Tränen, Wolfgang Petry und Placebo, die eine ganz neue Fassung ihres 30 Jahre alten Debütalbums präsentieren: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.
Placebo feiern ihre AnfängeDas sind die Musik-Highlights der Woche

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Aus einer anderen Zeit: Brian Molko (links) und Stefan Olsdal, heute die einzigen verbliebenen Mitglieder der Band, blicken mit Placebo auf 30 aufregende Jahre zurück. (Bild: Scarlet Page)
Placebo in den 90er-Jahren - eine Band, die auch innerhalb der damaligen Alternative-Szene noch exotisch war. Und doch haben sie sich durchgesetzt, große Chart-Hits gelandet, auf den größten Bühnen gespielt, Millionen Platten verkauft. Da erinnert man sich doch gerne an die Anfänge: Zum 30-Jahre-Jubiläum wurde das Debüt der Band von Brian Molko aufwendig überarbeitet. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von dem Duo Tränen und Wolfgang Petry.
Placebo - Placebo Re:Created

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Gwen Dolyn und Steffen Israel bilden das Duo Tränen. Mit „Leben in einer Katze“ wurde gerade ein neues Album angekündigt. (Bild: Stefanie Schmid RIncon)
Juni 1996, eine junge Alternative-Band aus London veröffentlicht ihr selbstbetiteltes Debütalbum und zeigt direkt an: Hier kommt etwas, das anders ist. Placebo mit Brian Molko, das war damals eine Band, die herausforderte und viele Menschen auch überforderte. Gleichzeitig bot sie vielen Fans, die sonst nirgendwo richtig „passten“, einen einzigartigen musikalischen Safe Space. Ziemlich genau 30 Jahre nach dem Erstlingswerk „Placebo“ wird diese aufregende Anfangszeit noch einmal intensiv zelebriert.
Geschlechteridentität, Entfremdung, Sucht: Die großen Themen, die Placebos Kunst über Jahre prägen sollten, waren alle schon 1996 da. Zum Beispiel im Song „Nancy Boy“, der seinerzeit den Durchbruch brachte. Die queere Hymne ist heute so aktuell wie damals, klingt jetzt aber anders: Für „Placebo Re:Created“ hat die Band ihre alten Masterbänder wieder in die Hand genommen und sämtliche Songs neu produziert, um sie „klanglich ins 21. Jahrhundert zu holen“.
„Dieses Album ist eine Feier unserer Anfänge“, erklärt Brian Molko, „Ein Treffpunkt zwischen dem, was wir damals waren, und dem, was wir heute sind.“ Viele der Lieder hätten im Lauf der Jahre eine ganz eigene Energie entwickelt, gerade auch auf der Live-Bühne. Diese Energie soll jetzt also mit „Placebo Re:Created“ eingefangen werden - und konsequenterweise auch im Rahmen neuer Konzerte. Die Jubiläumstour, die auch durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führt, startet im Oktober.
Tränen - Chrom im Wald

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Wolfgang Petry feiert sein Bühnen-Jubiläum - aber vorerst weiterhin nicht auf der Bühne. (Bild: Getty Images/Pool)
Punk und Indie-Rock, weit weg vom Mainstream, aber ohne Pop-Abneigung: Auf dem weiten Feld dessen, was in den letzten Jahren als „Neue Neue Deutsche Welle“ bezeichnet wurde, war das Duo Tränen mit dem Debütalbum „Haare eines Hundes“ (2023) zweifellos ein besonderes Glanzlicht. Sängerin Gwen Dolyn aus Berlin, in jüngerer Vergangenheit mit verschiedenen Projekten sehr aktiv, bringt unglaublich viel Charisma in die Musik ein. Und Steffen Israel, der sonst beim sehr viel größeren Act Kraftklub Gitarre und Keyboard spielt, bringt die Melodien. Jetzt gibt es auch wieder ein paar neue.
Drei Jahre nach „Haare eines Hundes“ ist die nächste Tour in Vorbereitung (ab Frühjahr 2027) und auch ein neues Album auf dem Weg: „Leben in einer Katze“. Bis zur Veröffentlichung des Zweitwerks am 30. Oktober dauert es noch eine Weile, aber immerhin liefern Tränen mit der Ankündigung auch schon einen ersten Vorgeschmack. Die Single „Chrom im Wald“ schlägt gekonnt eine Brücke zwischen 80er-Pop und modernem Indie-Rock, dazu singt Gwen Dolyn von mystischen Begegnungen und großen Sehnsüchten - sehr lebendig und verspielt, macht Lust auf mehr!
Wolfgang Petry - Sommer in der Stadt
Träumen darf man ja alles - zum Beispiel auch, dass Wolfgang Petry nach seinem Rückzug von der Live-Bühne vor 20 Jahren doch noch einmal in Fleisch und Blut vor seinen Fans singt. Zuletzt war die Hoffnung mal wieder etwas größer. Petry kündigte in den sozialen Medien spannende Neuigkeiten an, startete einen Countdown. „Noch 1 Tag ... Seid ihr schon gespannt?“ Und jetzt? Keine Tour-Ankündigung, sehr zum Bedauern vieler Fans, die in den Kommentarspalten schon abenteuerlich spekuliert hatten.
Zweierlei verbarg sich hinter den Ankündigungen der letzten Tage. Nach 50 Jahren im Musikgeschäft hat Wolfgang Petry eine neue Rockschlager-Version seiner Debütsingle „Sommer in der Stadt“ (1976) veröffentlicht. Zudem wurde ein vollständiges neues Album für September angekündigt: Der Nachfolger zu „Stark wie wir“ (2023) soll „Ein Leben lang“ heißen. Derweil träumen und hoffen die Fans weiterhin, dass Petry nicht „ein Leben lang“ so stur bleibt und es sich doch noch einmal überlegt mit dem Live-Comeback. „50 Jahre Wolfgang Petry - dieses Bühnen-Jubiläum muss gebührend gefeiert werden!“, schreibt er selbst. Wie sollte das gehen, wenn nicht mit richtigen Konzerten auf richtigen Bühnen? (tsch)
