Für Peter Giesel wird der Ausflug zur Festung von Kotor zum echten Kraftakt. 1.350 Stufen, fehlende Wegweiser und eine völlig heruntergekommene Sehenswürdigkeit bringen den „Achtung Abzocke“-Moderator an seine Grenzen.
„Leute, muss das jetzt sein?“Peter Giesel quält sich Berg hinauf, um am Ende „eine Schande“ zu sehen

Copyright: Joyn
TV-Moderator Peter Giesel macht der Aufstieg zur Festung über der Stadt Kotor zu schaffen. (Bild: Joyn)
Eigentlich sollte es ein spektakulärer Ausflug für TV-Moderator Peter Giesel werden: eine historische Festung, eine atemberaubende Aussicht, eine Art Geheimtipp für Balkan-Touristen. Doch was als Sightseeing-Check für die Kabel Eins-Sendung „Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur“ beginnt, entwickelt sich für den Reporter schnell zu einem schweißtreibenden Albtraum mit „körperlichen Schmerzen“.
Gemeinsam mit seinem Team ist Giesel in Kotor, Montenegro, unterwegs. Das Ziel: die Festung Sveti Ivan, auch bekannt als Burg von San Giovanni. Doch bevor der Moderator überhaupt die berühmten 1.350 Stufen erklimmen kann, wird er erst einmal zur Kasse gebeten. 15 Euro kostet der Eintritt. Dass dieser Betrag für Giesel am Ende fast nebensächlich werden würde, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Denn die Festung, die auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, thront auf einem 280 Meter hohen Felsen über der historischen Altstadt. Der Weg nach oben ist also alles andere als ein gemütlicher Spaziergang. Doch die Aussicht soll spektakulär sein. Allerdings sorgt zunächst nicht die Landschaft für Schnappatmung, sondern der steile Aufstieg. Schon nach den ersten Metern kommt Giesel an seine Grenzen. „Das hätte ich nicht gedacht“, schnauft der Moderator. Kurz darauf richtet er seinen Frust an den Kameramann: „Wer hat sich das denn ausgesucht?“, fragt er gequält. Und als die nächsten Stufen vor ihm liegen, folgt direkt die nächste Beschwerde: „Leute, muss das jetzt sein?“
„Blasphemie oder guter Geschäftssinn?“

Copyright: Joyn / Robin Ahne
Seit 2015 deckt Peter Giesel in „Achtung Abzocke“ die Maschen der Urlaubsbetrüger auf. (Bild: Joyn / Robin Ahne)
Doch Rettung naht - zumindest ein bisschen. Auf halber Strecke entdeckt Giesel eine Kirche, in der Wasser verkauft wird. Die „fürsorglichen Einheimischen“, wie er sie nennt, sorgen damit für eine willkommene Erfrischung. Doch der Verkauf innerhalb des Gotteshauses wirft bei ihm Fragen auf: Aus der Kirche ist offenbar ein Touristenkiosk geworden. „Blasphemie oder guter Geschäftssinn?“, stellt Giesel in den Raum. Eigentlich hätte ein Schild bei der Kirche den Besuchern etwas über die Aussicht und die Geschichte des Ortes erzählen sollen. Doch statt spannender Informationen findet Giesel nur Fußballsticker und ein teilweise zerstörtes Schild vor. Sein Wissensdurst bleibt damit ungestillt.
Doch der Weg nach oben ist steil und steinig: Fehlende Wegweiser machen den Aufstieg zusätzlich schwierig. „Ernsthaft jetzt?“, regt sich Giesel zunehmend mehr auf. „Danke für den Umweg“. Spätestens jetzt ist für ihn klar: Für diese Strecke wären Wanderschuhe wohl die bessere Wahl gewesen.
„Eine Schande für die Stadt“
Als Peter Giesel schließlich die Spitze erreicht, ist die Freude über das erreichte Ziel schnell verflogen. Durchgeschwitzt und enttäuscht blickt er auf die Festung, die eigentlich ein kulturelles Highlight Montenegros sein sollte. Stattdessen entdeckt sein Team Graffiti, unangenehme Gerüche und bröckelnde Mauern.
Für Giesel ist der Zustand der historischen Anlage ein trauriger Anblick. Einst galt die Festung als Aushängeschild des Landes - heute vermisst der Moderator den Respekt vor der Geschichte des Ortes. „Alle kulturell verantwortlichen Leute der Stadt Krotor, die können sich diese Sendung mal ansehen und mal zu Herzen nehmen und ein bisschen was aus diesem kulturellen Erbe hier oben machen“, appelliert er. Für Peter Giesel ist die Festung von Sveti Ivan nicht nur ein enttäuschender Ausflug, sondern „eine Schande für die Stadt“ und definitiv kein „Aushängeschild“.
„Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur“ läuft wöchentlich um 20.15 Uhr bei Kabel Eins und auf Joyn. (tsch)
