Schlagerstar Nino de Angelo Bilanz seines Lebens: „Köln ist für mich Fluch und Segen!“

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Nino de Angelo lebt mittlerweile im Allgäu, kehrt aber immer wieder nach Köln zurück. Familie und Freunde leben hier. Er freut sich schon wieder auf die Zeit nach Corona, dann kommt er noch öfter vorbei.

Nino de Angelo (58), Paradiesvogel der quirligen Schlagerszene aus Köln-Zollstock: Seit „Jenseits von Eden“ vor fast 40 Jahren immer wieder für Schlagzeilen gut. Barfuß oder Lackschuh – er kennt alles.

  • Nino de Angelo: Sein neues Album erscheint Ende Februar
  • So lebt der Schlagerstar mit der Lungenkrankheit COPD in Corona-Zeiten
  • Warum er immer wieder nach Köln kommt, hier aber auch schlimme Zeiten erlebte

Jetzt räumt er mal kräftig in seinen Erinnerungen auf: Er hat sein Outfit geändert, sein Leben ins Album „Gesegnet und verflucht“ verpackt (erschien am 26. Februar 2021) und die Single „Zeit heilt keine Wunden“ veröffentlicht. Im EXPRESS zieht er schon mal die Bilanz seines Lebens.

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Das neue Album zeigt Nino de Angelo sehr nachdenklich.

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Ihr neues Album heißt „Gesegnet und verflucht“. Titel und Inhalt klingen, als ginge es hier um Ihr eigenes Leben. Gibt’s Ähnlichkeiten?
Nino de Angelo:
Mehr als das. Es ist meine gesungene Autobiografie. Das ist authentisch. Ich bin im letzten Viertel meines Lebens angekommen, da muss ich ehrlich sein.

Wer Ihr Leben kennt, wird in den Texten Stolpersteine erkennen: Geld rein, Geld raus, Liebe da, Liebe weg, Hits, Flops...
Nino de Angelo: Stimmt, ich bin durch Höhen und Tiefen gegangen. Aber das ist nun mal so, wenn man leidenschaftlich und emotional ist. Ich bin ein sehr irrationaler Mensch, denke viel mit dem Herzen. Das hat mir viel Gutes gebracht – aber auch viel Schlechtes.

Wie oft waren Sie verzweifelt, als Sie beim Schreiben darüber nachdachten?
Nino de Angelo: Das mit der Verzweiflung hat sich in Grenzen gehalten. Denn ich habe nie einen Lebens-Plan gehabt, sondern immer gedacht, dass alles, was ich tue und erlebe, geschrieben steht. Dass dafür der liebe Gott zuständig ist. Für mich war das Leben immer ein Lernprozess, deswegen bereue ich keine Sekunde.

Hat Sie die Pandemie drauf gebracht, diese musikalische Bilanz zu ziehen?
Nino de Angelo: Nein. Das fing schon ein Jahr vorher an. Ich hatte keinen Bock mehr, überhaupt noch mal ein neues Album aufzunehmen. Dann hat später mein neuer Produzent zu mir Kontakt aufgenommen. Der hatte sich vorher in dem Studio in Hamburg eingemietet, in dem „Jenseits von Eden“ entstanden ist.

Das ist fast 40 Jahre her…
Nino de Angelo: Beim Aufräumen hatte er da meine Goldene Schallplatte gefunden und recherchiert. Schließlich haben wir zusammengefunden, das Album produziert. Wobei klar war, dass ich nur das singe, was auf meinem Mist gewachsen ist, da durfte mir keiner reinreden – für mich was ganz Neues.

Vor einem Vierteljahr wurde öffentlich, dass Sie an der Lungenkrankheit COPD leiden. Wie ist Ihr Gesundheitszustand?
Nino de Angelo: Es sind keine guten Zeiten für mich, ich bin höchstgradiger Risikofall, denn ich habe eine nicht normale Liste an Krankheiten. Ich hatte mit 32 Lymphdrüsen-Krebs, 2016 eine Herz-Not-OP, kurz danach wurde COPD diagnostiziert. Ich bin extrem kurzatmig und bekomme hin und wieder – auch im Ruhezustand – Asthma-Anfälle. Da kommt was zusammen.

Können Sie damit überhaupt Konzerte geben?
Nino de Angelo: Ich werde so lange singen und auf Tournee gehen, solange alles noch funktioniert und machbar ist. Auch wenn es nicht mehr so einfach ist, auf der Bühne zu stehen. Dann werde ich zwei, drei Titel durchsingen, dann Pause machen. Es wird auch so ein toller Abend – der dauert dann nicht eineinhalb, sondern zweieinhalb Stunden.

Klingt aber nicht so, als würden Sie richtig kämpfen wollen…
Nino de Angelo: Ich kenne den Überlebenskampf lange, weiß wie es geht. Ich habe ja alles schon erlebt, und wenn mich jemand fragen würde, was ich noch erleben möchte – ich hätte keine Antwort drauf.

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Auf der Bühne braucht Nino beim Singen Pausen. Hier sieht man ihn mit Roland Kaiser, der auch unter COPD leidet.

Ihr Kollege Roland Kaiser litt an COPD. Er hat sich für eine Lungen-Transplantation entschieden. Wäre das eine Lösung?
Nino de Angelo: Das ist keine Option für mich. Außerdem gibt es auch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ich war vor drei Monaten wieder in der Röhre, habe alles durchchecken lassen. Dabei wurde festgestellt, dass sich die COPD nicht gravierend zu meinem Nachteil weiterentwickelt hat. Die Verschlimmerung geht nur langsam voran, das macht mich glücklich.

Auffallend am Album ist der Song „Colonia“, in dem Sie der Stadt Köln ein Loblied singen. Sie wohnen jetzt im Allgäu. Was verbindet Sie noch mit Köln?
Nino de Angelo: Alles. Mein Körper ist im Allgäu, mein Herz in Köln. Köln ist in meinem Herzen fest verankert.

Woher kommt diese Liebe zu der Stadt?
Nino de Angelo: Ich bin in Köln aufgewachsen, habe hier meine Karriere angefangen. Hier hatte ich meinen Durchbruch, hier war ich oben und erlebte die geilste Zeit meines Lebens. Aber ich weiß auch, wie der Asphalt in Köln schmeckt. Köln ist für mich Segen und Fluch zugleich.

Das fing alles vor genau 40 Jahren an...
Nino de Angelo: ...ja, ich war 17, da musste noch meine Mama für mich den Schallplatten-Vertrag unterschreiben. Kurz drauf – mit 19 – war ich fast Multimillionär.

Sind Sie das heute noch?
Nino de Angelo: Nee, leider nicht. Ich war damals ja erst 19 – wie hätte das gut gehen können? Ich habe zwar sehr lange davon leben können, bin aber nach dem ersten Höhenflug auch wieder abgestürzt. Dann kam die Unzufriedenheit durch Misserfolge und falsche Platten, und dann wurde mir schnell klar, dass man im Erfolg viele falsche Freunde hat.

Kommen Sie noch oft nach Köln?
Nino de Angelo: Ja klar. Meine Mama lebt in Zollstock, meine Kinder leben in der Innenstadt, meine besten Freunde sind hier. Jetzt, in der Pandemie, ist das leider weniger geworden. Ich hoffe sehr, dass bald wieder die Zeit anbricht, in der wir uns besuchen und fest in die Arme nehmen können. Scheiß-Corona!

Sie waren vier Mal verheiratet, sind vier Mal geschieden. Sind Sie wieder in festen Händen?
Nino de Angelo: Ja, ich bin verlobt. Es kann sogar sein, dass es noch eine fünfte Hochzeit in meinem Leben gibt – aber nie und nimmer eine fünfte Scheidung.

Was sagen Ihre Mama und Kinder dazu, dass Sie so oft für Schlagzeilen sorgen?
Nino de Angelo: Da gibt es von allen die Antwort: „Wir liebend dich, so wie du bist!“ Und Mama fügt hinzu: „Du kannst was! Du schaffst das!“

Nino de Angelo: Bewegtes Leben, bewegte Karriere

  • Nino de Angelo (geboren am 18. Dezember 1963 als Domenico Gerhard Gorgoglione in Karlsruhe).
  • Als Kind kam er nach Köln.
  • 1980 brachte Nino de Angelo seine erste Platten heraus, 1983 folgte sein Größter Hit „Jenseits von Eden“ (geschrieben von Drafi Deutscher, 1946 – 2006).
  • 1989 belegte er den 14. Platz beim Eurovision Song Contest mit „Flieger“ (produziert von Dieter Bohlen).
  • Mitte der 1990er auf „Tabaluga und Lilli“-Tournee mit Peter Maffay. Dann Pause wegen Lymphknotenkrebs.
  • 2005 musste Nino de Angelo Privatinsolvenz anmelden.
  • In 25 Folgen der TV-Serie „Unter uns“ dabei und 2015 bei „Promi-Big-Brother“.
  • War vier mal verheiratet, hat zwei Kinder aus erster Ehe, wurde 2017 zum dritten Mal Vater.
  • Nino de Angelo leidet an der Lungenkrankheit COPD.
  • Am 23. März erscheint seine Autobiografie im Riva-Verlag.

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