Schocknachricht für die Deutschrap-Szene! Haftbefehl kämpft nach einem Drogen-Notfall in einer Klinik um seine Gesundheit. Ein Suchtexperte gibt eine Einordnung.
„Das kann zum Tod führen“Große Sorge um Rapper Haftbefehl

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Rapper Haftbefehl wollte eine große Comeback-Tour starten.
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Die Community bangt um den Rapper Haftbefehl. In einer bewegenden Videonachricht auf Instagram verkündete sein Bruder Cem Anhan, der ebenfalls als Rapper Capo auftritt, am Sonntag die Hiobsbotschaft: Sämtliche anstehenden Konzerte werden gestrichen, auch die Konzerte im Oktober in Düsseldorf und Berlin fallen aus.
Der Künstler, mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan, stehe unter medizinischer Beobachtung und benötige jetzt alle Kraft für seine Erholung.
Bei den Anhängern entschuldigte sich Cem Anhan für die geplatzten Termine und erbat Geduld und Respekt für seinen Bruder. Laut Berichten aus den Medien wurde der 40-Jährige nach exzessivem Kokain-Gebrauch in ein Krankenhaus in der Schweiz gebracht.
Angeblich soll er eine Menge von bis zu 30 Gramm zu sich genommen haben. Seine Verfassung war laut „Bild“ lebensbedrohlich, Mediziner hätten ihn ins künstliche Koma gelegt und beatmet.
Experte warnt eindringlich: „Eine mörderisch hohe Menge“
Heino Stöver, ein Experte für Suchtforschung, stuft die Menge von 30 Gramm gegenüber „FAZ“ als „eine mörderisch hohe Menge“ ein. Um das einzuordnen: Eine normale Tagesdosis liegt bei ungefähr 1,5 Gramm.
Der frühere Leiter des Instituts für Suchtforschung mit Sitz in Frankfurt erklärt, dass ein derartiger Konsum gravierende Kreislaufprobleme, Herzschäden sowie andere somatische Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Stövers Warnung ist eindeutig: „Das kann zum Tod führen“.
Eine sogenannte nicht geringe Menge Kokain beginnt laut Bundesgerichtshof bei fünf Gramm reinem Wirkstoff. Wer mehr besitzt oder damit handelt, begeht ein Verbrechen.
Fachleuten wie Stöver bereitet diese Tendenz erhebliche Sorgen, da der Gebrauch von Kokain unter jungen Erwachsenen ansteigt. Der Anteil der Konsumierenden in der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren hat sich binnen der vergangenen zehn Jahre von 1,2 auf 4,1 Prozent erhöht.
„Schon gelegentlicher Konsum kann zu Herzinfarkten führen“
Es ist nicht das erste Mal, dass Haftbefehl öffentlich mit gesundheitlichen Problemen ringt. Seine Kokainabhängigkeit machte der Künstler selbst in der Netflix-Dokumentation „Babo – die Haftbefehl-Story“ zum Thema. Schon im Frühsommer hatte er diverse Gigs gecancelt und eine Pause eingelegt. Bei seinem Auftritt in der Festhalle Frankfurt im September performte er keinen einzigen Titel solo und wurde stattdessen von vielen anderen Rap-Kollegen begleitet.
Unterdessen ist das Mitgefühl in den sozialen Netzwerken enorm. Unzählige Anhänger schicken gute Besserung und äußern Verständnis für die abgesagten Shows. „Alles Gute für Aykut. Du schaffst das“, postet eine Userin auf Instagram, während eine andere es auf den Punkt bringt: „Erst Gesundheit, babo.“ Wie aus dem nahen Umfeld des Musikers verlautet, soll sich sein Zustand mittlerweile leicht verbessert haben. (red)
