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Hass, Geld und ReueMario Adorfs legendärste Rollen und seine größten Geständnisse

Schauspieler Mario Adorf

Copyright: Ursula Düren/dpa

Adorf spielte u.a. mit Veronica Ferres (l) und Gudrun Landgrebe in «Rossini». (Archivbild)

Vom Western-Bösewicht zum Schickeria-König: Ein Blick auf seine unvergesslichsten Auftritte.

Mario Adorf hatte im Laufe seiner Karriere viele Gesichter: Er war Kleinganove, Wildwest-Schurke, Mörder und Patriarch. Seine unvergesslichen Auftritte hatte er in Filmen wie «Die Blechtrommel» (1979), «Lola» (1981) oder «Der Schattenmann» (1996). Hier sind einige seiner wichtigsten und ungewöhnlichsten Rollen.

Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte der 26-jährige Adorf 1957 in Robert Siodmaks Drama «Nachts, wenn der Teufel kam». Darin geht es um eine Mordserie an Frauen im Nationalsozialismus, für die Bruno Lüdke (Adorf), ein Mann mit geistiger Behinderung, verantwortlich gemacht wird. Später empfand Adorf großes Bedauern über die Rolle, da sich herausstellte, dass Lüdke unschuldig und von den Nazis als Monster inszeniert worden war. „Ich habe einem Menschen, der wirklich gelebt hat, eine monströse Geschichte gegeben, die überhaupt nicht stimmt“, erklärte Adorf 2020 der „Zeit“. Lüdke sei das eigentliche Opfer gewesen: „Die SS war der Teufel, nicht Bruno!“

Als Mörder von Nscho-tschi: „Ich habe dich dafür gehasst“

Unvergessen ist auch seine Rolle als Bösewicht Santer im Karl-May-Klassiker «Winnetou 1. Teil» von 1963, in dem er Winnetous Schwester erschießt. Diese Szene nahmen ihm viele Zuschauer lange übel. In einem dpa-Gespräch erinnerte er sich: „Immer wieder treffe ich Leute, die sagen: ‚Dass du die Nscho-tschi erschossen hast, das habe ich dir lange Jahre nicht verziehen. Ich habe dich dafür gehasst.‘ Das ist ein Satz, den ich zigtausend Mal gehört habe.“ Das Verblüffende daran: Adorf und Darstellerin Marie Versini trafen sich für den Dreh dieser Szene nie. „Ich hab' irgendwohin in die Luft gezielt“, so Adorf. Der Moment, in dem Nscho-tschi tödlich getroffen zusammensackt, wurde an einem anderen Tag ohne ihn gefilmt.

Neben großen Produktionen wirkte Adorf auch in weniger bekannten Filmen mit. Ein solches, zu Unrecht vergessenes Juwel ist «Deadlock» (1970) von Regisseur Roland Klick – ein früher deutscher Vorläufer von Tarantino-Filmen. In dem brutalen Neo-Western geht es um einen Koffer voller Geld in einer verlassenen Minenkolonie. Adorf spielt den skrupellosen Aufseher Charles Dump, der in dem Geld seine einzige Chance sieht, der Einöde zu entkommen. In einer der stärksten Szenen wird er panisch von einem Truck durch die Wüste gejagt.

Action-Held ohne Stunt-Double

Seine Vorliebe für Action bewies Adorf auch in italienischen Krimis. Legendär ist sein Auftritt in «Der Mafia-Boss - Sie töten wie Schakale» (1972). In einer waghalsigen Szene klammert er sich an den Kühler eines Lieferwagens, schlägt mit dem Kopf die Windschutzscheibe ein und boxt den Fahrer vom Sitz – alles ohne Double. Bei solchen internationalen Drehs half ihm seine Vielsprachigkeit enorm, denn neben Deutsch, Englisch und Französisch spricht er fließend Italienisch.

Sogar Starregisseur Billy Wilder holte Adorf für sein Melodram «Fedora» (1978) vor die Kamera. Jahre zuvor hatte Adorf allerdings ein Angebot von Wilder für die Komödie «Eins, Zwei, Drei» abgelehnt, weil ihm nicht die erhoffte Rolle angeboten wurde. „Ich habe ein paar Rollen abgelehnt, weil ich ein bisschen arrogant oder dumm war“, gab er später offen zu.

Schauspieler Mario Adorf

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Adorf während der Dreharbeiten zum Film «Fedora». (Archivbild)

Legendärer Auftritt in „Kir Royal“

Unsterblich wurde Adorf mit einem Satz aus Helmut Dietls Kultserie «Kir Royal» (1986): „Ich scheiß' dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast“. Er spricht ihn als rheinischer Fabrikant Heinrich Haffenloher, der um jeden Preis in die Klatschkolumne von Baby Schimmerlos will. Obwohl er nur in einer Folge dabei war, ist seine Darstellung des großspurigen Machos großes Kino.

Schauspieler Mario Adorf

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Adorf (2. v. l.) in der BR-Kultserie «Kir Royal». (Archivbild)

In die Münchner Schickeria kehrte Adorf 1997 mit der Gesellschaftssatire «Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief» zurück. Als Wirt eines Edelitalieners spielte er an der Seite von Stars wie Götz George und Veronica Ferres. Unvergessen sein Schwärmen für die von Ferres gespielte Schneewittchen: „Sie ist jung, sie ist groß, sie ist blond, sie ist schön, fünf Arme möchtest du haben!“ Am Ende entflammt nicht nur seine Leidenschaft, sondern auch seine Krawatte, die einer Kerze zu nahe kommt, wie die „dpa“ berichtet. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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