Abo

„Lang lang ruhig“Nastassja Kinski über Nacktszene – Wenders zieht Film zurück

Nastassja Kinski

Copyright: Hendrik Schmidt/dpa

Nastassja Kinski hat sich bei Instagram zur Debatte um den Film geäußert. (Archivbild)

Streit um Nacktszene: Wenders zieht Film mit Kinski zurück

Die Darstellerin Nastassja Kinski meldet sich zur Diskussion um eine umstrittene Szene aus dem Wim-Wenders-Film „Falsche Bewegung“ zu Wort. Es sei nicht einfach, aber längst überfällig gewesen, über diesen Augenblick in ihrem Debütfilm zu sprechen, teilte Kinski in einem Instagram-Beitrag mit. Die Echtheit ihres Accounts wurde von ihrer Agentur bestätigt. In dem Streifen aus dem Jahr 1975 wurde die damals 13-jährige Schauspielerin mit entblößtem Oberkörper gezeigt, ein Thema, das sie erst vor Kurzem in der „Süddeutschen Zeitung“ erörtert hatte.

„Danke dafür, euch auch danach, allen die sich gemeldet haben“, schrieb Kinski. Die heute 65-Jährige bittet laut eigener Aussage schon seit Jahren Regisseur Wenders (80), die Passage aus dem Film zu nehmen. Ihr Rechtsbeistand Christian Schertz hatte mitgeteilt, dass der Filmemacher ein direktes Gespräch mit Kinski über die Szene „bereits seit Jahren verweigert“ habe.

Wenders zieht Film vorerst zurück

Der Filmemacher kündigte daraufhin in einer Erklärung an, dass der Streifen bis auf Weiteres aus sämtlichen Verwertungskanälen entfernt wird. Partner aus den Bereichen Streaming, Fernsehen und Vertrieb sollen angewiesen werden, den Film nicht länger für die Öffentlichkeit bereitzustellen. Zudem entschuldigte er sich bei Kinski. „Als einziger der damals für ‚Falsche Bewegung‘ handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber.“

Auf die Entscheidung von Wenders, „Falsche Bewegung“ vorläufig nicht mehr zu verbreiten, ging Kinski in ihrem Beitrag nicht ein. Ihr Anwalt Schertz hieß die Erklärung von Wenders zwar willkommen, nannte sie jedoch zugleich „längst überfällig“. Kinski selbst formulierte, sie sei „lang lang ruhig, geduldig“ geblieben in der Annahme, es käme zu einem „gerechten Dialog geben mit meinem Regisseur Wim Wenders“, aber er habe sie nicht ernst genommen.

Wenders hatte bereits bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises geäußert, er würde die Passage „heute nie mehr so machen“. Gleichzeitig könne er seinem jüngeren Selbst keinen Tadel aussprechen, da er einen Film geschaffen habe, der seiner Epoche entsprach. Daraus leite sich jedoch eine Frage ab, die die gesamte Filmwelt betreffe: „Wie geht man mit Filmerbe um?“ Er regte bei der Deutschen Filmakademie eine Diskussion an. Die Handhabung der Szene sowie Wenders' Ansprache lösten weitreichende Diskussionen in der Filmwelt und in der Öffentlichkeit aus. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Mette-Marit mit Sauerstoffgerät bei offiziellem Termin
Große Sorge um Mette-Marit
Sie braucht eine neue Lunge, Silberhochzeit abgesagt