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Finch doch wieder asozialDas sind die Musik-Highlights der Woche

Finch könnte sich inzwischen jedes Nobelrestaurant leisten, feiert aber nach wie vor lieber auf der Tanke. (Bild: Luis Frederik)

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Finch könnte sich inzwischen jedes Nobelrestaurant leisten, feiert aber nach wie vor lieber auf der Tanke. (Bild: Luis Frederik)

Muse, La Roux und Finch, der sich an seinen Aufstieg vom Außenseiter zum Spitzenreiter erinnert: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

„In der Szene fehlte jemand, der sich asozial benimmt“, lautet eine Zeile in „Intro“, dem Eröffnungsstück auf dem Album „Außenseiter Spitzenreiter“. Nun, diese Lücke hat Nils Wehowsky aka Finch aka Finch Asozial in den letzten Jahren hervorragend ausgefüllt. Jetzt also steigt die nächste große Proleten-Party - mit Witz, harten Beats und vielen Songzeilen, über die man sich herrlich aufregen kann. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Muse und La Roux.

Finch - Außenseiter Spitzenreiter

Matthew Bellamy und seine Band Muse zeigen auch mit „The Wow! Signal“: Ein bisschen größer und astronomischer geht immer. (Bild: Getty Images/Suhaimi Abdullah)

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Matthew Bellamy und seine Band Muse zeigen auch mit „The Wow! Signal“: Ein bisschen größer und astronomischer geht immer. (Bild: Getty Images/Suhaimi Abdullah)

„Du bist immer für mich da, jeden Tag, das ganze Jahr“, schwärmt Finch in einem Song seines neuen Albums „Außenseiter Spitzenreiter“. Er meint nicht seine Freundin, die immer für ihn da ist, nicht seine Mama, nicht irgendeinen Kumpel, sondern seine Lieblingstankstelle. Mofa volltanken, Energydrink ballern, Abfahrt. Die Single „Tanke“ ist hundert Prozent Finch, so wie auch die acht weiteren Tracks auf diesem Album. Er kann nicht anders, will nicht anders und darf sich nach den jüngsten Erfolgen ja durchaus auch einiges herausnehmen.

Finch, der sich zu Beginn seiner Karriere noch Finch Asozial nannte, landete mit seinen letzten drei Studioalben ganz oben in den Charts. Derzeit gehört der Brandenburger Dorfdisko-Rapper zu den reichweitenstärksten und erfolgreichsten Musikern des Landes. Er brachte HipHop, Techno und Proll-Ästhetik zusammen, immer mit einem Augenzwinkern und großer Lust an der Provokation, und feiert sich dafür ausgiebig selbst auf „Außenseiter Spitzenreiter“. Als Location für die Release-Party hat der Künstler sich übrigens eine Tankstelle im Brandenburger Hinterland ausgesucht - sehr passend.

Die neue Platte soll „alle Facetten“ dessen vereinen, was Finch in den letzten Jahren ausgemacht hat. Deshalb erlaubt er es sich auch, wieder ein bisschen mehr „asozial“ zu sein. „Finch vs. Finch Asozial“ ist ein Feature dieser beiden Personas, ein charmanter Verweis auf die Anfänge vor knapp zehn Jahren und gleichzeitig ein klares Statement. „Ich mach' das, was ich will, und nie, was sie erwarten“, heißt es da, und: „Egal, ob asozial oder nicht, Finch bleibt Finch!“

Muse - The Wow! Signal

Elly Jackson alias La Roux verarbeitet mit dem neuen Album „Old Flames“ das Ende einer Beziehung nach 17 Jahren. Die gerade veröffentlichte zweite Vorab-Single heißt „Babyline“. (Bild: Universal Music)

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Elly Jackson alias La Roux verarbeitet mit dem neuen Album „Old Flames“ das Ende einer Beziehung nach 17 Jahren. Die gerade veröffentlichte zweite Vorab-Single heißt „Babyline“. (Bild: Universal Music)

Als „maximalistisch“ wird die Musik vom Plattenlabel beschrieben, und besser könnte man es bei Muse wohl kaum treffen. Als die Grammy-prämierten Art-Rocker um Matthew Bellamy vor ziemlich genau 25 Jahren ihr bahnbrechendes Zweitwerk „Origin Of Symmetry“ (2001) veröffentlichten, konnte sich niemand vorstellen, dass es noch größer, noch opulenter, noch astronomischer gehen könnte. Zumindest konnte sich das bis zum darauffolgenden Album „Absolution“ (2003) niemand vorstellen. Und dann wieder bis zum nächsten, und wieder bis zum nächsten ... Immer wieder wurden die Grenzen neu verschoben, und genau diese Entwicklung hört man auch aus dem inzwischen zehnten Album „The Wow! Signal“ heraus.

„Maximalistisch“, sagen die einen, für andere ist das Schaffen von Muse eher „megalomanisch“. Ein bisschen Größenwahn gehört wohl einfach dazu bei dieser Band, und nicht immer wurden Bellamy und Co. den eigenen gigantischen Ansprüchen gerecht. Mit „The Wow! Signal“ aber gelingt ihnen ein echtes „Wow!“-Album. Songs über Signale im Weltall, eingebettet in eine großformatige und fast schon absurd vielschichtige Produktion zwischen Space-Orgel, Disco-Beats, Bass-Funk und Gitarren-Spektakel: Es ist eine umwerfende Rockoper, mit der Muse einmal mehr das scheinbar Unmögliche erreichen und doch wieder ein bisschen größer werden.

La Roux - Babyline

Über sechs Jahre liegt das letzte Album von La Roux inzwischen zurück (“Supervision“, 2020). Das ist im Popgeschäft eine Ewigkeit, für die britische Sängerin und Songschreiberin aber nicht ungewöhnlich. Elly Jackson alias La Roux lässt sich gerne Zeit, aber genau darin liegt auch die Stärke ihrer Musik: keine Schnellschüsse, alles immer sehr ausgefeilt. Zuletzt präsentierte La Roux mit „Cabin Fever“ endlich einen ersten Vorboten für ein neues Album, das für den Herbst angekündigt wurde. Auf dem tristen Synthpop-Track wirkte die Grammy-Gewinnerin melancholisch wie noch nie. Mit der zweiten Single „Babyline“ sieht die Welt nun aber doch wieder etwas anders aus.

Im Privaten hat es einen großen Umbruch bei Elly Jackson gegeben, eine Trennung nach 17 Jahren Beziehung, und davon soll auch das neue Album „Old Flames“ erzählen. In „Cabin Fever“ ging es um einen tiefen Fall, um Verlust und Einsamkeit. Dieser Song, erklärt La Roux, markiere den Start einer persönlichen Reise, während „Babyline“ das Ende darstelle. Der Titel mit dem typischen kühlen La-Roux-Groove handle davon, nach vielen Irrwegen wieder zu sich selbst zu finden und sich im Hier und Jetzt neu auszurichten - „glücklicher, unbeschwerter, mutiger“. Man ahnt, auch hier wieder: La Roux hat nicht nur ein paar Songs zusammengeworfen, sondern sich wirklich etwas überlegt für dieses neue Album, das vollständig von ihr selbst komponiert und produziert wurde. „Old Flames“ soll am 6. November auf den Markt kommen. (tsch)

Die Sängerin Nena hat auf Instagram mitgeteilt, sich bei einem Unfall das Handgelenk gebrochen zu haben. (Bild: 2026 Getty Images/Kerstin Joensson)
„Auf nassem Stein ausgerutscht“
Nena muss operiert werden – Konzerte abgesagt