„By Any Means“, „Die Blutgräfin“ und „Klara und die Sonne“, die Verfilmung eines Science-Fiction-Bestsellers mit Jenna Ortega als „Künstliche Freundin“: Das sind die Kino-Neustarts am 29. Oktober.
Jenna Ortega als Gute-Laune-RoboterDas sind die Kino-Highlights der Woche

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In „Klara und die Sonne“ spielt Jenna Ortega eine deutlich fröhlichere Rolle als etwa in der Netflix-Serie „Wednesday“. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment)
Jenna Ortega gehört zu den größten Hollywood-Aufsteigern der letzten Jahre, ihre ikonischste Rolle ist weiterhin die als Wednesday Addams. Brillant, wie sie den kratzbürstigen Gothic-Charme dieser Figur umsetzt - immer missmutig und zynisch, nicht das kleinste Lächeln kommt ihr im Netflix-Serienhit „Wednesday“ über die blassen Lippen. Ganz anders ihr Auftritt in „Klara und die Sonne“: In der Romanverfilmung von Oscargewinner Taika Waititi gibt Ortega ein Robotermädchen mit der alleinigen Aufgabe, Glück und Freude zu verbreiten.

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Josie (Mia Tharia, links) und ihre „Künstliche Freundin“ Klara (Jenna Ortega) verstehen sich. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment/CTMG)
Außerdem neu in dieser Woche: In „By Any Means“ kämpfen zwei Ermittler mit allen Mitteln gegen den Südstaaten-Rassismus der 1960er-Jahre, und „Die Blutgräfin“ greift den düsteren alten Kult um Elisabeth Báthory im Rahmen einer Horrorkomödie auf.
Klara und die Sonne

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Gregory Scarpa (Mark Wahlberg, links) und FBI-Agent Wayne Strider (Yahya Abdul-Mateen II) wollen im rassistischen US-Süden der 60er-Jahre aufräumen - und zwar mit allen Mitteln. (Bild: 2026 Paramount Pictures/Plaion/Eli Ade)
Man findet da keine Drähte oder Kabel, keine Knöpfe oder Kontrollleuchten: Klara (Jenna Ortega) sieht aus wie ein ganz normaler Mensch, doch unter ihrer Haut verbirgt sich modernste Technik. „Künstliche Freundin“, das ist in der utopischen Science-Fiction-Verfilmung „Klara und die Sonne“ die gängige Produktbezeichnung für Roboter wie Klara. Es handelt sich dabei um Maschinen mit menschlichem Antlitz, die echten Menschen in schwierigen Situationen helfen sollen.
Hinter einem Schaufenster wartet Klara mit anderen „KFs“ darauf, von einer Familie ausgewählt zu werden, ein bisschen so wie ein Möbelstück oder ein Hund im Tierheim. Weil Klara ein etwas älteres Modell ist, gibt es 20 Prozent Rabatt, als die Familie von Teenagerin Josie (Mia Tharia) sie kauft. Josie leidet unter einer mysteriösen Krankheit, Klara soll ihr eine Stütze sein und sie aufmuntern. Klara, die abgesehen von ihrer Gute-Laune-Programmierung wie alle „KFs“ als „weißes Blatt“ aus der Fabrik kommt, muss aber auch noch viel lernen: wie man richtig eine Treppe hinunterläuft, was es mit der Sonne auf sich hat, was die Liebe ist und was Verderben ...

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Die Figur des Gregory Scarpia (Mark Wahlberg) basiert auf einem berüchtigten Mafia-Auftragsmörder, der auch als Informant für das FBI arbeitete. (Bild: 2026 Paramount Pictures/Plaion/Eli Ade)
Der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro veröffentlichte seinen Science-Fiction-Bestseller „Klara und die Sonne“ im Frühjahr 2021 - zu dem Zeitpunkt war auch eine Kino-Verfilmung längst in Planung. Das Produzententeam um David Heyman (“Gravity“, „Barbie“) erwarb die Rechte bereits vor dem Erscheinen des Buches; die Dreharbeiten unter Leitung von Regisseur und Autor Taika Waititi (“Jojo Rabbit“) begannen im Februar 2024 in Neuseeland. Neben Jenna Ortega und Nachwuchs-Darstellerin Mia Tharia sind unter anderem auch Amy Adams, Steve Buscemi, Natasha Lyonne und Aran Murphy, Sohn von Oscarpreisträger Cillian Murphy, an dem Projekt beteiligt.
By Any Means

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Gräfin Báthory (Isabelle Huppert) muss zusehen, wie ihr Vampirreich langsam zugrundegeht. (Bild: Neue Visionen Filmverleih/Vernonique Kolber)
Man sieht Kutten des Ku-Klux-Klans im Trailer und ein brennendes Kreuz - einige werden sich an den Klassiker „Mississippi Burning“ (1988, sechs Oscar-Nominierungen) mit Gene Hackman, Willem Dafoe und Frances McDormand erinnern. Ein derart hochwertiges Kino-Erlebnis sollte man von „By Any Means“ vielleicht nicht erwarten, die bisherigen Kritiken zu dem US-Drama fielen durchwachsen aus. Das Setting und die Stimmung sind aber ganz ähnlich angelegt wie damals in „Mississippi Burning“: Südstaaten-Rassismus der 1960er-Jahre von seiner hässlichsten Seite und ein paar Cops, die „mit allen Mitteln“ (auf Englisch: „by any means“) aufräumen wollen.
Special Agent Wayne Strider (Yahya Abdul-Mateen II) wird gefragt, was ihn zum FBI geführt habe. Er verweist in seiner Antwort auf den „Glauben an Gerechtigkeit“ - und auf die Überzeugung, „dass Schwarze sie im gleichen Maße erfahren sollten“. Strider, selbst schwarz, ist ein Idealist, zumindest zu Beginn dieses Films. Ein Mann, der üblicherweise viel am Schreibtisch sitzt und sich an Protokolle hält. Sein Gegenüber in „By Any Means“, Gregory Scarpa (Mark Wahlberg), ist so ungefähr das genaue Gegenteil: ein brutaler Schlägertyp, der Kniescheiben mit Baseballschlägern zertrümmert und Probleme auch mal mit dem Revolver löst.

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Können Gräfin Báthory (Isabelle Huppert, links) und ihre Zofe Hermine (Birgit Minichmayr) das große Übel noch irgendwie abwenden? (Bild: Neue Visionen Filmverleih/Vernonique Kolber)
Gregory Scarpa - den Mann gab es wirklich, so wie auch einige andere Figuren in diesem fiktionalisierten Südstaaten-Thriller, das Regisseur Elegance Bratton und Drehbuchautor Sascha Penn „nach einer wahren Geschichte“ erzählen. Alles beginnt mit drei Bürgerrechtlern, die 1964 spurlos verschwinden. FBI-Ermittler Strider soll herausfinden, was da unten im Süden vor sich geht, doch er stößt auf eine Mauer des Schweigens. Niemand will reden, schon gar nicht mit dem FBI. Also entschließt man sich dort, „unorthodoxe“ Wege zu gehen und zur Unterstützung Gregory Scarpa anzuheuern - ein langjähriger Capo der New Yorker Mafia, der genau weiß, wie man Leute zum Reden bringt.
Die Blutgräfin
Die Rede ist von 36 bis 80 ermordeten Mädchen, je nach Zeugenaussage. Die Aussagen kamen allerdings unter Folter zustande, und im Hintergrund soll durch den ungarischen Adel auch ordentlich gegen die Angeklagte intrigiert worden sein, die 1614 als verurteilte Mörderin starb. Wie böse die Gräfin Elisabeth Báthory wirklich war, lässt sich heute nur noch schwer sagen. Es muss sich aber doch um ein ziemlich abscheuliches Frauenzimmer gehandelt haben, umgeben von einer solchen Finsternis, dass man sich auch über 400 Jahre nach ihrem Tod noch gruselige Geschichten über sie erzählt. Ganz aktuell etwa im Kinofilm „Die Blutgräfin“.
Die Geschichte von der vampirischen „Blutgräfin“, die für ewige Jugend angeblich im Blut zu Tode gequälter Mädchen badete, wird im Kulturbetrieb seit dem frühen 18. Jahrhundert immer wieder aufgegriffen - früher in Büchern, dann in Hörspielen, Heavy-Metal-Songs und unzähligen Filmen. Die neueste Kino-Adaption von Ulrike Ottinger (Regie und Drehbuch, mit Elfriede Jelinek), immerhin, nimmt den grausigen Kult mit Humor. „Die Blutgräfin“ ist eine Horror-Komödie, die wunderbar in die Halloween-Saison passt und das Publikum nicht nur mit herrlich dekadenten Bildern und einer fantastisch-abgründigen Geschichte lockt, sondern auch mit vielen Stars wie Lars Eidinger, Burghart Klaußner, Conchita Wurst, ChrisTine Urspruch und Karl Markovics. Die Titelrolle der „Blutgräfin“ spielt Frankreichs Kino-Star Isabelle Huppert.
Hauptschauplatz der Erzählung ist zunächst das Wien der Gegenwart, wo die Gräfin Báthory nach vielen hundert Jahren mit Widerwillen dem drohenden Ende ihres Vampirreichs entgegenblickt. An Blut zu kommen, wird für sie immer schwieriger. Zudem kursiert da draußen in der Welt irgendwo ein geheimnisvolles Buch mit der Macht, allen bösen Dingen ein Ende zu bereiten. Um das Unheil doch noch irgendwie abzuwenden, stürzen Gräfin Báthory und ihre treue Zofe Hermine (Birgit Minichmayr) sich in ein blutiges Abenteuer mit vielen absurden Begegnungen und reichlich Wiener Schmäh. (tsch)
