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„Er hat mich nicht beschützt“Nacktszene mit 13: Kinski will gegen Regisseur Wenders klagen

Wim Wenders

Copyright: Christoph Soeder/dpa

Die Rede von Wim Wenders beim Deutschen Filmpreis sorgte für Diskussionen (Archivbild).

Nackt-Zoff eskaliert: Kinski stellt Wenders Ultimatum

Die Auseinandersetzung wegen einer Nackt-Aufnahme der damals erst 13 Jahre alten Nastassja Kinski in Wim Wenders' Werk „Falsche Bewegung“ (1975) eskaliert. Der Anwalt von Kinski, Christian Schertz, droht mit rechtlichen Schritten, falls Wenders die Passage nicht umgehend aus dem Film nimmt. Die Uhr tickt.

Beinahe ein halbes Jahrhundert nach Drehschluss fühlt sich die Darstellerin vom gefeierten Regisseur verraten. Ihr Vorwurf: Er habe sie als Minderjährige nicht beschützt. „Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war“, offenbarte Kinski unlängst gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Anwalt von Kinski macht jetzt Druck

Für den Juristen Schertz ist der Fall eindeutig: Er bezeichnet Wenders' Ansprache beim Deutschen Filmpreis, in der eine generelle Diskussion zum Umgang mit „Filmerbe“ angeregt wurde, als Ausweichmanöver. „Tatsächlich hat er damit erneut keine Verantwortung übernommen, nur er allein kann das Problem lösen. Er ist der Regisseur, es ist sein Film.“

Verleihung Deutscher Filmpreis

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Wim Wenders wurde beim Deutschen Filmpreis mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet (Archivbild).

Ein direktes Gespräch mit Kinski soll Wenders laut Angaben von Schertz „bereits seit Jahren verweigern“. Daher erhöht man nun den juristischen Druck: Man gibt ihm noch die laufende Woche Zeit. „Wenn uns nicht bestätigt wird, dass die Szene entfernt wird, werden wir klagen“, sagt der Jurist. Als Grund wird angeführt, dass die Persönlichkeitsrechte von Kinski als Kind verletzt wurden.

Das passiert in der brisanten Film-Sequenz

Kinski spielt in „Falsche Bewegung“ die stumme Artistin Mignon. In der etwa zwei Minuten dauernden Passage liegt sie mit nacktem Oberkörper in einem Bett. Die Figur des Schriftstellers Wilhelm (dargestellt von Rüdiger Vogler) legt sich in Unterwäsche zu ihr, verpasst ihr eine Ohrfeige und streichelt ihr anschließend über das Gesicht. Später wird eine sexuelle Handlung impliziert.

Für Kinski eine Darstellung, die sie bis heute belastet. „Sie fühlte sich in der Rückschau völlig überfordert mit der Situation und auch damals nicht geschützt von ihm“, so die Erklärung ihres Anwalts. „Manchmal guckt man auf sein Leben zurück und stellt fest, da sind Dinge passiert, die waren schlicht nicht in Ordnung, die möchte ich korrigiert wissen.“

Wenders fordert Debatte – und erntet heftige Kritik

Wenders selbst sagte bei der Annahme des Ehrenpreises beim Deutschen Filmpreis, er würde die Sequenz „heute nie mehr so machen“. Er sei jedoch ratlos und wünsche sich eine Diskussion darüber, ob man einen Film nachträglich abändern dürfe. Eine solche Kürzung wäre ein Präzedenzfall. „Ich möchte es diskutieren und ich möchte da nicht alleine bleiben.“

Nastassja Kinski

Copyright: Felix Hörhager/dpa

Nastassja Kinski will eine alte Szene aus dem Wenders-Film entfernt haben (Archivbild).

Die Antwort aus der Filmwelt war teilweise scharf. „Es wäre so groß gewesen, wenn ein so großer Mann einmal öffentlich gesagt hätte: Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe es versäumt, ein ungeschütztes 13-jähriges Kind zu schützen“, äußerte sich zum Beispiel Regisseurin Karoline Herfurth via Instagram.

Wie mit heiklem Filmerbe umgehen?

Die Meinungen zu dieser Frage gehen weit auseinander. Die Filmwissenschaftlerin Annette Brauerhoch spricht sich gegen eine „Korrektur der Geschichte“ aus. Die Filme seien „wichtige Dokumente“. Andere Stimmen, wie die von Regisseurin Julia von Heinz, empfehlen einen Kompromiss: Die Sequenz könnte durch Triggerwarnungen und Zusatzmaterialien in einen Kontext gesetzt werden, beispielsweise durch ein Interview mit Kinski. Ein symbolisches Herausschneiden aus der Master-Version wäre eine „einfache und klare Geste“.

Ein Präzedenzfall existiert bereits: Für den „Tatort: Reifezeugnis“ (1977), in dem Kinski auch nackt erscheint, wurde laut ihrem Rechtsbeistand eine Übereinkunft mit dem NDR getroffen. Wenders selbst erinnerte an Steven Spielberg, der eine nachträgliche Änderung an seinem Werk „E.T.“ später bedauerte. Ein unmittelbarer Vergleich der Situationen ist aber kaum möglich. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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