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„Liebling Kreuzberg“-StarWas macht eigentlich Michael Kausch?

In „Liebling Kreuzberg“ spielte Michael Kausch (links, mit Corinna Genest und Manfred Krug) eine der wichtigsten Rellen seiner Karriere.  (Bild: IMAGO / United Archives)

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In „Liebling Kreuzberg“ spielte Michael Kausch (links, mit Corinna Genest und Manfred Krug) eine der wichtigsten Rellen seiner Karriere. (Bild: IMAGO / United Archives)

Dank „Scharzwaldklinik“ und „Liebling Kreuzberg“ war er in den 80er-Jahren ein beliebtes TV-Gesicht: Ein Sturz aus fast 15 Metern warf Michael Kausch dann aus der Bahn, trotzdem nennt er den Unfall heute Glück.

Natürlich blickt auch er mit einer gewissen Nostalgie zurück: „Die Achtzigerjahre waren meine goldenen Jahre“, sagte Michael Kausch 2025 im Interview mit „t-online“. Und denkt dabei auch an eine der absoluten Kultserien der 80er-Jahre, die zuletzt eine Rückkehr feierte: Am Freitag, 16. Oktober, läuft um 20.15 Uhr in der ARD „Kanzlei Liebling Kreuzberg“ mit neuen Folgen an - allerdings ohne den 77-Jährigen, der in der Originalserie Manfred Krugs Kanzleipartner war.

Von Februar 1986 bis April 1990 spielte Kausch in „Liebling Kreuzberg“ den Rechtsanwalt Giselmund Arnold. Die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Manfred Krug hat bei ihm tiefen Eindruck hinterlassen. „Ich habe die vier Jahre mit ihm genossen, habe sehr viel von ihm gelernt“, sagte Kausch, „auch wenn wir nicht unbedingt Freunde waren“. Gesiezt hätten sich die beiden in dieser Zeit „merkwürdigerweise“ durchgehend. Die „Schwarzwaldklinik“ im ZDF, wo er von 1986 bis 1988 als Dr. Engel zum Hauptcast gehörte, sei dagegen „mehr wie Urlaub“ gewesen. Dann kam der 19. Januar 1990.

„Das ist wie mein zweiter Geburtstag“

Bei einem Schauspielworkshop in einer Weddinger Fabriketage wollte Kausch in der Pause mit einer Kollegin improvisieren, lief auf ein offenes Fenster zu und kam nicht mehr zum Stehen. Er stürzte fast 15 Meter tief in den Hinterhof, lag eine Woche im Koma und hatte ein schweres Schädelhirntrauma. Monatelang saß er im Rollstuhl, Sprechen und Laufen musste er neu lernen. „Das volle Programm“, sagte er „t-online“. Dennoch nennt er den Unfall einen Glückstag: „Ich empfinde den Fenstersturz im Endeffekt als positiv.“ Ohne ihn hätte er seine heutige Frau nicht kennengelernt. Das Paar ist seit mehr als 20 Jahren verheiratet und lebt in Titisee-Neustadt.

Beruflich traf der Unfall Kausch auf dem Höhepunkt: Die „Schwarzwaldklinik“ war beendet, die letzte „Liebling Kreuzberg“-Staffel abgedreht, für „Unser Lehrer Doktor Specht“ befand er sich in Gesprächen. Nach einem Jahr Pause kehrte Kausch in eine veränderte Branche zurück. Mit dem Mauerfall drängten Kollegen aus dem Osten auf den Markt. „Meine Gage war von einem Tag auf den anderen um zwei Drittel niedriger“, sagte er. Ein Berufswechsel kam aber nicht infrage: „Es war auch immer mein Traumberuf.“

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Gesetzliche Rente ist „sehr, sehr erbärmlich“

Die gesetzliche Rente, die er seit mehr als einem Jahrzehnt bezieht, nannte er „sehr, sehr erbärmlich“. Sorgen muss er sich trotzdem nicht machen: Aus der Pensionskasse der freien Mitarbeiter bekomme er „eine ganz beachtliche Rente“, dazu eine kleine von der Bühnengenossenschaft und die Verletztenrente seit dem Unfall.

Zum Stillstand führte das nie. Seit seinem Debüt 1979 in der Miniserie „Der eiserne Gustav“ kommt Kausch auf rund 80 Projekte, allein zwischen 2019 und 2023 waren es zehn. Zuletzt spielte er bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ mit und drehte eine Episode der Miniserie „Tamim“. Zudem stand der immer wieder auf der Bühne, etwa in Berlin am Schillertheater und am Schlossparktheater sowie in Freiburg am Wallgrabentheater.

Dabei will Kausch mit inzwischen 77 Jahren eigentlich kürzertreten. Wichtiger sei ihm sein autofiktiver Roman, an dem er schreibe, sagte er 2025, veröffentlicht ist das Buch bislang nicht. „Wenn man schreibt, wirkt das zum großen Teil auch therapeutisch“, sagte er „t-online“. „Das ist mir recht.“ (tsch)