Heidi Stroh ist tot: Die vielseitige Schauspielerin und Sängerin wurde ab den 60er-Jahren zu einem bekannten Film- und TV-Star.
Bekannt aus „Tatort“ und „Der Kommissar“Kultstar der 60er- und 70er-Jahre gestorben

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Die vielseitige Schauspielerin und Sängerin Heidi Stroh wurde ab den 60er-Jahren zu einem bekannten Film- und TV-Star in Deutschland. (Archivbild)

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Die deutsche Schauspielerin und Sängerin Heidi Stroh ist tot. Wie erst jetzt im Juli 2026 bekannt wurde, verstarb die Künstlerin bereits am 18. April 2026 im Alter von 85 Jahren in ihrer Wahlheimat Ligurien in Italien.
Ihr Tod wurde inzwischen auf ihrer offiziellen Website sowie von dem Sänger und langjährigen Weggefährten Mark Lorenz bestätigt. Angaben zu den genauen Todesumständen oder einer Todesursache wurden von der Familie und ihrem privaten Umfeld nicht veröffentlicht.
Stroh, die am 10. Februar 1941 in Jena geboren wurde, absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Zahnarztassistentin, bevor sie für ein Gesangsstudium nach Rom zog. Dort folgten erste Theaterauftritte und Filmrollen, darunter der Kriminalfilm „Blutige Seide“ aus dem Jahr 1964.
Heidi Stroh war als Bond-Girl im Gespräch
Eine Rolle als Bond-Girl im Spielfilm „Feuerball“ an der Seite von Sean Connery war für sie 1965 im Gespräch, musste sie jedoch krankheitsbedingt absagen. Auch eine geplante Zusammenarbeit mit dem Regisseur Federico Fellini kam damals nicht zustande.

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Heidi Stroh 1976 in einer TV-Show. (Archivbild)
In Deutschland wurde Stroh ab der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre vor allem durch Filme des Neuen Deutschen Films bekannt. Einen wichtigen Schritt ihrer Karriere markierte Edgar Reitz’ Debütfilm „Mahlzeiten“ (1967), in dem sie eine Hauptrolle spielte. Nach der Premiere kam Reitz gemeinsam mit Stroh und ihrem Co-Darsteller Georg Hauke nach Köln und sprach mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ über das viel diskutierte Werk.
Es folgten weitere bedeutende Rollen, darunter Ula Stöckls „Neun Leben hat die Katze“ (1968) sowie die Titelrolle im Fernsehfilm „Der Fall Lena Christ“ (1969).
1969 sorgte Heidi Stroh außerdem mit dem Film „Helgalein“ für Schlagzeilen. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete damals, dass dem Streifen wegen seines Inhalts als Posse über Sex- und Aufklärungsrummel ein mögliches Verbot drohte. Stroh wurde in dem Bericht als „Starlet“ bezeichnet.
TV-Auftritte in „Der Kommissar“ und „Tatort“
In den folgenden Jahrzehnten arbeitete Stroh regelmäßig für das deutsche Fernsehen. Sie übernahm Rollen in bekannten Krimiformaten wie „Der Kommissar“ und „Tatort“ sowie in der Serie „Münchner Geschichten“ im Jahr 1975.
Nach einer Rolle in der Serie „Sekt oder Selters“ im Jahr 1990 stand sie 1992 für den Mehrteiler „Die zweite Heimat“ letztmalig vor der Kamera.
Parallel zu ihrer schauspielerischen Arbeit war Stroh als Schlagersängerin aktiv. In den späten 1960er- und 1970er-Jahren veröffentlichte sie Singles wie „Schimpf nicht auf die Welt“ und „Liebe will frei sein“ und trat im Kabarett der Münchner Lach- und Schießgesellschaft auf. Ihre einzige LP „...Mal So-Mal So...“ erschien 1975.
Wie groß ihre Bekanntheit in den 1970er-Jahren war, zeigt auch Ilja Richters Buch „Star Szene 77“. Darin wird Heidi Stroh als Schauspielerin gewürdigt, die auch über die deutschen Grenzen hinaus bekannt geworden sei. Gleichzeitig werden ihre musikalischen Ambitionen hervorgehoben.
In ihren späteren Jahren lebte sie weitgehend abseits der Öffentlichkeit, engagierte sich im Tierschutz und veröffentlichte ein Sachbuch über Vitamine.
