Keine Blockbuster: Zwei Horrorfilme von YouTubern mit Mini-Budget sprengen gerade alle Kinokassen.
Kino-Wunder aus dem NetzZwei Billig-Horrorfilme von YouTube-Stars brechen Rekorde

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Renate Reinsve spielt im Horrorfilm «Backrooms» mit. (Archivbild)
Während alle auf Blockbuster wie «The Mandalorian and Grogu», «Der Teufel trägt Prada 2» und Spielbergs «Disclosure Day» warten, passiert an den Kinokassen etwas Verrücktes. Denn nicht die millionenschweren Hollywood-Filme sorgen für die echten Knaller. Im Gegenteil: Zwei unscheinbare Horrorfilme sprengen gerade alle Erwartungen.
Bei uns starten «Backrooms» (18. Juni) und «Obsession – Du sollst mich lieben» (25. Juni) zwar erst noch. Doch der Wahnsinns-Erfolg im Ausland lässt vermuten, dass die beiden Streifen auch in Deutschland voll einschlagen könnten. Die Storys sind zwar total unterschiedlich, aber die Filme haben überraschend viel gemein.
Gen Z dreht Hollywood auf links
Was steckt dahinter? Junge Filmemacher, die auf YouTube angefangen haben. Beide hatten nur ein Mini-Budget zur Verfügung, das sie aber in Rekordzeit wieder reingeholt haben – und noch viel mehr. Das Phänomen beweist: Die Generation Z (Leute zwischen 15 und 30, geboren ca. 1995-2010) wirbelt mit ihren Ideen das alte Hollywood gehörig durcheinander.
Ein Beispiel ist «Backrooms» von Kane Parsons, der erst 20 Jahre alt ist. Sein Film über ein gruseliges Labyrinth aus hellen Räumen kostete schätzungsweise nur zehn Millionen Dollar und kam Ende Mai in den USA raus.
Und jetzt kommt's: Seitdem hat der Film weltweit mehr als 200 Millionen US-Dollar Kasse gemacht. Laut Branchenmagazinen ist das ein Rekord! Er ist damit der erfolgreichste Film des Kult-Studios A24 und zieht sogar an dem hochgelobten «Marty Supreme» mit Timothée Chalamet vorbei.
„Backrooms“: Vom Internet-Mythos zum Kino-Schocker
Die Story von «Backrooms» ist eigentlich ein alter Hut aus dem Netz, aber die Verfilmung ist brandneu. Alles begann 2019 mit einem unheimlichen Foto im Internet: endlose, leere Räume mit gelber Tapete. User haben daraus Gruselgeschichten über eine Parallelwelt gestrickt, die „Backrooms“, aus denen es kein Entkommen gibt.
Regisseur Parsons hat diesen Mythos 2022 schon in einem YouTube-Kurzfilm verarbeitet, der krasse 84 Millionen Klicks sammelte. Fürs Kino hat er daraus eine 110-minütige Story gemacht, die nie langweilig wird. Das Coole: Man muss den Internet-Hype nicht kennen, um den Film zu kapieren. Er holt also sowohl die jungen Fans als auch alle anderen Horror-Junkies ab.
Und darum geht's: Ein Möbelhändler, gespielt von Chiwetel Ejiofor («12 Years a Slave»), findet eine versteckte Tür in seinem Geschäft. Dahinter: eine Horror-Welt aus endlosen, fensterlosen Zimmern. Alles ist schräg und falsch. Stühle liegen kreuz und quer, Möbel versinken im Boden, Türen sind an der Decke. Als eine Psychologin (Renate Reinsve, «Sentimental Value») ihn retten will, bringt sie sich selbst in Lebensgefahr. Aber Achtung: Wer schwache Nerven hat, sollte sich das zweimal überlegen!
„Obsession“: Tödliche Liebe für nur 750.000 Dollar
Nicht weniger krass ist «Obsession», der in den USA seit Mitte Mai die Kinos rockt. Auch dieser Film von Regisseur Curry Barker (26) bricht Rekorde: Laut US-Medien ist er der umsatzstärkste Streifen des Studios «Focus Features» in dessen ganzer Geschichte. Mit Einnahmen von über 285 Millionen Dollar stößt er sogar den Hit «Downton Abbey» (2019) vom Thron. Das absolut Verrückte daran: Das Budget für diesen Psycho-Thriller lag angeblich bei nur 750.000 Dollar.
Barker, der mit seinem YouTube-Kanal «that's a bad idea» bekannt wurde, geht es in dem Film um toxische Liebe und extremes Besitzdenken. Die Story: Bear (Michael Johnston) ist in Nikki (Inde Navarrette) verknallt, aber zu schüchtern. In einem Trödelladen findet er ein magisches Ding, das seinen größten Wunsch erfüllt: Nikki soll ihn über alles lieben. Der Wunsch geht in Erfüllung, aber Bear bereut es sofort. Denn Nikkis Zuneigung wird zu einer gefährlichen Obsession.
Klar, die Idee, dass ein Traum zum Albtraum wird, ist nicht neu. Aber wie Barker das inszeniert, ist einfach genial: erst subtil, dann immer brutaler und blutiger, voll mit Schockmomenten. Besonders Schauspielerin Navarrette ist der Hammer. Sie spielt die besessene Nikki so überzeugend, dass man als Zuschauer nie weiß, woran man ist oder was als Nächstes passiert. Und das beweist am Ende eins: Es kommt nicht aufs Geld an, sondern auf eine richtig gute Idee. (dpa/red)
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