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Die deutschen Hit-MacherKitschKrieg über ihr neues Album, US-Erfolg und die KI-Gefahr

Das Produzententeam KitschKrieg

Copyright: KitschKrieg/Sony Music Entertainment Germany GmbH/dpa

Christian Meyerholz (Fiji Kris) und Christoph Erkes (Fizzle) vom Produzententeam KitschKrieg.

KitschKrieg: Harte Abrechnung mit dem KI-Wahnsinn.

Sie sind die Sound-Architekten hinter Trettmann und Co. und haben Deutschrap neu definiert. Nun legt das Berliner Trio KitschKrieg ein neues Album vor – und teilt mit einer heftigen Ansage gegen den KI-Trend in der Musikbranche aus.

Bei Hip-Hop-Produktion denken viele sofort an Los Angeles oder New York, an Grammys und riesige Leuchtreklamen. Doch die wahren Sound-Pioniere der letzten Jahre findet man auch hier bei uns. KitschKrieg ist ein Name, den jeder kennt, der auf deutschen Rap und Pop steht. Ihr Erkennungszeichen ist ein reduzierter, elektronisch dominierter Klang mit einer düsteren Note, der die deutsche Musiklandschaft nachhaltig beeinflusst hat.

Zum Trio gehören Christoph Erkes (Fizzle), Christian Meyerholz (Fiji Kris) und Nicole Schettler (awhodat), die für den gesamten visuellen Auftritt sorgt. Der große Knall kam mit dem Track „Knöcheltief“ von Trettmann und Gzuz. Der Song war später auch Teil des Albums „#DIY“, das komplett von KitschKrieg produziert wurde.

Vom Kreuzberger WG-Zimmer an die Spitze der Charts

Es wurde sehr schnell deutlich, wie gut ihr Stil ankommt: Ihre zweite Single „Standard“ katapultierte sie direkt auf Platz eins der deutschen Charts und brachte ihnen eine Platin-Auszeichnung ein. In ihren minimalistischen Basslines kann man immer wieder Elemente aus Dancehall, britischem Grime und elektronischer Musik entdecken.

„Uns erkennt man am Funken Melancholie, gradlinigen Texten und der schwarz-weißen Bildsprache, die uns metaphorisch zusammenhält“, verrät Meyerholz im Gespräch mit der dpa. Sein Kollege Erkes fügt hinzu: „Auf unseren Alben bauen wir unsere eigene Welt, wie sie uns gefällt, und dann laden wir Künstler ein, sie mit uns zu bevölkern.“

Alles begann ganz authentisch in einer Wohngemeinschaft in Kreuzberg. „Hip Hop lebt von dieser DIY-Kultur – dass Menschen sich ihre Möglichkeiten selbst erkämpfen“, so Erkes. Für ihr Debütalbum „KitschKrieg“ holten sich die Berliner im Jahr 2020 dann eine beeindruckende Liste bekannter deutscher Künstler ins Boot, darunter Cro, Marteria, Peter Fox und sogar Nena.

Neues Album: „Die Kids sind alright“

Sechs Jahre sind vergangen, und jetzt erscheint „KITSCHKRIEG ZWEI“. Dieses Mal liefern sie ein reines Elektro-Album ab, mit Inspirationen von Kraftwerk bis hin zu Future-Retro-Breaks aus dem Vereinigten Königreich. Statt auf die ganz großen Stars setzen sie diesmal auf die nächste Generation.

„Für dieses Album haben wir uns entschieden, mit der neuen Generation deutscher Künstler zusammenzuarbeiten“, sagt Erkes. Zu den Gästen zählen unter anderem Ennio, Milleniumkid und Domiziana. „Und eindeutig, the kids are alright. Diese jungen Künstler stehen in einer Reihe mit Peter Fox und Trettmann, sie bauen aufeinander auf, entwickeln die deutsche Sprache weiter und setzen neue Standards“, findet er. „Sie erschaffen keine Kopien, sondern sehr gute eigene Musikentwürfe.“

Die Wirkung von KitschKrieg ist längst nicht mehr auf Deutschland beschränkt. 2023 reisten Erkes und Meyerholz in die USA, wo sie mit US-Künstlern wie Future und Mariah the Scientist produzierten. „Es war für uns wichtig, an die Orte zu gehen, wo Hip-Hop seine Wurzeln hat“, sagt Meyerholz. „Berlin zu verlassen, hat uns geholfen, unseren Sound zu festigen.“

Klare Kante gegen KI: „Verbindung zu Menschen wird gekappt“

Die deutsche Hip-Hop-Szene sei häufig nur ein Abklatsch dessen, was in Atlanta oder London passiere. „Aber wir wollen Originale erschaffen“, stellt Erkes klar.

Vor diesem Hintergrund blickt das Trio mit großer Sorge auf die wachsende Rolle von künstlicher Intelligenz (KI) in der Musik. Zwar böten neue Technologien auch Chancen, meint Meyerholz, doch die Kehrseite wiegt für das Trio schwer.

„Dass Kunst einfach in den Häcksler der KI reingeworfen wird, ohne dass jemand gefragt oder dafür bezahlt wird – ich kriege meinen Kopf nicht darum gewickelt, wie das okay sein sollte“, platzt es aus Erkes heraus. Meyerholz sieht das ähnlich: „Die Querverbindung zu anderen Menschen ist im nebulösen Brei der KI einfach gekappt. Dabei geht es bei Musik doch um die Verbindung zu anderen Menschen.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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