Willkommen im Abenteuerland: Wenn Rinderwahn den Fleischfreund zum Untoten werden lässt, hört der Spaß noch längst nicht auf, wie die Horrorkomödie „Zombieland“ zeigt.
Geheimtipp im Free-TVEiner der lustigsten Zombie-Filme aller Zeiten

Copyright: ZDF/Glen Wilson
Auf das Werkzeug kommt es an: Mit Knarre und Spitzhacke gehen Columbus (Jesse Eisenberg, links) und Tallahassee (Woody Harrelson) auf Zombie-Jagd. (Bild: ZDF/Glen Wilson)

Copyright: ZDF/Glen Wilson
Tallahassee und Columbus (Jesse Eisenberg) kämpfen gegen eine Armee von Untoten. (Bild: ZDF/Glen Wilson)
Kann es Spaß machen, einem Untoten aufrecht und furchtlos ins Antlitz zu blicken? Woody Harrelson zumindest, Schauspieler mit Hang zu abseitigen Rollen (“Natural Born Killers“, „Larry Flynt“), erweckt den Anschein: In der Splatterkomödie „Zombieland“ (Mittwoch, 17. Juni, 23.15 Uhr, ZDFneo) lässt der Texaner keinen Zweifel daran, dass Horrorfilme nicht nur das Publikum amüsieren müssen, sondern auch die Darsteller.
Unter der Regie von Ruben Fleischer (“Uncharted“) präsentiert sich Harrelson als sarkastischer Waffennarr mit Schwäche für Schokoriegel. Er wird zum leidenschaftlichen Zombiejäger, nachdem eine BSE-Epidemie die Bevölkerung zu degenerierten Menschenfressern gemacht hat. Überleben kann nur, wer sich geschickt auf das Unvorhersehbare vorbereitet.
Origineller Ritt durch ein entvölkertes Amerika

Copyright: ZDF/Glen Wilson
Die Schwestern Wichita (Emma Stone, Mitte) und Little Rock (Abigail Breslin) und Columbus (Jesse Eisenberg) sind gegen die untoten Angreifer gewappnet. (Bild: ZDF/Glen Wilson)
So wie der schlaksige College-Außenseiter Columbus (Jesse Eisenberg, „The Social Network“), der 47 Regeln aufgestellt hat, die ihn für den Fall der Fälle wappnen sollen. Jesse Eisenberg bildet als penibler, ängstlicher Normalo den Gegenpol zur Haudrauf-Figur Harrelsons. Doch die beiden unterschiedlichen Charaktere müssen sich arrangieren und versuchen, sich gemeinsam durchzuschlagen. Als wäre das nicht schwer genug, lassen sie sich von den abgebrühten Schwestern Wichita (Emma Stone, „Bugonia“) und Little Rock (Abigail Breslin, „Little Miss Sunshine“) abzocken - bis auch sie merken, dass man zusammen weniger allein ist.
Die grelle Abrechnung mit der Esskultur Amerikas war ein Überraschungshit in den US-Kinos, blieb hierzulande aber mit etwa 130.000 Besuchern hinter den Erwartungen zurück. Unverdient, denn der Film strotzt vor trockenem Humor und witzigen Einfällen. Mit einer verspielten Mischung aus Konsumnostalgie, Road-Movie-Romantik mit Western-Einschlag und rockigem Soundtrack entstand mit „Zombieland“ ein zwar an vielerlei Stellen unappetitlicher, doch insgesamt origineller Ritt durch ein entvölkertes Amerika. (tsch)
