Ralf Richter ist tot. Auch Köln trauert um den Kult-Schauspieler.
„Ich war bei ihm, als er starb“Rührender Abschied von Ralf Richter (†69)

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Ralf Richter ist im Alter von 69 Jahren gestorben.

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Trauer um ein echtes Original des deutschen Films. Ralf Richter, einer der markantesten Schauspieler seiner Generation, ist tot. Er wurde 69 Jahre alt. „Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben“, schreiben seine Kinder, Maxwell und Aline Richter, auf dem Instagram-Kanal des Sohnes am späten Dienstagnachmittag (15. September).
Zusammen mit mehreren älteren Fotos, die Ralf Richter zusammen mit seinen Kindern zeigen, heißt es in dem Beitrag: „In der vergangenen Nacht ist unser Vater, Ralf Richter, verstorben.“ Und weiter: „Für viele von euch war er Schauspieler, Kultfigur und ein Gesicht, das Menschen über viele Jahre begleitet hat. Für uns war er vor allem eines: unser Vater.“
„Danke für all die Liebe und Wertschätzung“
Man könne im Moment kaum Worte dafür finden, was der Tod für die Familie bedeute. „Danke für all die Liebe und Wertschätzung, die ihr unserem Vater über all die Jahre entgegengebracht habt.“
Maxwell begleitete seinen Vater in seinen letzten Stunden. „Meinem Vater ging es seit Längerem gesundheitlich sehr schlecht. Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig gearbeitet. Deshalb war er schon vor ein paar Monaten in der Klinik. Danach hat er weiter abgebaut. Mein Vater ist dann letzte Nacht zu Hause in seiner Kölner Wohnung gestorben, zwischen 22 und 1 Uhr. Ich war bei ihm, als er starb“, sagte er gegenüber „Bild“.
Geboren wurde Ralf Richter 1957 in Essen, aufgewachsen ist er mit sieben Geschwistern in einem Arbeiterviertel in Bochum. Das Ruhrgebiet blieb sein Fundament – in der Sprache, im Tonfall, in der Art, wie er Figuren spielte: rau, direkt, ohne Schnörkel. Aber fast immer mit einem weichen Kern darunter.
Ein Proll mit Herz. Genau diese Mischung machte ihn zu einem Gesicht, welches das deutsche Kino prägte. Den Durchbruch brachte ihm 1981 Wolfgang Petersens Welterfolg „Das Boot“. In dem Kriegsdrama, das bis heute zu den bekanntesten deutschen Filmen überhaupt zählt, gehörte Richter zur Besatzung – einer der jungen Männer, die irgendwie versuchen, in dem engen Stahlrohr zu überleben.
In Köln war Ralf Richter bekannt und überaus beliebt! Fast jeder Kölner hat ihn mal in der Stadt getroffen – und der Schauspieler begegnete allen ganz offen. Menschen in der KVB genauso, wie der Frau im Café, die ihm den Espresso machte. Ihr seid ihm auch begegnet? Erzählt uns eure liebsten Ralf-Richter-Erinnerungen!
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Hier geht's zu den F.A.Q.Zur echten Kultfigur wurde er zwei Jahrzehnte später: In Peter Thorwarths Ruhrpott-Komödie „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ (1999) spielte er Kalle Grabowski, den Kleinkriminellen mit dem großen Maul. Ganze Generationen können Sätze aus diesem Film bis heute mitsprechen. Richter wurde damit zum Aushängeschild eines Kinos, das dem Ruhrgebiet endlich eine eigene, selbstbewusste Stimme gab.
Daneben stand er über Jahrzehnte in unzähligen Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, in Krimireihen ebenso wie in Komödien. Sein Markenzeichen: Er musste nicht laut werden, um einen Raum zu füllen – und wenn er doch laut wurde, dann richtig.
Große Trauer auch in Köln
Große Klappe, viel dahinter: Auch in Köln war Richter eine feste Größe und setzte sich für die Stadt ein. Er lebte seit vielen Jahren in der Südstadt, im Pantaleonsviertel. Und war bekennender Fan von Fortuna Köln. Der Klub habe es ihm angetan, gab er vor einigen Jahren in einem EXPRESS-Interview zu. „Das ist noch richtiger Fußball, wo es nicht wie bei so vielen anderen Klubs und Vereinen darum geht, so viel Geld wie möglich herauszuholen.“
2003 hat Richter gar zur Rettungsaktion des Sportklubs die Toten Hosen und andere prominente Unterstützer ins Boot geholt. Damals stand der Verein vor der drohenden Insolvenz.

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An der Seite des bereits verstorbenen Fortuna-Köln-Präsidenten Klaus Ulonska (Mitte) und Cornel Wachter (rechts) engagierte sich Ralf Richter auch immer wieder für den Vringstreff e.V. in Köln.
Ein Ruhrpott-Herz, das auch für seine Wahlheimat schlug. In Köln kämpfte er für die gute Sache: Zusammen mit dem verstorbenen Fortuna-Köln-Präsidenten Klaus Ulonska und dem Bildhauer und Maler Cornel Wachter engagierte sich Ralf Richter auch immer wieder für den Vringstreff e.V., jene Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Wohnung im Kölner Süden. Dort kellnerte er zum Obdachlosenfrühstück oder hielt Lesungen.
Große Trauer auch bei Cornel Wachter, der gut mit dem Schauspieler befreundet war: Er erklärt, bis zuletzt habe Richter als Rentner die Küche des Vringstreffs genossen. Und wollte „gerne immer wieder kommen“, so Wachter, da die glücklichen Leute dort auch auf seine Stimmung abfärbten. „Das gefällt mir und baut mich auf“, soll der Schauspieler gesagt haben. Sowohl der SCF als auch der Vringstreff trauern nun um ihren Freund Ralf Richter und bekunden seiner Familie ihr aufrichtiges Beileid.
