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„Große Gefahr“SPD-Innenexperte warnt bei „Maischberger“ vor Russlandnähe der AfD

„Noch nie so große Sorgen um dieses Land gemacht“: SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler sieht die Russland-Nähe der AfD als „große Gefahr“. (Bild: WDR / Oliver Ziebe)

Copyright: WDR / Oliver Ziebe

„Noch nie so große Sorgen um dieses Land gemacht“: SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler sieht die Russland-Nähe der AfD als „große Gefahr“. (Bild: WDR / Oliver Ziebe)

Der SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler und der AfD-Politiker Stephan Brandner sind am Mittwochabend zu Gast bei Sandra Maischberger im Ersten. Maischberger stellt den Beiden viele Fragen. Die beantworten sie selten.

Es war eine heftige Auseinandersetzung am Mittwochvormittag bei der Generaldebatte im Bundestag. Vor allem die AfD fiel durch Zwischenrufe auf, so sehr, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner einem ihrer Abgeordneten gar mit Rausschmiss drohte. Stephan Brandner gehört am Mittwochabend zu den Gästen bei Sandra Maischberger in der ARD. Und der AfD-Politiker steht mächtig unter Strom. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler diskutierte mit ihm. Er wirkte teilweise recht verschlafen, wurde nur selten laut. Eines hatten beide gemeinsam: Sie beantworteten die meisten Fragen von Sandra Maischberger nicht.

Uneinig waren sie gleich zu Beginn. „Auf einer Skala von eins bis sechs - wie war der Stil dieser Debatte?“, wollte Maischberger von Fiedler wissen. Der gab zurück: „Da reicht Ihre Skala nicht.“ Brandner sah das ganz anders: Die Reden seiner beiden Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla fand er klasse, benotete sie mit einer zwei plus. Aber sonst? Naja. Bundeskanzler Friedrich Merz habe die AfD falsch zitiert. „Der Bundeskanzler, der Chef der Exekutive, spricht von ethnischen Säuberungen, die drohen würden. Also völlig neben der Kappe, dieser Kanzler. Das war hoffentlich seine Abschlussrede. Also tiefer geht nicht mehr. Das wäre eine ganz klare sechs.“

Maischberger stellt Fragen und bekommt wenig Antworten

Tatsächlich haben die beiden Kontrahenten auch ein paar Fragen beantwortet. Interessanter waren aber die anderen. Woran es denn liege, dass der SPD gerade bei den Arbeitern so viele Wähler davonliefen, fragt Maischberger. Fiedler erklärt, das könne man nicht so einfach sagen, und verweist auf das Auftreten der AfD in den sozialen Netzwerken. Aber das allein würde das Problem nicht erklären, sagt Fiedler. Was denn aber sonst? Das fragt Maischberger nicht.

Stephan Brandner (links) von der AfD und Sebastian Fiedler von der SPD lassen bei „Maischberger“ viele Fragen unbeantwortet. (Bild: WDR / Oliver Ziebe)

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Stephan Brandner (links) von der AfD und Sebastian Fiedler von der SPD lassen bei „Maischberger“ viele Fragen unbeantwortet. (Bild: WDR / Oliver Ziebe)

Was denn passieren würde, wenn Russland für den Anschlag auf den Leipziger Flughafen verantwortlich wäre, fragt Maischberger später Stephan Brandner. Das sei ja noch gar nicht klar, sagt der, wenn aber doch, dann müsste der Urheber irgendwie geahndet werden. „Wie?“ fragt Maischberger. „Das wird man dann sehen“, so Brandner. Fiedler muss diese Frage nicht beantworten. Maischberger wird wissen, warum nicht.

Wie denn die AfD in Sachsen-Anhalt eine tragfähige Regierung auf die Beine stellen wolle, fragt Maischberger Brandner. Man wolle mit allen Parteien reden, die hätten aber das Gesprächsangebot schon ausgeschlagen, nur das BSW nicht. Und - man wird sehen. Was die AfD denn meine, wenn sie von „kulturfremden“ Menschen rede? Das stünde im Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt, sagt Brandner. Aber eine Antwort kann er dann auch nicht geben. „Da müssen Sie die in Sachsen-Anhalt fragen“, sagt er. Und dann kommt das Übliche: Wer sich integrieren wolle in Deutschland, sei herzlich willkommen. Maischberger will die Frage trotzdem beantwortet haben, nennt Chinesen, Japaner, Indonesier. Brandner redet viel, aber die Antwort hat er nicht.

SPD-Innenexperte Fiedler: „Noch nie so große Sorgen um dieses Land gemacht“

Fiedler sagt dagegen nicht, ob er sich einen überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt vorstellen könne. Dazu könne er sich als Innenpolitiker nicht äußern. Er könne nur sagen: Die AfD sei eine Gefahr für Deutschland.

Die Sache mit der SPD und den verlorenen Wählern unter den Arbeitern beantwortet dann Brandner wenig überraschend. Der gehört nachweislich zu den extrem rechten Abgeordneten seiner Partei. Seine Antwort fällt entsprechend aus: Die SPD habe sich „zu einer links-woke-verrückten Partei entwickelt, die von den Linken oder den Grünen überhaupt nicht mehr zu unterscheiden ist. Dieses Gendergedöns und diese queeren Geschichten da. Und das kommt natürlich bei den Menschen, die jeden Tag acht Stunden abreißen müssen, am Fließband, in der Fabrik oder wer weiß wo, nicht gut an.“ Im Ruhrgebiet habe die Partei gar nicht so viele Arbeiterstimmen verloren, und über Genderfragen werde da auch nicht diskutiert, gibt Fiedler etwas lahm zurück.

Er möchte lieber über das Verhältnis der AfD zum russischen Präsidenten sprechen. Putin führe Krieg nicht nur mit konventionellen Waffen, sagt Fiedler. Ein „ganz wesentlicher Bestandteil“ sei „der Informationskrieg im virtuellen Raum. Davon profitieren Sie, und da spielen Sie mit.“ Und weiter: „Sie haben lauter Kandidaten, die Putin nach dem Angriffskrieg noch auf Geburtstagsfeiern in der Botschaft beglückwünschen. Sie haben Leute dabei, die Initiativen gestartet haben, die die Sanktionen gegen Russland nicht mehr haben wollen. Die Kernfrage ist eine viel, viel größere, und ich kenne viele in den Sicherheitsbehörden, und ich gehöre wirklich dazu, die sich noch nie so große Sorgen um dieses Land gemacht haben, weil Sie jetzt in Sachsen-Anhalt in die Verantwortung kommen könnten und eine Türöffner-Problematik für Putin darstellen können. Das ist die große Gefahr, vor der dieses Land steht.“

Wer schützt Deutschland vor russischen Hackern?

Brandner bezweifelt, dass die SPD die richtige Partei sei, die Deutschland vor diesen Gefahren schützen könnte. „Sie haben das Datenleck in Berlin. Sie haben sich in Daten Terrabyte klauen lassen.“ Fiedler: „Und wer war das? Eine russische OK-Gruppierung war das. Eine russische Gruppierung der organisierten Kriminalität. Könnten Sie etwas dazu sagen, welche Verantwortung Sie in Deutschland sich vorstellen?“ Kann Brandner nicht, er verweist lieber auf die Beziehungen von SPD-Politikern wie Ralf Stegner, Manuela Schwesig und vor allem Gerhard Schröder zu Russland und dessen Präsidenten.

Am Ende wirkt es so, als sei Fiedler seinem Herausforderer an vielen Stellen nicht gewachsen. Brandner ist an diesem Abend auf jeden Fall der bessere Entertainer. Aber er hat auch einen entscheidenden Vorteil: Er muss keine Kompetenz beweisen. (tsch)

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