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Hollywood-Legende wäre 90 gewordenSein unglaubliches Leben bot Stoff für ein Edel-Melodram

„Der elektrische Reiter“: In dem Neo-Western von Regielegende Sydney Pollack spielt Redford einen abgehalfterten Rodeo-Reiter, der sich mit Werbespots über Wasser hält - und eines Tages einfach in der Wüste verschwindet. (Bild: ZDF / MCA)

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„Der elektrische Reiter“: In dem Neo-Western von Regielegende Sydney Pollack spielt Redford einen abgehalfterten Rodeo-Reiter, der sich mit Werbespots über Wasser hält - und eines Tages einfach in der Wüste verschwindet. (Bild: ZDF / MCA)

Robert Redford, berühmt aus Filmen wie „Zwei Banditen“, „Jenseits von Afrika“ und „Der Pferdeflüsterer“, wäre am 18. August 90 geworden. Der 2025 verstorbene Schauspieler war über Jahrzehnte einer der prägenden Stars Hollywoods - und einer der schweigsamsten.

Robert Redford starb im September 2025 im Alter von 89 Jahren. (Bild: Vittorio Zunino Celotto/Getty Images)

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Robert Redford starb im September 2025 im Alter von 89 Jahren. (Bild: Vittorio Zunino Celotto/Getty Images)

Er war einer der ganz Großen in Hollywood - obwohl er eben diesem Hollywood immer wieder den Kampf ansagte und ganz eigene Wege ging. Robert Redford hatte ein Leben lang den Glamour der großen, unnahbaren Stars wie James Stewart oder Cary Grant und war damit eigentlich einer, der „zu spät“ gekommen ist. Am 18. August hätte der im September 2025 verstorbene Schauspieler seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Seit den 60ern, seit dem Westernklassiker „Zwei Banditen“ (1969), reichte kaum ein Superlativ aus, um die Ausstrahlung und Schönheit des ewig jugendlichen Stars mit den stahlblauen Augen in Worte zu fassen. Der „attraktivste Mann des amerikanischen Films“ wurde trotz einer Größe von nur 1,70 Metern, aber auch trotz eines durchaus begrenzten Rollenrepertoires ein Leinwand-Gigant, der gleichermaßen in politischen wie romantischen Filmen überzeugte.

Robert Redford feierte ab den 60er-Jahren große Erfolge in Hollywood. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)

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Robert Redford feierte ab den 60er-Jahren große Erfolge in Hollywood. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)

Mitte der 1970er spielten seine Filme an den Kinokassen mehr ein als die jedes anderen Schauspielers, einem jüngeren Publikum wurde er vor allem mit „Jenseits von Afrika“ und „Der Pferdeflüsterer“ bekannt. Längst war Redford nicht mehr nur Schauspieler, Regisseur und Produzent hochkarätiger Filme, sondern Umweltbewahrer, Naturschützer und Kritiker eines radikalkonservativen Amerikas.

Robert Redford soll die Präsidentschaftskandidatur ausgeschlagen haben

„Barfuß im Park“: Jahrelang galt Redford als einer der schönsten Männer Hollywoods. Dieser Film, in dem er an der Seite von Jane Fonda spielte, zeigt, warum. (Bild: ZDF / Joseph LaShelle)

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„Barfuß im Park“: Jahrelang galt Redford als einer der schönsten Männer Hollywoods. Dieser Film, in dem er an der Seite von Jane Fonda spielte, zeigt, warum. (Bild: ZDF / Joseph LaShelle)

Immer wieder hat er Filme gemacht, die nach eigener Auskunft „den Zustand Amerikas in einem bestimmten Moment beschreiben sollten“, Filme wie „Bill McKay - Der Kandidat“, „Die drei Tage des Condor“, „Die Unbestechlichen“ über den Watergate-Skandal, „Quiz Show“ über den Betrug am TV-Zuschauer und „Von Löwen und Lämmern“, in dem er 2007 einen gealterten Professor spielte, an den niemand mehr glaubt und der dennoch einen jungen Studenten von der Notwendigkeit eines politischen Engagements überzeugen will. 2018 kündigte Redford an, seine Leinwand-Karriere zu beenden. Seine letzte Hauptrolle spielte er im selben Jahr in der herrlich altmodischen Krimikomödie „Ein Gauner & Gentleman“.

„Der große Gatsby“: Leonardo DiCaprio spielte ihn auch, aber niemand verkörperte den exzentrischen Millionär Jay Gatsby so wie einst Robert Redford an der Seite von Mia Farrow. (Bild: ZDF / Taurus)

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„Der große Gatsby“: Leonardo DiCaprio spielte ihn auch, aber niemand verkörperte den exzentrischen Millionär Jay Gatsby so wie einst Robert Redford an der Seite von Mia Farrow. (Bild: ZDF / Taurus)

Den Weg in die Politik schlug er beizeiten aus. „Ich bin Schauspieler“, beschied der in Santa Monica geborene Redford, der das Studium abbrach, aber 30 Jahre später von der Universität in Colorado den Ehrendoktor bekam, als man ihm seitens der Demokraten die Präsidentenkandidatur angetragen haben soll. Als Junge hatte er nach einem Sportfest von Präsident Nixon mit anderen eine Urkunde erhalten sollen. Der Mann, der ihm da gegenüberstand, sei eine einzige Unwahrheit gewesen, so erinnerte er sich. Von der Realpolitik war er von da an wohl für immer geheilt.

Der Hollywood-Superstar lebte auf einer Farm in den Bergen von Utah

„Jenseits von Afrika“: Sieben Oscars gab es 1986 für das bewegende Melodram, nur nicht für Hauptdarsteller Redford. Der konnte allerdings schon 1981 einen Academy Award einstreiche. (Bild: ZDF / Frank Connor)

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„Jenseits von Afrika“: Sieben Oscars gab es 1986 für das bewegende Melodram, nur nicht für Hauptdarsteller Redford. Der konnte allerdings schon 1981 einen Academy Award einstreiche. (Bild: ZDF / Frank Connor)

Sein Leben böte Stoff für eine Edelschnulze: Mit 16 Jahren schiffte sich Robert als Heizer auf der „Queen Mary“ nach Europa ein und trampte später quer durch den Kontinent. Nach seiner Rückkehr heiratete er als 20-jähriger Kunststudent die zwei Jahre jüngere Lola. Die Ehe mit Lola Jean van Wagenen, die seine weiblichen Fans an den Rand des Wahnsinns brachte, währte immerhin 27 Jahre, das Paar ließ sich 1985 scheiden. „Ich kann sie alle haben, aber ich will nicht“, erklärte Redford, dreifacher Vater, zu besten Zeiten mal das Verhältnis zu seinen weiblichen Fans.

Auch „Der Pferdeflüsterer“ zählt zu Robert Robert Redfords bekanntesten Rollen. (Bild: Getty Images)

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Auch „Der Pferdeflüsterer“ zählt zu Robert Robert Redfords bekanntesten Rollen. (Bild: Getty Images)

2009 dann wieder Aufregung um Redfords Privatleben: Da heiratete er nach zwölfjähriger Beziehung in Hamburg seine Freundin Sibylle Szaggars, eine um 20 Jahre jüngere Malerin. Das Jawort gab man sich, wie es hieß, im engsten Familienkreis. „Bild“ war immerhin exklusiv dabei und berichtete in Wort und Bild von der Trauungszeremonie, in der man zum Psalmwort: „Herr, Deine Güte reicht so weit der Himmel ist und Deine Wahrheit so weit wie die Wolken gehen ...“ die Ringe tauschte - schön wie in einem Redford-Film.

Robert Redford war nie ein Mann der Klatschgeschichten und Skandale. Als er durch Filme wie „Barfuß im Park“, „Zwei Banditen“ und „Bill McKay - Der Kandidat“ längst zu höchsten Hollywoodehren aufgestiegen war, zog er sich mit seiner Familie aus dem öffentlichen Leben zurück und floh auf eine Farm in den Bergen von Utah, wo er bis zuletzt lebte und auch starb.

„Spezialist für private Drehpausen mit Überlänge“

Seit 2009 war die deutsche Malerin Sibylle Szaggars die Frau an der Seite von Robert Redford. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

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Seit 2009 war die deutsche Malerin Sibylle Szaggars die Frau an der Seite von Robert Redford. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Von dort ließ sich der aktive Umweltschützer nur äußerst ungern vor die Filmkamera locken. Die erwirtschafteten Millionengagen steckte er in eigene Produktionen wie „Eine ganz normale Familie“, für die er 1981 den Oscar als bester Regisseur erhielt. Den Ehrenoscar fürs Lebenswerk bekam er 2002. Außerdem gründete er in Utah sein Sundance Institut und das gleichnamige Festival für unabhängige Filme, heute eine Institution des Independent-Kinos.

Der „Spezialist für private Drehpausen mit Überlänge“ wählte sorgfältig seine Rollen aus und verzichtete dabei bewusst auf Gagen und mögliche Erfolge. „Ich seh ja nun wirklich nicht aus wie ein Collegeboy, der noch nie geb..mst hat“, lautete seine Absage an „Die Reifeprüfung“, mit der später Dustin Hoffmann seine Karriere starten sollte.

Die Versuche, Filme ganz auf die Wirkung seiner Person zuzuschneiden, nahmen teilweise groteske Formen an. An der Seite der zwölf Zentimeter größeren Jane Fonda konnte sich Redford vor der Kamera nur auf einer Art überdimensionalem Skateboard bewegen. Regisseur George Roy Hill inszenierte 1969 in „Zwei Banditen“ eine Art „Schönheitswettkampf“ und stellte die Zuschauer vor die Wahl: Redford oder Newman. Der Zweikampf endete unentschieden, sodass Hill fünf Jahre später in der brillanten Gaunerkomödie „Der Clou“ erneut auf das bewährte Gespann zurückgriff.

„Verglichen mit Robert ist sogar die Sphinx eine Plaudertasche“

Medienfreundlicher blieb Nudelsoßen-Erfinder Newman allemal. Sein Urteil: „Verglichen mit Robert ist sogar die Sphinx eine Plaudertasche.“ Generationen von Reportern können dies nur mit einem Kopfnicken bestätigen. Und im Studio oder am Schneidetisch verhielt er sich Zeugen zufolge gar wie ein Geist: Er machte sich unsichtbar - und war dann im entscheidenden Moment wieder da. Seit dem 16. September 2025 ist die Hollywood-Sphinx für immer verstummt. (tsch)

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