The Kelly Family Emotionale Zeitreise: Warum Angelo, Maite und Paddy bei TV-Doku nicht dabei sind

Die Kelly Family sitzt in ihrem Doppeldecker-Bus.

The Kelly Family in ihrem restaurierten Doppeldecker-Bus. John, Jimmy, Kathy, Paul, Patricia und Joey (v.l.) waren beim TV-Projekt dabei.

Die Kelly Family hat für eine neue TV-Doku noch einmal wichtige Stationen ihrer Karriere besucht. Dabei erinnern sich die Musikerinnen und Musiker an die Anfänge und an Probleme in der Familie.

Diese Truppe ist ein Phänomen. Jahrzehntelang dominierte die Kelly Family die deutschen Charts. Von 1993 bis 2001 war die Großfamilie auf nahezu jedem Cover der Bravo zu sehen. Über 60 Gold- und Platin-Awards gab’s, dazu alle weiteren relevanten Auszeichnungen.

Nachdem die Folk- und Pop-Gruppe zwischenzeitlich schrittweise zerbrochen war, sind sechs „Kellys“ aktuell wieder gemeinsam aktiv. Gemeinsam geht es bald auf Weihnachts-Tour (10. Dezember Düsseldorf, 26. Dezember Köln), vorher steht aber noch ein spannendes TV-Projekt an.

The Kelly Family: Doku auf RTL zwei als Zeitreise durch die Karriere

Für die RTL-zwei-Dokumentation „Die Reise geht weiter“ (ab 5. September immer montags um 20.15 Uhr) ging es für die Musikerinnen und Musiker zu den Stationen ihres Lebens. „Wie aus bitterer Armut der Mega-Erfolg wurde“, lautet das Motto. Los ging’s mit einem Trip nach Rom, wo Vater Dan Kelly (†2002) einst studierte und die Familie 1976 ausgeraubt wurde. Um über die Runden zu kommen, fingen alle gemeinsam an, in den Straßen zu singen und damit Geld zu verdienen.

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EXPRESS.de sah die erste Folge mit Kathy (59), Patricia (52), John (55), Paul (58) und Joey (49). Alle fünf sind von dem Film-Projekt, das in zehn Monaten gedreht wurde, angetan. Zunächst musste der 1994 zuletzt genutzte grün-rote Doppeldeckerbus auf Joeys Anwesen in Lohmar wieder fahrtüchtig gemacht werden. In diesen Szenen bietet die Doku einige lustige Momente.

John, Paul, Patricia und Kathy Kelly, Mitglieder der Kelly Family, kommen zur Vorstellung der neuen Doku-Serie «Die Reise geht weiter» in das Residenz-Theater.

Die vier Mitglieder der Kelly Family John, Paul, Patricia und Kathy kommen am Montag (29. August 2022) zur Preview ihrer neuen TV-Doku am Kino in Köln an.

Dass Kathy im eh schon stickigen Bus ein paar Darmgase entweichen, ist so ein Moment, der herrlich natürlich rüberkommt. „Ich war zwar schon bei Promi Big Brother und entsprechend abgehärtet. Aber ich habe ein paar Wochen überlegt, ob von der Szene nicht mein Image kaputtgeht. Das verlangt schon Mut, das drin zu lassen“, gestand sie EXPRESS.de.

Kathy Kelly zeigt Humor: Ich träume von Duett mit Cindy aus Marzahn

„Aber ich habe mir gedacht: Was gibt es Schöneres, als wenn die Menschen lachen. Am liebsten würde ich mal zusammen mit Cindy aus Marzahn auftreten. Nach außen wirkte ich immer sehr ernst, weil ich viel Verantwortung übernommen habe. Aber seit zehn Jahren entdecke ich den Spaß in mir. Man sieht unser wahres Ich. Wir sind nicht nur ein Marketing-Produkt.“

Es fließen aber auch Tränen, wenn die Geschwister abends beisammen sind und über ihre Eltern, den Glauben oder auch finanzielle Sorgen sprechen. „Es war eine Therapiereise“, sagte Patricia. „Es kamen ja nicht nur die schönen Dinge raus – sondern auch die Geister der Vergangenheit. Es war schon sehr emotional“.

Der Kelly-Bus steht direkt am Kolosseum in Rom.

Der Bus der Kelly Family parkte für die Dreharbeiten unter anderem direkt am Kolosseum in Rom.

John sagte, die Familiengeschichte anhand der zahlreichen Lebens- und Karrierestationen der Kelly Family aufzuarbeiten, sei seit Jahren ein Traum von ihm gewesen. „Ich wollte immer die ganze Familie mit zurück zu den Wurzeln nehmen.“ Nun eben in Form einer fünfteiligen TV-Doku. „Ich glaube, wir waren noch nie so offen“, sagte er. „Hoffentlich sind die Filme aber nicht nur Unterhaltung. Sie können auch in diesen konfusen Zeiten den Menschen etwas geben. Jeder sieht nun zum ersten Mal, wie wir wirklich sind.“

Auffällig ist aber auch, dass einige Familien-Mitglieder beim Roadtrip fehlen. Anfangs ist Angelo (40) noch dabei, später heißt es, dass er aus persönlichen Gründen fehlen würde. Als EXPRESS.de von den Geschwistern wissen will, ob sie sich nicht auch die Teilnahme ihrer anderen sehr erfolgreichen Geschwister Maite (42) und Paddy (44) gewünscht hätten, fallen sich alle gegenseitig ins Wort.

Für Caroline (li.), Patricia und Kathy gibt es erst einmal ein Guinness.

In der zweiten Folge geht es für die Kelly Family nach Dublin. Dort genehmigen sich Caroline, Patricia und Kathy (v.l.) ein Guinness.

„Wir haben versucht, alle mit auf die Reise zu nehmen. Andererseits waren Jimmy, Joey, John, Patricia, Paul und ich diejenigen, die vor dem ganz großen Erfolg der Band die Kommandos gegeben haben“, merkte Kathy an. John sagte: „Die anderen hätten auch die Chance gehabt, dabei zu sein.“

Joey erklärte: „Ich habe alle angerufen. Paddy hat von vorneherein Nein gesagt. Maite sollte Mitte Mai eigentlich beim Dreh in Paris dazustoßen. Aber sie hat dann 10.000 Auftritte gehabt mit Roland Kaiser & Co. Sie ist zumindest kurz in der Doku. Wir waren nach 40 Jahren erstmals wieder in Spanien in dem Haus, wo unsere Mutter gelebt hat und 1982 gestorben ist. In dem Moment, als wir dort waren, rief Maite an.“

Dafür ist beispielsweise Caroline (60) dabei, die längst in Amerika als Krankenschwester lebt. „Wir haben uns auch gefetzt untereinander“, gab Joey zu. „Aber im Grunde war es doch ein großer Urlaub.“ Auch in Köln wurde gedreht, beim Zirkus Roncalli in Mülheim. „Wir haben 1977 schon bei Bernhard Paul in Wien gespielt. Mein Vater war mit ihm eng befreundet.“ Auch das berühmte Hausboot wurde für den Dreh noch einmal in den Kölner Hafen geholt.

Patricia Kelly: Ihr Sohn „Iggi“ weinte bei der Preview der Doku

Gleichwohl merkten die Kellys auch, dass sich ihr Leben in den vergangenen Jahren doch verändert hat. „Wir sind älter als wir aussehen – und verwöhnter“, sagte Jimmy (51). Patricia zog daher auch gerne das Hotelbett dem unbequemen Bus vor. „Ich bin kein Abenteuer-Typ. Ich liebe meine Geschwister, aber wir können uns auch auf die Nerven gehen. Man sagt nicht umsonst: Besuch stinkt nach drei Tagen.“

Ihr jüngerer Sohn „Iggi“ (19) war von der Preview sehr angetan. „Er hat viermal geweint und fand es sehr spannend. Er ist ja gar nicht mit uns und unserer Musik groß geworden. Das ist extrem schön, dass unsere Geschichte so noch einmal gezeigt wird. Wir können viel erzählen, aber die Bilder sind dann doch emotionaler.“

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