Stellan Skarsgård wird 75: Seine Sorge vor der Demenz-Rolle
„Das will ich noch nicht“Hollywood-Star über seine größte Angst trotz Mega-Erfolgs

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Wohl ein absolutes Highlight seiner Karriere: 2026 war Stellan Skarsgård für einen Oscar nominiert. (Archivbild)
Als er im Januar den Golden Globe für seine Darstellung in „Sentimental Value“ erhielt, gab sich Stellan Skarsgård auf der Bühne ganz bescheiden. „Ich dachte, ich bin zu alt“, witzelte der schwedische Schauspieler. Die Traumfabrik in Hollywood sieht das aber offenbar völlig anders. An seinem 75. Geburtstag, den er heute (13. Juni 2026) begeht, ist Skarsgård gefragter als jemals zuvor. Erstmals in seiner ausgedehnten Laufbahn wurde er dieses Jahr für einen Oscar vorgeschlagen und sicherte sich zusätzlich zum Golden Globe auch den Europäischen Filmpreis.
Ihn plagt jedoch eine große Sorge: nur noch für die Rolle des betagten Mannes gebucht zu werden. Dies gestand er Ende 2025 seinem Sohn Alexander, der auch Schauspieler ist, in der „Variety“-Sendung „Actors on Actors“. „Viele Autoren sind viel jünger, sie verstehen alte Menschen selten“, erklärte Skarsgård dort. „In den meisten Skripten, die ich bekomme, soll ich jemanden mit Demenz oder Alzheimer spielen. Und bei allem Respekt, das will ich noch nicht.“
Vom Teenie-Idol zum Weltstar
Seit sechs Dekaden steht Skarsgård nun schon vor der Kamera. Bereits als Jugendlicher avancierte er in seiner schwedischen Heimat durch die TV-Serie „Bombi Bitt och jag“ zum Idol und Schwarm der Mädchen. Mit 17 Jahren brach er die Schule ab, um seiner schauspielerischen Leidenschaft nachzugehen. Laut eigener Aussage wirkte er seither in 150 Produktionen mit – „ok, manche waren sehr kurz“, scherzte er bei einer Gelegenheit. Reisende, die am Flughafen Arlanda in Stockholm ankommen, passieren auf ihrem Weg riesige Bilder der bekanntesten Persönlichkeiten Schwedens. Selbstverständlich ist auch ein Porträt von Skarsgård dabei.

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Alexander Skarsgård (links) ist wie mehrere seiner Brüder in die Fußstapfen von Vater Stellan (rechts) getreten. (Archivbild)
In seiner Heimat ist man besonders stolz auf seine internationale Karriere, denn er ist so begehrt wie kaum ein anderer schwedischer Darsteller. Im Jahr 1988 trat er in „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ auf, gefolgt vom US-Streifen „Jagd auf Roter Oktober“ zwei Jahre darauf. Neben Tom Hanks war der Schwede in „Illuminati“ (2009) zu sehen und agierte an der Seite von Matt Damon in „Good Will Hunting“ (1997).
Dem Kinopublikum ist er aus zahlreichen Werken bekannt, von der ABBA-Musicalverfilmung „Mamma Mia!“ (2008) über die Romanadaption „Der Medicus“ (2013) bis zu den Piraten-Abenteuern „Fluch der Karibik“ (2006, 2007). In den Science-Fiction-Epen „Dune“ (2021, 2024) stand er gemeinsam mit Timothée Chalamet vor der Kamera und überzeugte in der „Star Wars“-Produktion „Andor“ (2022-2025).

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Seinen ersten Golden Globe bekam Skarsgård in diesem Jahr für seine Rolle in «Sentimental Value». (Archivbild)
„Trag einen Anzug!“: Sohn Alexander über seinen „Hippie“-Vater
Die besten Rezensionen seiner Karriere erhielt er für das norwegische Drama „Sentimental Value“ (2025). Unter der Regie von Joachim Trier verkörpert Skarsgård einen Filmemacher, der sich von seinen Kindern entfremdet hat. „Du spielst dich selbst, stimmt's?“, neckte ihn sein ältester Sohn Alexander im Rahmen von „Actors on Actors“. Alexander gestand auch, er hätte sich als Junge manchmal einen gewöhnlichen Vater gewünscht, der einen Saab fährt: „Trag einen Anzug, zum Teufel! Statt deiner merkwürdigen Hippie-Sarongs – oder gar nichts.“
Ein allzu schlechtes Rollenmodell scheint Stellan Skarsgård für seine Nachkommen aber nicht gewesen zu sein: Fünf seiner insgesamt acht Kinder wählten selbst den Schauspielberuf. Manche von ihnen sind derart erfolgreich, dass Skarsgård sich im Mai 2025 in der „Late Show“ bei Stephen Colbert als „Nepo Daddy“ bezeichnete – eine Person, die vom Ruhm der eigenen Kinder profitiert. Nach acht Kindern von zwei Müttern war für ihn jedoch Schluss, wie er in einem Gespräch verriet: Er unterzog sich einer Vasektomie. Der schwedische Star ist in zweiter Ehe mit Megan Everett verheiratet, einer 25 Jahre jüngeren US-Amerikanerin.

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Mit der US-Amerikanerin Megan Everett hat Skarsgård zwei Kinder. Dazu kommen sechs mit seiner ersten Frau. (Archivbild)
Trotz Schlaganfall: Seinen Humor hat er nicht verloren
Gemeinsam mit ihr lebt er in einer Wohnung im Stockholmer Viertel Södermalm. Die genaue Adresse ist öffentlich im Internet einsehbar. Dennoch wird er von seinen Mitbürgern nicht belästigt – in Schweden respektiert man die Privatsphäre. Womöglich ist das ein Faktor, warum Skarsgård trotz seines weltweiten Erfolgs in Gesprächen so bodenständig erscheint. Vor einigen Jahren erlitt er einen Schlaganfall, seitdem fällt ihm das Erinnern schwerer. Er vergisst Namen und Unterhaltungen sind mühsamer für ihn. Seine Dialogzeilen werden ihm von einem Souffleur über einen Knopf im Ohr eingeflüstert.
Seinen Sinn für Humor hat er dadurch aber keineswegs eingebüßt. Um eine schlagfertige Antwort ist Skarsgård selten verlegen. Mit beinahe 75 Jahren habe er noch immer keine Ahnung, was er einmal werden möchte, scherzte der Darsteller in der Sendung „Actors on Actors“. Aus diesem Grund bleibe er der Schauspielerei treu: „Solange ich so viel Geld damit verdiene und Spaß daran habe, werde ich das hier machen, bis ich es weiß.“ (dpa/red)
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