„Zu leichtgläubig“ Nach Ikke Hüftgold-Kritik: Produktionsfirma gesteht Fehler ein

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Matthias Distel alias Ikke Hüftgold, hier auf einem Foto von 2018, brach die Dreharbeiten zu „Plötzlich arm, plötzlich reich” vorzeitig ab.

Limburg – Selbstmordgedanken und Gewalt – es sind schockierende Szenen, über die Schlagersänger Matthias Distel (44) alias Ikke Hüftgold am Montagabend (25. Mai) nach den Dreharbeiten zu der Sat.1-Show „Plötzlich arm, plötzlich reich” spricht.

  • „Plötzlich arm, plötzlich reich”: Ikke Hüftgold äußert sich nach Dreharbeiten
  • Ikke Hüftgold: Schwere Vorwürfe an Sat.1 und die zuständige Produktionsfirma
  • Produktionsfirma „Imago TV“ äußert sich zu Vorwürfen von Ikke Hüftgold

In seinem Instagram-Video „Gewissenlose Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder” schildert Distel den unverantwortlichen Umgang mit traumatisierten Kindern und bricht dabei selbst in Tränen aus. Einen Tag nach seinem emotionalen Video meldet sich der Sänger in seiner Instagram-Story.

Nach „Plötzlich arm, plötzlich reich”-Video Matthias Distel sucht nach weiteren Hinweisen

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„Wir reden hier auf keinen Fall von einem Einzelfall, soweit kann ich mich festlegen.” Er und sein Team seien vorerst mit der Aufarbeitung beschäftigt.

Dann gesteht Distel: „Bei all den Dingen, die ich jetzt erfahre, habe ich selbst auch an mir festgestellt, dass ich in den letzten Jahren viel zu wenig das Auge darauf hatte auf die wirklich wichtigen Dinge. Ich glaube ich hätte mehr tun können, bin ich mir jetzt bewusst.”

Obwohl er zunächst unsicher war, ist sich Matthias Distel jetzt sicher, „dass es genau der richtige Schritt war”, an die Öffentlichkeit zu gehen.

„Plötzlich arm, plötzlich reich”: Ikke Hüftgold hat Zweifel an Sat.1-Show

Der Familienvater nahm an dem „sozialen Tausch-Experiment” teil, „bei dem ein vermeintlich wohlhabendes Paar mit einer vermeintlich armen Familie die Wohnorte tauscht und bei dem gegenseitig das Leben der anderen nachgelebt werden soll”.

Bereits beim Einzug in das vorübergehende Zuhause hatte der Sänger erste Zweifel an dem achttägigen Projekt. 

„Die Tatsache, dass wir nach zehn Minuten weinend vor der Kamera standen, soll lediglich deutlich machen, welche Emotionen beim Anblick dieser Zustände aus uns herausbrachen”, erzählt Matthias Distel alias Ikke Hüftgold.

Matthias Distel macht schockierende Entdeckung bei Sat.1-Show „Plötzlich arm, plötzlich reich”

Ein Kalendereintrag der Familie gab Distel anschließend Auskunft über die mentale Gesundheit der Familie und offenbarte: Die Mutter und die zwei jüngsten Kinder befinden sich laut Eintragung in psychologischer Behandlung.

„Ich greife jetzt schon vorweg, dass die Produktion über die Behandlung der Kinder Bescheid wusste”, erzählt der 44-Jährige.

Enthüllung von Kindesmissbrauch: Matthias Distel bricht „Plötzlich arm, plötzlich reich” ab

Nach den ersten zwei Drehtagen wird Distel erzählt, die Familie hätte in seiner Wohnung in Limburg eine „tolle Zeit” – eine Falschaussage, wie der Sänger später aufklärt.

Der Besuch einer Freundin der Familie bringt Distel schließlich dazu, den Dreh umgehend abzubrechen. Vor laufender Kamera erfährt er, „dass die Kinder durch ihren eigentlichen Vater schwerste Kindesmisshandlungen erlitten haben sollen”.

Alle beteiligten Redakteure sowie der Aufnahmeleiter sollen bereits davon gewusst haben, dass mit schwer traumatisierten Kindern gedreht wurde, wie Distel erzählt.

„Die Redakteurin brach weinend zusammen und zeigte mir eine Nachricht vom vorherigen Tag, in der sie die Zustände anmahnte und ganz deutlich ihren Unmut äußerte, dass mit traumatisierten Kindern gedreht wurde.”

Bei Sat.1-Show: Junge will von Matthias Distels Balkon springen

In einem anschließenden Telefonat mit dem Produktionsleiter erfährt Distel von den dramatischen Ereignissen, die sich zeitgleich in der Wohnung des Sängers abgespielt haben sollen.

„Einer der Jungen schlug sich, laut Aufnahmeleitung, mehrfach den Kopf an meiner Zimmerwand, um sich selbst zu verletzen. Auf dem Weg zum Außendreh kotete sich dieser Junge selber ein. Der andere der jüngeren Geschwister stand auf meinem Balkon im vierten Stock und schrie, dass er sich jetzt umbringen würde”, erzählt er unter Tränen.

All diese Vorfälle seien direkt der Chefetage übermittelt worden – die Vorfälle hätten mit dem Hintergrundwissen des Senders und der Produktion zum sofortigen Abbruch des Formats führen müssen, kritisiert Distel.

Kindesmissbrauch und Trauma: Produktion von „Plötzlich arm, plötzlich reich” findet statt

Am Set habe man aber nur von einem „Freiläufer” gesprochen. „Dieser Begriff findet laut meiner Recherche bei Dreharbeiten Anwendung, wenn Risiken bekannt sind, aber bewusst ignoriert werden, in der Hoffnung, dass alles gut geht.”

Für Ballermann-Star Matthias Distel ist klar: Er will das Format sofort beenden. Im Anschluss konfrontiert der 44-Jährige die Chefin der Produktionsfirma mit den schockierenden Ereignissen der vergangenen Tage.

Trotz „einer Antwort und vielen Eingeständnissen” entscheidet sich der Sänger dazu, seine Vertragsklausel zu brechen und über die Vorkommnisse öffentlich zu reden.

„Weil ich bei meinen Recherchen auf einen ähnlichen Verstoß im Jahr 2011 der selben Firma, ebenfalls unter der Federführung (der Verantwortlichen) gestoßen bin und dadurch leider davon ausgehen muss, dass keine Lehren daraus gezogen wurden”, erklärt er seine Entscheidung.

Ikke Hüftgold: Promis unterstützen den Sänger

Seine offenen Worte sorgen für Entsetzen auf Social-Media. 2,8 Million Likes bekommt der Sänger für sein Video. In den über 11.000 Kommentaren melden sich auch etliche Promis zu Wort.

Model Fiona Erdmann verlor ihr Baby und nahm erst vor wenigen Tagen Abschied von ihrem Ungeborenen. Zu dem Video schreibt sie: „Du hast meinen größten Respekt, dass du dich so einsetzt. Mir blutet mein Mutterherz bei jedem Wort das du sagst! Unfassbar.”

Rotlicht-Legende Bert Wollersheim (70) kommentiert: „Danke, Matthias”. Claudia Effenberg schreibt: „Ich bin geschockt. Und ich mochte dich schon vor deiner so ehrlichen Aussage. Ich ziehe den Hut vor dir”.

„Danke dir für deinen Mut und die Courage! Diese Industrie kann wirklich grauenhaft sein”, weiß Ex-„Bachelor” Andrej Mangold (34).

Sat.1 äußert sich zu „Plötzlich arm, plötzlich reich”-Vorwurf von Matthias Distel

Wenige Stunden nach seinem emotionalen Video äußert sich der Sender Sat.1, in dessen Auftrag die Dreharbeiten stattgefunden haben, zu den Anschuldigungen des Sängers.

In einem Instagram-Beitrag heißt es: „Wir bedanken uns bei Matthias Distel, dass er uns über die Umstände beim Dreh zu 'Plötzlich arm, plötzlich reich' informiert hat.”

Man habe begonnen mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten.

„Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Aber es steht fest, dass Sat.1 keine Sekunde dieser Folge zeigt. Das haben wir Matthias Distel vergangenen Donnerstag schon mitgeteilt.”

„Plötzlich arm, plötzlich reich: Matthias Distel will Anzeige gegen Sat.1 erstatten

Der Sänger reagiert in seiner Instagram-Story prompt und schreibt zu dem Statement des Senders: „Diese Aussage ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Weder wurde mir das in dieser Form mitgeteilt, noch hat man sich von Senderseite mit der Familie auseinandergesetzt.”

Dann kündigt er an: „Aufgrund erdrückender weiterer Erkenntnisse und der Zusendung von Informationen, die bereits vor diesem Format zu Verletzungen des Kindeswohls geführt haben sollen, erstatte ich morgen Anzeige gegen Sat.1 und die Produktionsfirma.” 

Produktionsfirma „Imago TV“ äußert sich zu Vorwürfen von Ikke Hüftgold

Die zuständige Produktionsfirma „Imago TV“ war auf Anfrage der „Deutschen Presse-Agentur“ am Dienstag zunächst nicht zu erreichen. Dem Branchenportal Meedia sagte Geschäftsführerin Andrea Schönhuber: „Bei Imago TV wurden Fehler bei der Recherche gemacht, wir waren zu leichtgläubig. Wir haben uns auf die Aussagen der Familie und der Nachricht der Familienhilfe, die der Familie noch viel Spaß wünschte, verlassen. Das bedauern wir zutiefst.“ Ihrer Firma gehe es aber „in keiner Weise“ darum, Familien in Notsituationen auf der Jagd nach Quoten auszunutzen.

Die Vorwürfe von Ikke Hüftgold werden von der Produktionsfirma zurückgewiesen. Gegenüber „dwdl.de“ heißt es in einem Statement von „Imago TV“: „Trotz der Einhaltung unserer Sorgfaltspflicht scheint es in diesem besonderen Fall zu einer Ausnahmesituation gekommen zu sein. Imago TV – vertreten durch seine Geschäftsführerin Andrea Schönhuber – distanziert sich ausdrücklich von den Vorwürfen von Herrn Distel.“

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