1996 starb der Rapper Tupac Shakur nach Schüssen in Las Vegas. Jetzt läuft ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher. Die Anklage nennt Rache als Motiv. Gibt es echte Beweise?
Mord an Tupac ShakurProzessauftakt: War Rache das Motiv?
Knapp drei Jahrzehnte nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur muss sich ein Mann in Las Vegas in dem spektakulären Fall vor Gericht verantworten.
Zum Auftakt des Prozesses brachte die Anklage Rache als Motiv vor. Die Verteidigung hielt dagegen, dass es nur „Fiktion“, aber keine echten Fakten für einen Schuldspruch geben würde.
Ikonischer Rapper starb mit 25 Jahren
Zu den Eröffnungsplädoyers am Montag (Ortszeit) erschien der Angeklagte mit Anzug und Krawatte vor Gericht. Prozessbeobachter gehen von einem mehrwöchigen Verfahren aus.
Der frühere Gang-Anführer war 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Vor Gericht hatte er auf nicht schuldig plädiert. Im Fall einer Verurteilung droht dem 63-jährigen Verdächtigen eine lebenslange Gefängnisstrafe.
Tupac gilt als eine der prägendsten Figuren der Musikgeschichte. Der damals 25 Jahre alte Rapper wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen und starb sechs Tage später im Krankenhaus.
Der Rapper war in der Tatnacht mit Suge Knight, Mitbegründer des für Gangsta-Rap bekannten Labels Death Row Records, unterwegs gewesen. Sie hatten sich in der Casino-Stadt einen Boxkampf von Mike Tyson angesehen. Danach war es in einem Hotel zu einer Schlägerei gekommen, bei der ein Neffe des Angeklagten von Shakur und dessen Gefolgsleuten verprügelt wurde. Onkel und Neffe gehörten demnach einer südkalifornischen Bande an, die mit der Gang, der Suge Knight nahestand, verfeindet war.

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Tupac Shakur war 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus. (Archivbild)
Video von Prügelvorfall
Den zwölf Geschworenen im Gerichtssaal wurden zum Auftakt Videoaufnahmen von dem Prügelvorfall gezeigt. Zur Vergeltung für den Angriff auf seinen Neffen habe der Angeklagte damals den Mordplan ausgeheckt, sagte Bezirksstaatsanwalt Binu Palal. Der Mann habe die Tatwaffe besorgt und sie dann im weißen Cadillac den hinten sitzenden Männern gereicht, um auf Shakur und Knight im fahrenden Auto zu schießen.

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Rapper Tupac Shakur starb Tage später an seinen Verletzungen.
Das würden die Juroren quasi von dem Angeklagten selbst erfahren, führte Palal weiter aus. Der Mann hatte in der Vergangenheit mehrfach darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse abgefeuert wurden. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren „Compton Street Legend“ schrieb er über den Vorfall. Der Angeklagte ist heute der einzige Insasse aus dem Auto, der noch lebt.
„Fiktion“ statt Tatsachen
Verteidiger Michael Sanft wiederum beschrieb seinen Mandanten am Montag als Lügner und Angeber, der viele Dinge erfunden habe, etwa um daraus Kapital zu schlagen. Es sei reine „Fiktion“ und nicht etwa Tatsachen, wie es die Anklage darstellen würde. Sanft hielt den Ermittlern zudem vor, dass bei der Untersuchung des Vorfalls viele Fehler gemacht worden seien. Die Mordwaffe wurde beispielsweise nie gefunden.
Im Laufe des Verfahrens sollen unter anderem Polizisten, Augenzeugen, Angehörige und möglicherweise auch der Angeklagte aussagen. Rapper Mopreme Shakur, ein Stiefbruder von Tupac Shakur, meldete sich vor Prozessbeginn zu Wort.
Das Ergebnis des Prozesses könne nur hinter den Erwartungen zurückbleiben, meinte der 59-Jährige. „Die Gerechtigkeit, die ich mir wünsche, würde ich niemals bekommen. Ich will meinen Bruder zurück“, sagte der Musiker dem Sender BBC in einem Interview. „Pac hat keinen Prozess gekriegt. Er erhielt einfach ein Todesurteil.“ (dpa/red)
