmusch lässt in seiner neuen Tragikomödie „Father Mother Sister Brother“ drei Familien trinken und reden.
Ein fast perfekter Antrag

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Marty Mauser (Timothée Chalamet), ein Tischtennisspieler mit Entertainer-Qualitäten, möchte unbedingt ein großer Star werden. (Bild: Tobis Film)
Besser spät als nie, denkt sich auch Walter (Lauterbach). Er möchte unbedingt das Herz von Alice (Berben) erobern, nachdem er mit dem Vorhaben vier Jahrzehnte zuvor schon einmal kläglich gescheitert war und jetzt unverhofft wieder auf seine Jugendliebe trifft. Doch das „fast“ im Filmtitel „Ein fast perfekter Antrag“ verrät schon, dass dabei nicht alles glattläuft und der großen Best-Ager-Romanze ein paar Hindernisse im Weg stehen. Das größte Hindernis ist in gewisser Weise Walter selbst.
Walter ist Witwer. Der Ingenieur im Ruhestand mag rechte Winkel, Ordnung und Technik und vertreibt sich seine Freizeit als Restauranttester - einer von der strengen, pedantischen Sorte. Lauterbach hat sich äußerlich sehr in Schale geworfen für diesen Film, trägt vor allem auffallend viel Haar auf dem Kopf. Aber an sich wirkt die Rolle des mürrischen Seniors wie maßgeschneidert für ihn. Ebenso auf der anderen Seite: Iris Berben verkörpert Alice als eine selbstbewusste Frau mit Charme und Humor, die allerdings nicht viel übrig hat für rechte Winkel. Alice ist Kunstprofessorin - eine von der freigeistigen Sorte.

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„Marty Supreme“ wurde für insgesamt neun Oscars nominiert: Wird Timothée Chalamet bei den Academy Awards 2026 erstmals als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet? (Bild: Tobis Film)
Walter und Alice, das erscheint im ersten Moment eher doch nicht wie ein „perfect match“. Und genau darin liegt vielleicht auch der besondere Reiz dieser Komödie von Regisseur Marc Rothemund (“Wochenendrebellen“, Drehbuch: Richard Kropf). Alice lässt Walter erst einmal abblitzen, aber nicht so, dass die Sache absolut unmöglich erscheint. Da ist schon ein gewisses Knistern. Er müsse ihr zeigen, dass er es wirklich ernst meint, erklärt Alice. Also schreibt Walter sich als Senior-Kunststudent in einem ihrer Kurse ein.
Marty Supreme

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Einer der skurrileren Typen in „Father Mother Sister Brother“: Tom Waits spielt einen Vater, der nach dem Tod seiner Frau alleine in einer abgelegenen Hütte lebt. (Bild: Weltkino/Vague Notion/Frederick Elmes)
Die Zukunft in Hollywood gehört Timothée Chalamet, das erklären Expertinnen und Experten seit ungefähr zehn Jahren mit jedem neuen Film des gebürtigen New Yorkers. Er ergatterte die Hauptrolle in Denis Villeneuves „Dune“-Saga, durfte zuletzt Willy Wonka und Bob Dylan spielen. Keine Aufgabe scheint mehr zu groß für den 30-Jährigen. So gilt es seit Langem auch nur als Frage der Zeit, wann Timothée Chalamet seinen ersten Oscar gewinnt. Mit „Marty Supreme“ könnte es soweit sein.
Timothée Chalamet spielt in seinem neuen Film Marty Mauser, einen jungen New Yorker mit vielfältigen Talenten und großen Träumen. Ein Tischtennisspieler mit Entertainer-Qualitäten, Witz und Chuzpe, der unbedingt groß rauskommen will. Im Zweifel auch mit faulen Tricks, wenn es anders nicht geht. Im Trailer sieht man Marty durch die belebten Straßen von Manhattan vor der Polizei fliehen - die kriegen ihn nicht, dafür ist er zu schnell und zu gewitzt. Aber Manhattan, wo Marty sich nachts bei irgendwelchen dubiosen Tischtennis-Wettkämpfen sein Geld erspielt (oder ergaunert), ist sowieso bald zu klein.

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„Father Mother Sister Brother“ ist in den Hauptrollen durchgehend prominent besetzt. Im Bild, von links: Charlotte Rampling, Cate Blanchett und Vicky Krieps. (Bild: Weltkino/Vague Notion/Yorck Le Seaux)
Regisseur Josh Safdie, der gemeinsam mit Ronald Bronstein das Drehbuch schrieb, inszeniert „Marty Supreme“ als abenteuerliche Mischung aus Drama, Komödie und Gaunerporträt (die Geschichte ist lose inspiriert von dem amerikanischen Tischtennisspieler Marty Reisman, der sich in den 1950-ern mit einigen Eskapaden einen Namen machte). Man las zuletzt unter anderem schon von Vergleichen mit Produktionen wie „Catch Me If You Can“ und „The Wolf Of Wall Street“, was durchaus nicht zu hoch gegriffen scheint.
„Marty Supreme“, in den USA schon zu Weihnachten angelaufen, erntete bislang überwiegend positive Kritiken und heimste zuletzt bereits zahlreiche Filmpreise ein. Timothée Chalamet wurde für seine Darbietung kürzlich mit seinem ersten Golden Globe (Bester Hauptdarsteller) belohnt, demnächst könnte auch der erste Oscar folgen. Bei den diesjährigen Academy Awards ist „Marty Supreme“ in insgesamt neun Kategorien nominiert. Neben Gwyneth Paltrow in einer Nebenrolle ist auch der ehemalige deutsche Tischtennis-Profi Timo Boll kurz im Film zu sehen.
Father Mother Sister Brother
Jim Jarmusch hat sich für einen neuen Film ein paar Familien zusammengestellt, mit Vätern, Müttern, Schwestern, Brüdern. Er lässt sie zusammen Tee oder Kaffee trinken und reden, und irgendwann nach knapp zwei Stunden trinken und reden sie nicht mehr. Aber zwischen den Zeilen passiert natürlich eine Menge - und dabei so viel Gutes, dass die Tragikomödie „Father Mother Sister Brother“ im Sommer 2025 in Venedig sogar mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
„Freunde und wen man liebt kann man sich aussuchen, aber nicht die eigene Familie“: So eine scheinbar banale Dialogzeile können sich nur wenige Filmemacher erlauben, ohne sich lächerlich zu machen. Jim Jarmusch gehört sicher dazu. Handlungsmäßig passiert ziemlich wenig in „Father Mother Sister Brother“, was nicht ungewöhnlich ist für einen Jarmusch-Film. Dafür erzählt er viel über die eigenwillige Natur von Familien, die manchmal in der Tat sehr banal sind, manchmal erdrückend und grausam und manchmal das Schönste, was ein Mensch überhaupt im Leben haben kann.
Drei Familien werden konkret in diesem „Triptychon“ beobachtet. Da sind zwei Geschwister, die nach ihrem Vater sehen, der seit dem Tod der Mutter alleine in einer abgelegenen Hütte lebt. Dann zwei Schwestern, die sich zum jährlichen Besuch bei ihrer dominanten Mutter quälen. Und schließlich ein Bruder und eine Schwester, die den tragischen Tod ihrer Eltern aufarbeiten. Mit Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Charlotte Rampling, Indya Moore und Luka Sabbat in den Hauptrollen ist „Father Mother Sister Brother“ erstklassig besetzt. (tsch)
