Immer wieder ein Erlebnis: Bruce Willis, Brad Pitt und Madeleine Stowe irrlichtern durch Terry Gilliams abgründig brillantes Zeitreiserätsel.
Heute im Free-TVBruce Willis im düsteren Meisterwerk einer Monty-Python-Legende

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Im Jahr 2035 erhält der Schwerverbrecher James Cole (Bruce Willis) den Auftrag, die Ursachen einer weltweiten Virus-Epidemie zu ergründen. (Bild: 1995 Universal City Studios Inc. All rights reserved.)
Es ist ein unvorhersehbarer Weg, der durch eine Collage von Bildern und Tragödien führt. James Cole reist durch die Zeit - auf der Suche nach einem tödlichen Virus, den 1996 die Terroristenvereinigung „12 Monkeys“ freigesetzt haben soll. Der Zuschauer reist mit ihm, vom Jahr 2035 zunächst nach 1990, in dem sich Cole in einer Nervenheilanstalt wiederfindet, dann in den Ersten Weltkrieg, dann in die Gegenwart, wo Regisseur und Monty-Python-Legende Terry Gilliam endlich sein Verwirrspiel auflöst. Sein düsterer Halb-Real-, Halb-Science-Fiction-Movie aus dem Jahr 1996 ist ein intelligent konstruierter Geniestreich voller überraschender Wendungen, den ARTE am Montag, 2. Februar um 20.15 Uhr zeigt.
Immer wieder legt der Regisseur verlockende Fährten aus, allen voran die düstere Vision der „12 Monkeys“, die mit einem tödlichen Virus für das Ende der Menschheit gesorgt haben sollen. Im Jahr 2035 regieren die Tiere, die wenigen verbliebenen Menschen schicken Cole quer durch die Vergangenheit auf die Suche nach dem Gegenmittel. Ein bisschen wird „12 Monkeys“ von der Grundanlage her zum „Terminator“ für Intellektuelle. Perfekt konstruierte Studiobauten statt aufwendiger Spezialeffekte, ein permanent forderndes Drehbuch statt eines durchsichtigen Gut-gegen-Böse-Spiels.
ARTE zeigt neue Gilliam-Doku im Anschluss
Hauptdarsteller Bruce Willis brilliert in der Rolle des Zeitreisenden James Cole, er spielt ihn erstaunlich zurückhaltend. Willis porträtiert die Figur zwischen kindlicher Naivität und verzweifeltem Kampfeswillen und überlässt charakterliche Extreme seinen Partnern. Allen voran Brad Pitt, Golden Globe-ausgezeichnet und Oscar-nominiert für die Rolle des psychisch stark angeschlagenen Anstaltsinsassen Jeffrey Goines.
Wie gewohnt, präsentiert Gilliam das alles in einer seltsam bedrohlichen Atmosphäre. Hielt der Regisseur im „König der Fischer“ mit Robin Williams zumindest noch eine sympathische Identifikationsfigur bereit, so gelingt ihm diesmal das Kunststück, den Zugang zur Geschichte auch ohne den Einsatz eines positiven Helden nicht zu versperren. Selbst die ungewohnt erscheinenden Welten, die Gilliam mit spektakulären Bauten schuf, wirken nicht fremd, sondern sind Teil einer faszinierenden Bildsprache, die dem Film seinen einzigartigen Charakter verleiht.
Um die einzigartige Bildsprache Gilliams geht es auch in der Dokumentation „Terry Gilliams Welt - Im Reich der Fantasie“ (2022), die ARTE im Anschluss in einer Free-TV-Premiere zeigt: Der Film von Benjamin Clavel porträtiert einen Filmemacher, dessen fantasievolle Animationen schon die legendäre Comedyshow „Monty Python's Flying Circus“ beflügelten, bevor er dank Filmen wie „Brazil“, „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ und „Fear and Loathing in Las Vegas“ zum Kultregisseur wurde. (tsch)

