Als Sänger und Hauptsongwriter von The Moody Blues schrieb er Rockgeschichte, mit „Nights In White Satin“ schrieb er einen Song für die Ewigkeit. Doch was treibt Justin Hayward heute? Anlässlich seines 80. Geburtstags liefern wir die Antwort.
Justin Hayward wird 80Was macht der „Nights In White Satin“-Komponist heute?

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Mit „Nights In White Satin“, „Question“ und „The Story In Your Eyes“ schrieb Justin Hayward - hier zu sehen im Jahr 1968 - einige der größten Hits von The Moody Blues. (Bild: Evening Standard)
Nicht immer sind es die Gründungsmitglieder, die den Weg einer Band entscheidend prägen. Als Justin Hayward 1966 zu als Gitarrist und Sänger zu The Moody Blues stieß, gab es die britische Rockgruppe schon seit zwei Jahren. Innerhalb eines Jahres mauserte sich der Neue zum wichtigsten Mitglied der Band. Er wurde zu ihrem Hauptsänger - einen klassischen Frontmann hatten The Moody Blues nicht - und profiliertestem Songwriter.
In letzterer Funktion entwickelte sich Hayward zum Hit-Lieferanten. Zu den Kompositionen, die er zu dem umfangreichen Werk der Prog- und Psychedelic-Rock-Institution beigetragen hat, zählt sogar ein Welthit mit einer Strahlungskraft, die bis heute anhält: „Nights In White Satin“. Nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung im Jahr 1967, schaffte der Titel dreimal den Wiedereinzug in die Charts, nämlich 1972, 1979 und dann noch einmal 2013.
Justin Hayward: Der Hit-Lieferant von The Moody Blues

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Er ist der letzte Überlebende der klassischen Besetzung von The Moody Blues - und immer noch aktiv: Justin Hayward wird 80 Jahre alt. (Bild: 2018 Getty Images/Theo Wargo)
Gecovert wurde der Song zuhauf, etwa 1985 von der deutschen Sängerin Sandra, die sich mit ihrer Version jedoch lediglich auf den hinteren Plätzen der deutschen Top 100 tummelte. Weitere nennenswerte Neuinterpretationen stammen von Schlagersängerin Juliane Werding (1973, auf Deutsch unter dem Titel „Wildes Wasser“), Elektro-Pionier und Disco-Legende Giorgio Moroder (1976, als „Knights In White Satin“) und der US-Punkband The Dickies. Diese drei Versionen platzierten sich allesamt in den Top 50 unterschiedlicher Singles-Charts: die Version von Werding in Deutschland, die von Moroder in Belgien und die der Dickies in Großbritannien.
Weitere Hits aus Haywards Feder sind „Question“ (1970), „The Voice“ (1981) und auch die Single „Our Wildest Dreams“ von 1986, die damals unter Fans kontrovers ausgenommen wurde, weil sie einen Wandel der einstigen Prog-Rock-Pioniere hin zum Synth-Pop darstellte. In die Charts kam der Song dann trotzdem. Gemeinsam mit dem zweiten Hauptsongwriter der Band, Bassist John Lodge, komponierte Hayward außerdem die erfolgreiche Single „Gemini Dream“.

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Als Sänger von The Moody Blues feierte Justin Hayward (links) in den 70er-Jahren große Erfolge. (Bild: Keystone/Hulton Archive/Getty Images)
Der ebenfalls 1966 eingestiegene Lodge und Schlagzeuger und Gründungsmitglied Graeme Edge waren es auch, mit denen Hayward am längsten gemeinsam musizierte: Alle drei waren bis zur Auflösung von The Moody Blues im Jahr 2018 Teil der Band. Mit dem Tod von Lodge im Jahr 2025 wurde Hayward zum letzten überlebenden Mitglied der klassischen Besetzung der Gruppe, deren Einfluss auf die Rockgeschichte gerne unterschätzt wird: Mit Bands wie Deep Purple, Genesis, Yes und dem Electric Light Orchestra beziehen sich diverse große Namen des Genres auf The Moody Blues.
Das macht Justin Hayward an seinem 80. Geburtstag
Die Frage danach, was Justin Hayward heute so treibt, lässt sich schnell beantworten, weil bekannt ist, was er an seinem 80. Geburtstag - Mittwoch, 14. Oktober 2026, vorhat. Da spielt er nämlich ein Konzert im britischen Aylesbury. Bis Ende Oktober geht die Tour, bei der ausschließlich Städte in Großbritannien bespielt werden, noch weiter. Zwar ist Hayward als Solokünstler unterwegs, die Tour steht aber unter einem Motto, das an einem weiteren seiner Hits für The Moody Blues angelehnt ist, nämlich „The Story In Your Eyes“ (1971).
Erst vor kurzem hat der umtriebige Musiker außerdem eine neue Single veröffentlicht. Bei „Hello Young Lovers“ handelt es sich um eine Coverversion des gleichnamigen Stücks aus dem Rodgers-und-Hammerstein-Musical „Der König und ich“ nach dem Roman „Anna und der König“ von Margaret Landon. Für Hayward war die Aufnahme einer eigenen Version des Stücks eine Herzensangelegenheit: Nachdem seine Mutter die 1956 von Regisseur Walter Lang umgesetzte Verfilmung des Musicals (mit Deborah Kerr als Anna) gesehen hatte, kaufte sie ein Buch mit den Noten zu allen Stücken daraus, die sie dann zu Hause auf dem Klavier spielte.
Weitere Liveauftritte geplant - aber kein neues Album in Sicht
Der junge Justin Hayward entwickelte eine Begeisterung für den im Musical von Anna - und in seinem Haushalt von seiner Mutter - gesungenen Song. Zu diesem persönlichen Hintergrund passt, dass er seine Version ursprünglich nur für sich aufnehmen wollte. Das Ergebnis begeisterte ihn dann jedoch so sehr, dass daraus eine offizielle Single-Veröffentlichung wurde. Und apropos Musicals: Auch auf diesem Gebiet hat Hayward Erfahrung: 2007, 2009, 2010 und zuletzt 2022 war er Teil des Casts der Stageshow zu „Jeff Wayne's Musical Version Of The War Of The Worlds“, die auf dem Science-Fiction-Roman „Der Krieg der Welten“ (1897) von H. G. Wells basiert.
Und was bringt sie Zukunft? Erst einmal weitere Konzerte. Für 2027 ist eine Tour in den USA geplant, die ersten fünf Termine stehen schon fest. Pläne für ein neues musikalisches Lebenszeichen in Albumlänge gibt es indes nicht. Haywards letztes komplettes Studiowerk „Spirits Of The Western Sky“ von 2013 bleibt vorerst sein aktuellstes Werk. (tsch)
