„Das ist eine schädliche Darstellung“: Mit klaren Worten hat TV-Moderatorin Kate Scott gegenüber José Mourinho Stellung gezogen. Der Trainer hatte nach dem mutmaßlichen Rassismus-Eklat in der Champions League dem Opfer Vincius Jr. eine Provokation im Vorfeld unterstellt.
Kontroverse Aussagen nach Rassismus-EklatTV-Moderatorin rechnet mit José Mourinho ab

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Kate Scott hat sich nach dem mutmaßlichen Rassismus-Eklat in der Champions League eindeutig positioniert. (Bild: Getty Images / Noam Galai)
Nach dem 1:0-Sieg von Real Madrid in den Play-offs der Champions League gegen Benfica Lissabon war das Ergebnis nur Nebensache. Der Grund: Der Madrider Stürmer Vincius Jr. soll nach seinem Tor von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden sein. Weil Lissabons Trainer José Mourinho nach dem Spiel darauf verwies, der Brasilianer habe bei dessen Torjubel provoziert, prasselte viel Kritik auf den Coach ein.
Auch die CBS-Moderatorin Kate Scott schloss sich dem nun an. Mourinho sei „eine Ikone des Weltfußballs“, setzte der TV-Star an. „Gestern lenkte er den Fokus von dem, was tatsächlich gesagt worden war, auf die Frage, ob es eine Provokation dafür gegeben habe. Im Wesentlichen sagte er uns, dass Vini Jr. es provoziert habe“, beschuldigte Scott Mourinho. Dafür hatte sie deutliche Worte in petto: „Das ist eine schädliche Darstellung von einem Mann, der als eine der führenden Persönlichkeiten im Weltfußball gilt.“
„Hier geht es um Recht und Unrecht“

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Vinicius Jr. wurde im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon wohl rassistisch beleidigt. (Bild: Getty Images / David Ramos)
Laut der Engländerin sei es im Fall von Rassismus unerheblich, ob man Sympathien für einen Spieler hege oder welchem Team man die Daumen drücke. „Hier geht es nicht um Real Madrid gegen Benfica. Es geht um Recht gegen Unrecht“, betonte Kate Scott und untermauerte ihre Sicht wie folgt: „Wenn das, was man auf einem Fußballplatz sagt, so beschämend ist, dass man es vor der Öffentlichkeit verbergen muss, dann ist man im Unrecht.“
Damit bezieht sich Scott auf den Lissaboner Spieler Gianluca Prestianni. Er ist der mutmaßliche Urheber der rassistischen Beleidigung gegenüber Vinicius Jr. TV-Bilder zeigten zwar, dass er dem Brasilianer etwas zurief, was den aufgebracht zum Schiedsrichter laufen ließ. Weil sich Prestianni jedoch dabei das Trikot über den Mund gezogen hatte, konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Das Spiel wurde aufgrund des Rassismusprotokolls der UEFA unterbrochen, aber nach zehnminütiger Pause fortgesetzt. Mourinho war rund um den Trubel nach dem Tor vom Platz geflogen.
„Die ethnische Vielfalt auf einem Fußballplatz in der Champions League ist Ausdruck der weltweiten Liebe zu diesem Spiel und der globalen Zugehörigkeit zu diesem Spiel“, unterstrich Kate Scott abschließend in ihrem Statement. „Das ist der wahre Geist des Fußballs. Und wenn Sie damit nicht einverstanden sind, dann sind Sie, mit allem Respekt, derjenige, der nicht dazugehört.“ (tsch)

