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„Sperrt die Männer weg“Rapperin Ikkimel provoziert mit Sex-Texten

Ikkimels neues Album „Poppstars“ erscheint Mitte Mai.

Copyright: Christophe Gateau/dpa

Ikkimels neues Album „Poppstars“ erscheint Mitte Mai. (Archivbild)

Aktualisiert:

Rapperin Ikkimel: Zwischen Empowerment und purem Hass.

Herbert Grönemeyer bezeichnet sie als „eine unglaubliche Künstlerin“, während sie sich selbst den Titel „offiziell die allergrößte Fotze der Stadt“ gibt. Die Rapperin Ikkimel sorgt mit ihren Lyrics über Feiern, Rauschmittel und Sexualität seit mehreren Jahren für Furore in der deutschen Musikwelt – und das mit gewaltigem Erfolg.

Ihre rasanten Techno-Rhythmen verbindet sie mit Textpassagen wie „Sperrt die Männer weg“. Die Resonanz ist enorm: Die gebürtige Berlinerin verzeichnet 2,2 Millionen monatliche Zuhörer bei Spotify und zählt beinahe 400.000 Follower auf Instagram. Ihr zweites Album mit dem Titel „Poppstars“ wird am 15. Mai veröffentlicht, nachdem ihr Erstlingswerk „Fotze“ im Jahr 2025 einen Platz in den Top 10 der deutschen Album-Hitliste erreichte.

„Ich scheiß jetzt auf alles“

Hinter dem Künstlernamen Ikkimel (abgeleitet vom Berliner Dialekt für „Icke Mel“) verbirgt sich Melina Gaby Strauss. Aufgewachsen im Stadtteil Tempelhof in Berlin, absolvierte sie das Abitur und ein Linguistik-Studium mit Bachelor-Abschluss.

Ein entscheidender Wendepunkt war für sie der Tod ihres Vaters, den sie bis zum Schluss betreute. Auf Instagram offenbarte sie: „Da dachte ich, man lebt nur einmal. Ich scheiß jetzt auf alles und mach einfach das, was mir Spaß macht.“

Genau hierin sieht die Soziologin Heidi Süß, die zu Rap und Männlichkeit forscht, den Schlüssel zum Erfolg: „Es ist ihr zeitgeistiges Image, ein Lifestyle, den sie verkörpert. Es geht um Eskapismus, Hedonismus.“ Im Zentrum stehe aber das Thema Empowerment – also die Bestrebung, die Hoheit über den eigenen Körper und die öffentliche Wahrnehmung zurückzugewinnen.

Dies gelingt Ikkimel, indem sie bewusst Schimpfwörter wie „Fotze“ für sich beansprucht, um, wie Süß es formuliert, „ihnen die Verletzungsmacht zu nehmen“.

„Für viele Männer offensichtlich schwer verdaulich“

Doch diese Art der Provokation hat auch eine Schattenseite. Kurz bevor ihr neues Album erschien, machte die 28-Jährige in einem Instagram-Post eine Flut von Hasskommentaren männlicher Nutzer öffentlich. Darin wird ihr Gewalt angedroht und sogar mit dem Tod gedroht.

Sogar der Rapper Fler hat Ikkimel auf Instagram beschimpft und bedroht. Woher kommt dieser geballte Hass? Laut Süß wird die Künstlerin als eine Gefahr angesehen. „So ein offener, lustvoller und provokativer Umgang mit Sexualität ist für viele Männer offensichtlich schwer verdaulich.“ Es fehle zahlreichen Männern schlicht an Wegen, mit einer derartigen weiblichen Selbstermächtigung fertigzuwerden.

Alice Schwarzer: Erst „erschüttert“, dann „bekehrt“

Auch aus feministischer Richtung gibt es Kritik, sie würde Klischees fortschreiben, die Frauen zu Objekten degradieren und auf das Körperliche beschränken. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer äußerte sich über die Rapperin zunächst „erschüttert“, korrigierte ihre Haltung jedoch einige Wochen darauf und zeigte sich „bekehrt“. In ihrer Kolumne für die Zeitschrift „Emma“ schrieb Schwarzer: „Ihre Stärke ist nicht gespielt, sie scheint echt.“

Einzig der Umgang mit dem Begriff „Fotze“ funktioniert für Schwarzer nicht. Sie argumentiert, dass sich dieser „erniedrigendste Begriff von Männern für Frauen auch in einem vorlauten Frauenmund nicht einfach umdrehen in Frauenpower“ lasse.

Ikkimel selbst hat dazu eine klare Haltung. „Wenn zeitgleich zehn Männer frauenfeindliche Texte ins Mikro sprechen, juckt das keinen. Bei mir wird strenger hingeguckt. Was einfach sexistisch ist“, äußerte sie in einem Gespräch mit der „Zeit“. Ihr Anliegen sei nicht, bloß zu provozieren: „Ich mache Kunst, in der es um das Aufzeigen von gesellschaftlichen Problemen geht“, stellte sie gegenüber dem Musikmagazin „Diffus“ klar. Ihr Bestreben sei es, die Gesellschaft so zu formen, dass „Frauen und Minderheiten mehr anerkannt werden und es mehr Zusammenhalt gibt“.

Ihre Anhängerinnen und Anhänger wissen, was sie von dieser ganzen Diskussion halten. „Sie gibt uns Mädels die Kraft, uns nicht mehr beleidigt zu fühlen, wenn ein Mann zu uns sagt, wir seien Bitches, nur weil wir sexuell offen sind“, erklärte eine 24-jährige Frau gegenüber der „Zeit“. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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