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Kultfilm wurde hier gedrehtWie Flammen einen Ort auslöschten, den Millionen liebten

Das brennende Pan-Pacific Auditorium im Jahr 1989.

Copyright: Foto: Ithaka Darin Pappas, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das brennende Pan-Pacific Auditorium im Jahr 1989. Hier wurde der Kultfilm „Xanadu“ gedreht. (Archivbild, KI-nachbearbeitet)

Aktualisiert:

Erst vom Kino neu entdeckt, dann vollständig zerstört: Ein Feuer macht aus einem legendären Ort endgültig Vergangenheit.

Es gab eine Zeit, da wurden Träume in Los Angeles nicht nur im Film wahr – sondern auch aus Beton und Stahl gebaut. Das Pan-Pacific Auditorium war genau so ein Ort.

1935 am Beverly Boulevard eröffnet, war es von Anfang an auf große Wirkung angelegt. Auffallen, Menschen anziehen, Spektakel versprechen – schon von außen. Und genau das lieferte es über Jahrzehnte hinweg.

Von Elvis bis Richard Nixon – hier standen große Namen auf der Bühne

Seine Hochphase erreichte das Auditorium vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren. Konzerte, Shows, Sportevents – hier ging alles über die Bühne, was Rang und Namen hatte. Elvis Presley, Xavier Cugat oder Chubby Checker traten hier auf. Auch Dwight D. Eisenhower und Richard Nixon hielten hier Reden vor Zehntausenden.

Das Pan-Pacific Auditorium in den 1980er Jahren.

Copyright: Wikipedia / gemeinfrei

Das Pan-Pacific Auditorium in den 1980er Jahren. (Archivbild)

Seine markante Fassade im Stil des Streamline Moderne erinnerte mit vier geschwungenen Türmen und klaren Linien an einen futuristischen Ozeandampfer. Dahinter verbarg sich eine riesige, nüchtern gehaltene Halle aus Stahl und Holz, die ganz auf große Veranstaltungen ausgelegt war.

Doch nach der Schließung 1972 begann ein unaufhaltsamer Verfall. Eingeschlagene Fenster, aufgebrochene Türen – das Gebäude war schutzlos dem Vandalismus ausgeliefert und wurde zum düsteren Lost Place mitten in Hollywood.

„Xanadu“ mit Olivia Newton-John: Unerwartetes Comeback durch  Kultfilm

Ausgerechnet das Kino brachte dem heruntergekommenen Bau im Herzen der Filmmetropole noch einmal Ruhm. Für den Musikfilm „Xanadu“ wurde das Auditorium zur glitzernden Rollschuh-Disco umgebaut – ein surrealer Mix aus Retro, Pop und Neon.

Mit der unvergessenen Sängerin Olivia Newton-John in der Hauptrolle bekam der Ort plötzlich wieder Strahlkraft. Sie hatte kurz zuvor mit dem Musical „Grease“ ihren großen Kino-Durchbruch gefeiert, mit „Xanadu“ hoffte man auf den nächsten Hit. Und der Soundtrack verkaufte sich tatsächlich millionenfach, Lieder wieder der Titelsong mit dem Electric Light Orchestra oder „Magic“ wurden zu Welthits.

Der Film selbst – in dem Newton-John an der Seite von Tanzlegende Gene Kelly über das Parkett schwebte – fiel bei den Kritikern durch und an den Kinokassen blieb er auch hinter den Erwartungen zurück, entwickelte sich aber Jahre später zum Kultfilm. Und machte die Location im Nachhinein unsterblich.

Das Feuer: Ein Wahrzeichen wird ausgelöscht

Am 24. Mai 1989 dann der Schock: Flammen schlugen aus dem Dach, das Gebäude stand binnen Minuten in Vollbrand. Feuerwehrkräfte kämpften verzweifelt gegen das Inferno, doch das alte Holz, der jahrelange Verfall und die offene Struktur machten jede Rettung unmöglich.

Am Ende blieb nur die ikonische Fassade – und selbst die stürzte wenig später ein. Ermittler gingen schnell von vorsätzlicher Brandlegung aus. Ein Verdächtiger wurde festgenommen – doch für das historische Wahrzeichen kam jede Hilfe zu spät.

Besonders bitter: Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Pläne, das Gebäude zu restaurieren. Statt Wiederaufbau folgte die totale Zerstörung – ein Stück Hollywood-Geschichte verschwand für immer.

Heute erinnert im Pan-Pacific Park nur noch eine Nachbildung an die markante Fassade. Doch durch den Kultfilm „Xanadu“ lebt das Auditorium weiter – als Symbol für Glamour, Verfall und eine der dramatischsten Nächte der Stadtgeschichte.

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