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Madonna und das Comeback, mit dem nicht zu rechnen warDas sind die Musik-Highlights der Woche

Nach ein paar sehr merkwürdigen Jahren, die auch große Fans zweifeln ließen, gelingt Madonna mit „Confessions II“ ein beachtliches Comeback. (Bild: Rafael Pavarotti)

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Nach ein paar sehr merkwürdigen Jahren, die auch große Fans zweifeln ließen, gelingt Madonna mit „Confessions II“ ein beachtliches Comeback. (Bild: Rafael Pavarotti)

Fatoni, Sienna Spiro und Madonna, die sich an alte Großtaten erinnert und auf der Tanzfläche endlich wieder zu sich selbst findet: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

„Everybody get up and dance!“ - Die „Queen of Pop“ ist zurück und möchte mit ihrem Volk tanzen. Nach Jahren voller befremdlicher Auftritte und missratener Musik gelingt Madonna mit „Confessions II“ ein spektakuläres Comeback, das ihr zuletzt nur noch wenige zugetraut hätten. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Fatoni und Sienna Spiro.

Madonna - Confessions II

Fatoni weiß: „Drama endet nie“. Aber Fatoni ist inzwischen auch erwachsen genug, um sich damit abzufinden. (Bild: Michael Weniger)

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Fatoni weiß: „Drama endet nie“. Aber Fatoni ist inzwischen auch erwachsen genug, um sich damit abzufinden. (Bild: Michael Weniger)

Pop ist keine Wissenschaft, man kann ihn nicht exakt berechnen und auch nicht mit dem Finger auf das „gewisse Etwas“ zeigen, das es in diesem Geschäft braucht. In den letzten grob 15 Jahren aber schien es doch, als hätte Madonna dieses gewisse Etwas verloren. Bizarre Social-Media-Auftritte und fragwürdige Beautydoc-Eingriffe prägten das Bild, die Musik der letzten Alben war mehrheitlich schräg daneben. Wer noch von der „Queen of Pop“ sprach, stellte immer häufiger Zusätze wie „einstige“ oder „ehemalige“ voran. Als Madonna dann vor einiger Zeit endlich mal wieder eine neue Platte ankündigte, rechnete man so ungefähr mit allem, aber nicht damit: dass ihr mit „Confessions II“, einer Fortsetzung zu „Confessions On A Dance Floor“ (2005), ein echtes Comeback gelingt.

Die ersten Reaktionen überschlagen sich vor Begeisterung, wohl auch deshalb, weil eben niemand mehr mit so einem großen Wurf gerechnet hatte. Madonnas bestes Album seit 20 Jahren, heißt es vielfach. „Confessions II“, das ist ein intensiver, ekstatischer, abwechslungsreicher Deep-Dive in die Tanzmusik, mit Disco, Trance, Techno und House, mit Groove, Leidenschaft und viel mehr Tiefgang, als man es dieser Art Musik gemeinhin zugesteht.

„Die Leute denken, Tanzmusik sei oberflächlich, aber damit liegen sie völlig falsch“, heißt es in einem von vielen interessanten Spoken-Word-Beiträgen auf diesem Album, hier im Song „One Step Away“. „Der Dancefloor ist nicht nur ein Ort, er ist eine Schwelle: ein ritueller Raum, an dem Bewegung an die Stelle der Sprache tritt.“ So wird „Confessions II“ (aufgenommen mit Stuart Price, der schon das erste „Confessions“-Album produzierte) zu mehr als nur einem aufregenden 63-Minuten-Rave: Diese Musik beschreibt eine spirituelle Reise, bei der Madonna als Künstlerin endlich wieder zu sich selbst findet. Die „Queen of Pop“ ist zurück.

Fatoni - Drama endet nie

Eine umwerfende Stimme: Sienna Spiro veröffentlicht ihr mit Spannung erwartetes erstes Album „Visitor“. (Bild: Petros)

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Eine umwerfende Stimme: Sienna Spiro veröffentlicht ihr mit Spannung erwartetes erstes Album „Visitor“. (Bild: Petros)

Anton Schneider alias Fatoni, Jahrgang 1984, hat die 40 inzwischen überschritten und ist jetzt mittendrin in genau dieser Lebensphase: Morgens nach dem Aufstehen tun Körperteile weh, die man vorgestern noch gar nicht kannte; man hätte gerne mal ein bisschen Ruhe, aber irgendwas ist halt immer. Oder wie es auf dem neuen Album des gebürtigen Münchners heißt: „Drama endet nie“. Der Titel schreit Erkenntnis und deutet einsetzende Verzweiflung an, die Musik erzählt von Akzeptanz und Frieden.

„Drama endet nie, Drama endet nie, doch alles gut, ich hab immer noch Energie“: Das ist wohl der Spirit, mit dem man dann auch bis zur 50 kommt. Fatoni, ehemaliger Creme-Fresh-Rapper und nun schon seit fast 20 Jahren solo unterwegs, erzählt auf seiner siebten Platte von Trennung, Schmerz, Chaos im Kopf und anderem Kram, der manchmal nervt. Döner immer teurer und so. Er weiß aber: Wenn nie irgendetwas blöd ist, weiß man das Gute auch nicht zu schätzen.

So soll das Album in erster Linie doch eine Liebeserklärung sein „auf dieses eine Leben, das wir Menschen haben“. Rauf auf die Vespa, „im Fahrtwind fällt der Stress ab“. Und wirklich beschweren kann Fatoni sich sowieso nicht. Mit Mine, Lakmann, Maeckes, Ami Warning und weiteren Gaststars hat er viele liebe Freundinnen und Freunde, die auf „Drama endet nie“ mitwirken. Auch jenseits der Musik lief es zuletzt richtig gut: Als Hauptdarsteller der ausgezeichneten Netflix-Serie „Kacken an der Havel“ feierte der Musiker mit Schauspiel-Ausbildung zuletzt seinen bislang größten Erfolg im Filmgeschäft.

Sienna Spiro - Visitor

„Meine Güte, wow! Genau so wird's gemacht. Du warst fantastisch!“ - Jimmy Fallon hat schon viel erlebt in seiner Show, hat regelmäßig die allergrößten Musik-Stars zu Gast und findet immer alles „fantastisch“, was da so passiert. Aber dieser Auftritt hat ihn doch sichtlich angefasst: Sienna Spiro, eine 20-jährige britische Newcomerin, sang im Januar in der „Tonight Show“ ihren Song „Die On This Hill“ und lieferte so ab, wie man überhaupt nur abliefern kann. Es war eine Performance, bei der jeder verstand: Da kommt eine aufregende, große, neue Stimme. Seitdem entstand ein gewaltiger Hype um die Londonerin, eine erste Welttournee ist bereits zu großen Teilen ausverkauft. Mit entsprechender Vorfreude wartete die Musikwelt zuletzt auch auf Sienna Spiros Debütalbum „Visitor“, das ab sofort erhältlich ist.

Eine aufregende, große, neue Stimme - und vor allem eine, die nicht angewiesen ist auf Autotune oder irgendwelchen anderen technischen Schnickschnack. Sienna Spiro singt orchestralen Soul-Pop mit ausladenden Gesten und viel Drama. Durchaus auch mit viel Schmalz. Aber eben auch: zum Dahinschmelzen. Insgesamt zehn Songs enthält dieses umwerfende erste Album, das von Liebe, Verlustängsten und Vergänglichkeit erzählt und überhaupt von einer beachtlichen persönlichen und künstlerischen Reife zeugt. In der Fachpresse tauchen bereits gewaltige Vergleiche auf wie „Adele der Generation Z“. Man wird gewiss noch eine Menge hören von dieser Ausnahmesängerin. Auch bei Jimmy Fallon übrigens, wo Sienna Spiro am Montag, 13. Juli, wieder auftritt, um ihr erstes vollständiges Album zu feiern. (tsch)

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