Wer es zum Bond-Girl schafft, kommt als Schauspielerin groß raus. Das war auch Gemma Arterton gelungen, bevor es um sie doch allmählich immer ruhiger wurde. Nun feiert die Britin ihren 40. Geburtstag. Ein Rückblick auf ihren Karriereverlauf seit „James Bond 007: Ein Quantum Trost“.
Gemma Arterton feiert 40. GeburtstagDas macht das „Bond“-Girl heute

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Als Bond-Girl an der Seite von Daniel Craig in „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ feierte Gemma Arterton ihre großen Durchbruch. (Bild: MGM - Metro-Goldwyn-Mayer)

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Am 2. Februar feiert Gemma Arterton ihren 40. Geburtstag. (Bild: 2023 Getty Images/Kayla Oaddams)
2008 wurde auch sie Mitglied des erlauchten Clubs: In „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ spielte Gemma Arterton an der Seite von Titeldarsteller Daniel Craig und gesellte sich damit zur ehrwürdigen Reihe der Bond-Girls. Doch wie für ihre Kolleginnen davor und danach war die Rolle auch für sie nicht nur eine Chance, sondern zugleich auch eine Bürde, die es im Beruf zu tragen galt. Nun feiert sie ihren 40. Geburtstag, wie hat sich ihre Karriere seit „Ein Quantum Trost“ entwickelt?

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Eine feine kleine Rolle im Nachklapp des James-Bond-Erfolgs: In Stephen Frears' Komödie „Immer Drama um Tamara“ (2010) spiet Gemma Arterton eine junge Frau, die mit neuem Selbstbewusstsein in ihr heimatliches Provinznest zurückkehrt. (Bild: Prokino)
Als sie „James Bond“ drehte, stand Arterton noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Ihr Kameradebüt gab die Absolventin der traditionsreichen Schauspielschule Royal Academy of Dramatic Art 2007 mit dem Fernsehfilm „Capturing Mary“. Im selben Jahr stand die Tochter eines Schweißers und einer Reinigungskraft auch zum ersten Mal auf der Bühne. Im renommierten Londoner Globe Theatre gab sie die Rosalinde der Shakespeare-Umsetzung „Verlorene Liebesmüh“.
Zwischen Tops und Flops

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„Mir liegt physische Gewalt“, bekannte Gemma Arterton, hier in „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (2013). (Bild: Paramount Pictures)
Nach dem Durchbruch mit „Quantum Trost“ legte Arterton eine solide Schauspielkarriere hin - ohne dass es ihr freilich bislang gelungen wäre, in die Riege der Topstars aufzusteigen. An dem einen oder anderen Flop wird das gelegen haben, der ihren Aufstieg nach oben gezügelt haben mag. So wie das Fantasy-Fiasko „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ (2010) oder der Thriller „Runner Runner“ (2013), der trotz Starbesetzung ebenfalls an den Kinokassen scheiterte.

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In „Funny Woman“ spielt Gemma Arterton eine Schauspielerin, die die Sitcom-Welt der 1960er-Jahre aufmischt. (Bild: 2022 Sky Studios Limited)
Vielleicht war Artertons Karriereweg allzu forciert, zu sehr bemüht, im Blockbuster-Kino Hollywoods Fuß zu fassen. Eine bedächtigere Rollenauswahl hätte auch manchen künstlerischen Flop verhindert. So aber schlich sich auch Beliebiges und Profilloses in die Arbeit. Wie das sterile Schlachtenspektakel „Kampf der Titanen“ (2010) oder das blutleere Märchengemetzel „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (2013). Andererseits: Ohne Wagnis hätte es das gelungenere Over-the-Top-Projekt „The King's Man: The Beginning“ (2021) nicht gegeben.
Funny Woman Gemma Arterton

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Als Strawberry Fields verdrehte sie in „Ein Quantum Trost“ James Bond den Kopf. Im wahren Leben hat Gemma Arterton das Herz von Schauspieler Rory Keenan erobert, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hat. (Bild: Tristan Fewings/Getty Images for Stella Artois)
Besser aufgehoben ist Arterton in kleineren Projekten. Autorenfilmer Stephen Frears wird das ebenfalls erkannt haben, bevor er sie 2010 in der leichtfüßigen Komödie „Immer Drama um Tamara“ besetzte. Das war zwei Jahre nach „James Bond“ und genauso lange nach ihren Auftritten in den britischen Miniserien „Wenn Jane Austen wüsste“ und „Thomas Hardy's Tess of the D'Urbervilles“ und vier Jahre, bevor sie in Anne Fontaines beschaulich-unterhaltsamer Gesellschaftskomödie „Gemma Bovery“ verzückte.
Allmählich wurde es dann ruhiger um das ehemalige Bond-Girl. Arterton drehte zwar manchen Film, meist aber vom Kaliber des Thrillers „Rogue Agent“ oder des Dramas „The Critic“ - solide Filme, die für kaum Wahrnehmung sorgten. Zuletzt immerhin ein Lichtblick, der sie optimistisch in die Zukunft blicken lässt: In der Comedy-Serie „Funny Woman“, einer Adaption von Nick Hornbys Roman „Miss Blackpool“, spielt sie die hochgelobte Charakterrolle einer Schauspielerin, die sich in den 1960er-Jahren in einer von Männern dominierten Sitcom-Branche durchzusetzen weiß.
Für die Zukunft aufgestellt hat sich Arterton auch im Privatleben. Nachdem ihre erste Ehe mit dem italienischen Manager Stefano Catelli gescheitert war, heiratete sie 2019 den irischen Schauspielkollegen Rory Keenan (“Peaky Blinders - Gangs of Birmingham“). Im Dezember 2022 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Mit ihrer Familie lebt Arterton in East Sussex, einer Grafschaft im Südosten Englands, abseits von Glamour und Rampenlicht - ganz anders also, möchte man meinen, wie es sich für ein Bond-Girl geziemt. (tsch)

