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Fremde HeimatDas sind die Kino-Highlights der Woche

Erika Mann (Sandra Hüller) und ihr Vater Thomas (Hanns Zischler, rechts) kehren gemeinsam in die alte Heimat zurück. (Bild: Neue Visionen/Agata Grzybowsk)

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Erika Mann (Sandra Hüller) und ihr Vater Thomas (Hanns Zischler, rechts) kehren gemeinsam in die alte Heimat zurück. (Bild: Neue Visionen/Agata Grzybowsk)

„That's Why the Lady Is a Champ“, „Das gewisse Etwas“ und „Vaterland“, ein Spielfilm über die Rückkehr des Exilanten Thomas Mann in das Nachkriegsdeutschland.

Das Erstarken der Nationalsozialisten im Deutschland der 1930er-Jahre trieb zahlreiche offen kritische Intellektuelle ins Exil. Auch Schriftsteller Thomas Mann, Schöpfer so einflussreicher Werke wie „Buddenbrooks: Verfall einer Familie“ oder „Der Zauberberg“, sah sich 1933 gezwungen, ins Ausland überzusiedeln, zunächst nach Frankreich und in die Schweiz, ab 1938 dann in die USA. Erst 1949, vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, betrat der Literaturnobelpreisträger nach einigem Zögern wieder deutschen Boden. Der Anlass: eine Einladung zum Goethe-Jahr. Die Reise durch Manns alte Heimat ist Gegenstand von Paweł Pawlikowskis neuem Spielfilm „Vaterland“, der sich allerdings nicht an die historischen Fakten hält, sondern frei von der Rückkehr erzählt.

Auf ihrer Reise mit ihrem Vater fährt Erika Mann (Sandra Hüller) durch ein vom Krieg gezeichnetes Deutschland. (Bild: Neue Visionen/Agata Grzybowsk)

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Auf ihrer Reise mit ihrem Vater fährt Erika Mann (Sandra Hüller) durch ein vom Krieg gezeichnetes Deutschland. (Bild: Neue Visionen/Agata Grzybowsk)

Außerdem neu im Kino: „That's Why the Lady Is a Champ“, ein Biopic über eine von Sydney Sweeney gespielte Pionierin im Boxring, und „Das gewisse Etwas“, das deutsche Remake eines französischen Komödienhits.

Vaterland

Im Boxring beweist die mit eisernem Willen ausgestattete Christy (Sydney Sweeney) ihr großes Talent. (Bild: Tobis Film)

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Im Boxring beweist die mit eisernem Willen ausgestattete Christy (Sydney Sweeney) ihr großes Talent. (Bild: Tobis Film)

Thomas Manns Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1949 anlässlich der Goethe-Feierlichkeiten ist verbürgt. Begleitet wurde er auf seinem politisch hochaufgeladenen Trip von seiner Ehefrau Katia. In „Vaterland“ hingegen ist seine erstgeborene Tochter Erika (verkörpert von Sandra Hüller) an seiner Seite. Jene Schauspielerin, Schriftstellerin und Kabarettistin, die in der Wirklichkeit nach dem Schrecken des Nationalsozialismus nie wieder ihre frühere deutsche Heimat besuchen wollte. Der in Schwarz-Weiß-Bilder getauchte Film nimmt sich hier also große kreative Freiheiten.

Erste Station auf der Reise von Thomas Mann (Hanns Zischler) und Erika ist das in der amerikanischen Besatzungszone liegende Frankfurt am Main. Hier soll der Autor einen Goethe-Preis entgegennehmen und den großen Dichter, der 200 Jahre alt geworden wäre, in einer Rede ehren. Durch ein vom Krieg nach wie vor schwer gezeichnetes Land fahren die beiden anschließend bis ins von den Sowjets kontrollierte Weimar. Auch an diesem Ort warten auf Thomas Mann eine Auszeichnung und eine Ansprache.

Lachen für das Scheinwerferlicht: Privat geht Christy (Sydney Sweeney) in der Ehe mit ihrem Mann und Förderer Jim Martin (Ben Foster) durch die Hölle. (Bild: Tobis Film)

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Lachen für das Scheinwerferlicht: Privat geht Christy (Sydney Sweeney) in der Ehe mit ihrem Mann und Förderer Jim Martin (Ben Foster) durch die Hölle. (Bild: Tobis Film)

Unterwegs kommt es zu verschiedenen Begegnungen. Manche Menschen empfangen Vater und Tochter mit offenen Armen und umschmeicheln sie. Andere sehen die Heimkehr kritisch, beschimpfen den berühmten Autor gar. Als Thomas und Erika während ihrer Fahrt von einem familiären Schicksalsschlag erfahren, spenden sie sich gegenseitig Trost.

Mit gerade einmal 82 Minuten Laufzeit ist „Vaterland“ für ein historisches Drama erstaunlich kurz. Nichtsdestotrotz wurde der im Mai 2026 in Cannes uraufgeführte Film von der Kritik gefeiert. Auch die Jury des renommierten Festivals war angetan und verlieh Pawlikowski einen Preis für die beste Regie. Spannend ist die freie Rekonstruktion von Thomas Manns Deutschlandreise schon deshalb, weil sie gesellschaftliche Fragen nach Schuld und Vergebung mit persönlichen Gedanken über Heimat, Familie und Identität verbindet.

That's Why the Lady Is A Champ

Charlie (Frangiskos Kakoulakis, links) und Alex (Max von der Groeben) halten fest zusammen. (Bild: Constantin Film Distribution GmbH/Jürgen Olczyk)

Copyright: Constantin Film Distribution GmbH/Jürgen Olczyk

Charlie (Frangiskos Kakoulakis, links) und Alex (Max von der Groeben) halten fest zusammen. (Bild: Constantin Film Distribution GmbH/Jürgen Olczyk)

Die 2017 erschiene Kinobiografie „I, Tonya“ mit Margot Robbie in der Hauptrolle schildert den wechselhaften Lebensweg der aus prekären Verhältnissen kommenden Eiskunstläuferin Tonya Harding, die nicht zuletzt unter einer toxischen Beziehung zu leiden hatte. Erinnerungen an ihre Geschichte und Craig Gillespies Leinwandversion weckt der Film „That's Why the Lady Is A Champ“, in dem „Euphoria“-Star Sydney Sweeney die real existierende Profiboxerin Christy Martin (heute: Christy Salters Martin) spielt.

Kann die Reisegruppe den Urlaub in den Bergen wirklich genießen? (Bild: Constantin Film Distribution GmbH/Jürgen Olczyk)

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Kann die Reisegruppe den Urlaub in den Bergen wirklich genießen? (Bild: Constantin Film Distribution GmbH/Jürgen Olczyk)

In der Provinz von West Virginia lehnt sich ebendiese Christy Ende der 1980er-Jahre gegen die spießigen Konventionen ihres Umfelds auf und entdeckt ihr Talent im Ring. Mit großer Disziplin will sich die junge Frau in einer männerdominierten Welt einen Namen machen. Der Durchbruch gelingt ihr, als sie dem erfahrenen Trainer und Manager Jim Martin (Ben Foster) begegnet. Christy wird zu einer Pionierin des Frauenboxes und steigt zur Knockout-Königin auf. Ihr Mentor, den die heimlich queere Sportlerin auch heiratet, entpuppt sich jedoch als machtbesessener und gewalttätiger Manipulator.

Für Sydney Sweeney ist „That's Why the Lady Is A Champ“ (eine Anspielung auf ein Cover in der Sports Illustrated) ein Herzensprojekt. Als Produzentin brachte sie das von David Michôd inszenierte Biopic mit auf den Weg. In Vorbereitung auf ihre Rolle nahm sie ausgiebige Boxstunden und rund 14 Kilo zu, weshalb Sweeney im Film fast kaum wiederzuerkennen ist. In den Kampfszenen, so ist zu hören, verzichtete die Schauspielerin überdies auf ein Stuntdouble. Wenn das kein voller Einsatz ist!

Das gewisse Etwas

Im Jahr 2024 eroberte die Komödie „Was ist schon normal?“ die französischen Kinosäle. Fast elf Millionen Zuschauer strömten in den von Victor-Artus Solaro gedrehten und mitgeschriebenen Film, der auch auf den hiesigen Leinwänden zu sehen war. Hits aus dem Nachbarland erhielten in jüngerer Vergangenheit häufiger ein deutsches Remake - siehe etwa „Der Vorname“. Nicht anders ist es in diesem Fall. „Was ist schon normal?“ wird unter der Regie Marc Rothemunds und nach einem Drehbuch Murmel Clausens zu „Das gewisse Etwas“.

In der Neuverfilmung betreut die ganz in ihrem Beruf aufgehende Sozialarbeiterin Polly (Mala Emde) mit ihren Kollegen Mona (Jasmin Schwiers) und Marko (Lorenzo Germeno) eine Gruppe junger Menschen mit Beeinträchtigung. Gerade als sie alle von München aus in den Urlaub aufbrechen wollen, klopft das vor der Polizei flüchtende Vater-Sohn-Gespann Karlo (Florian Lukas) und Alex (Max von der Groeben) an den Bus. In ihrer Not geben sich die beiden als der fehlende Mitreisende Otto (Alex) und dessen Betreuer (Karlo) aus.

Zusammen geht es schließlich los in Richtung Berge. Karlo und Alex tun alles, um ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Doch schnell tun sich dabei Probleme auf. Auch, weil sich Alex in Polly verknallt und Karlo mehr und mehr die Nerven zu verlieren droht. Denn sein Komplize Rico (Dieter Landuris) lässt nicht locker. Für die ungewöhnliche Truppe wird der Urlaub zu einem Abenteuer voller Herausforderungen und aufregender Erkenntnisse. Was sich vor allem zeigt: aus Unterschieden kann echte Nähe entstehen. (tsch)

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